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WWF begrüßt Zingster Hafenpläne

06. Juli 2006

Lösung für Nothafen in Sicht. Landesregierung soll noch vor der Wahl Weichen stellen

 

Stralsund, 06.Juli 2006-Nach langjährigen Auseinandersetzungen um einen Nothafen für Sportboote an der Ostseeküste zwischen Rügen und Rostock zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Der WWF und der Förderverein Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft begrüßen das Angebot der Gemeinde Zingst, einen Ersatzhafen für bisherigen Nothafen Darßer Ort zu bauen. 'Das Hickhack muss jetzt ein Ende haben. Wir fordern Landesregierung, Behörden und Wassersportwirtschaft auf, den Vorschlag aus Zingst vorbehaltlos zu unterstützen', erklärte Jochen Lamp. Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund. Die Umweltschützer gratulieren den Zingstern zu ihrer Entscheidung. 'Wo die Landespolitik über 15 Jahre Entscheidungen vertagt hat, wird jetzt eine Gemeinde aktiv. Mit dieser Alternative kann es nur Gewinner geben - Wassersport, Tourismus und Naturschutz.'

 

 

 

Der bisherige Nothafen Darßer Ort liegt in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Der Hafen versandet immer wieder und muss für viel Geld ausgebaggert werden. Der WWF hatte den Betrieb des Nothafens Darßer Ort 1994 übernommen, um bis zur Eröffnung eines neuen Hafens die Eingriffe in den Nationalpark zu minimieren. Doch statt zügig einen alternativen Nothafen einzurichten, gab das Land Mecklenburg-Vorpommern Millionen für Gutachten und für Baggerungen im Darßer Ort aus.

 

 

 

Die Gemeinde Zingst hatte sich Ende Juni mit einem Angebot, einen Ersatzhafen zu realisieren, an den Wirtschaftsminister des Landes gewandt. Das von den Zingstern favorisierte Hafenmodell sieht vor, einen Inselhafen für etwa 120 Boote in zentraler Lage des Seebades zu errichten. Diese Lösung genügt nach Ansicht des WWF den Anforderungen des Wassersports und gewährleistet die Seenotrettung und die Belange des Naturschutzes. Der Hafen würde außerhalb des Nationalparks liegen. Weitere Eingriffe-wie etwa der Bau neuer Parkplätze - wären nicht nötig. Die Zingster planen derzeit mit dem Bau eines Bahnanschlusses eine umweltfreundliche Variante für den Seebäderverkehr.

 

 

 

Der WWF fordert auch die anderen Marinas und Häfen an der Ostseeküste auf, sich an der Verwirklichung des Projektes zu beteiligen. Denn auch sie profitieren davon, dass diese Lücke geschlossen wird. Nach Einschätzung des WWF ließe sich ein solcher Hafen mit gemeinsamer Anstrengung in zwei Jahren realisieren. Jede weitere Investition in den jetzigen Nothafen im Nationalpark wäre Geldverschwendung.

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