Content Section

WWF: Brandland darf kein Bauland werden

29. Juli 2007

WWF fordert EU-Gesetz, um Immobilienhaie unter den Brandstiftern auszutricksen

 

Frankfurt - Angesichts der verheerenden Waldbrände in Europa verlangt der WWF ein Gesetz auf EU-Ebene, das es verbietet, auf abgebrannten Waldflächen zu bauen. WWF-Expertin Nina Griesshammer: "Wir wissen, dass ein großer Teil der Waldbrände auf Brandstiftung zurückgeht. Kaum ist ein Wald abgebrannt, interessieren sich auffallend oft Grundstücksspekulanten für das Gebiet, das sie nie hätten kaufen können, als der Wald dort noch stand." In vielen Mittelmeerländern werde die Umwandlung in Bauland oder Agrarflächen nach Waldbränden von Politikern gefördert oder zumindest nicht verhindert. Daher werde Feuer zunehmend als Instrument benutzt, um gesetzliche Einschränkungen für die Nutzung eines Stücks Land zu beseitigen. "Ein EU-Bauverbot auf Brandland würden den Bau-Kriminellen den Boden entziehen und tausende Hektar Wald retten", so die WWF-Expertin.

 

Bislang sind den Bränden in Europa mehrere zehntausend Hektar zum Opfer gefallen - allein 50.000 Hektar in Griechenland, wo der Pamitha-Nationalpark fast vollständig zerstört wurde. Damit haben sich bereits jetzt in Griechenland so viele Hektar Wald in Rauch aufgelöst, wie in Ganz-Europa im gesamten Jahr 2006. In Italien, wo die Regierung wegen der Waldbrände den Notstand ausgerufen hat, sind mindestens 9.000 Hektar verbrannt, viele davon in Nationalparks. Dabei kamen auch viele Tiere ums Leben oder fliehen noch vor den Flammen. Die italienische Regierung macht vor allem Brandstiftung für das Flammenmeer verantwortlich.

 

Um der jährlichen Waldbrandplage den Garaus zu machen, fordert der WWF neben neuen Gesetzen eine Umkehr in der Waldbewirtschaftung. "Keine Plantagen, keine eintönigen Baumreihen, dafür lebendige Mischwälder mit heimischen Baum- und Pflanzenarten - das ist es, was wir brauchen", sagt Griesshammer. So könne man die Wälder Europas nicht nur vor Feuersbrünsten schützen, sondern sie gleichzeitig gegen den Stress des Klimawandels mit seinen Wetterextremen wie Dürre und Hitze wappnen.

 

Zugleich müsse der Beitrag der Waldbesitzer zur Bewahrung der Wälder anerkannt werden. "Im Moment werden ihnen die Kosten für die Feuervorbeugung aufgebürdet, und so ist es eigentlich nicht erstaunlich, dass die Brandprävention nicht gerade die erste Geige spielt", kritisiert WWF-Expertin Nina Griesshammer. "Wenn stattdessen das ganze Jahr über Brand-Vorsorge betrieben würde, könnten auch noch Arbeitsplätze für jene Menschen geschaffen werden, die bislang als Feuerwehrleute nur befristet für die Waldbrandsaison eingestellt werden." Man vermutet, dass vereinzelt Feuerwehrleute Brände legen, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken