Content Section

WWF, EDEKA und Kutterfisch fordern mutige Fischereireform

17. März 2011

Treffen mit EU-Fischereikommissarin Damanaki in Berlin

 

Berlin - Bei einem Treffen mit EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki in Berlin haben Vertreter des WWF, von Deutschlands führendem Lebensmitteleinzelhändler EDEKA sowie der größten deutschen Kutterfischerei „Kutterfisch“ auf eine mutige Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) gedrängt. Die bis Ende 2012 anstehende Reform sei eine einmalige Gelegenheit, die kurzsichtige Überfischung der Meere und insbesondere die verschwenderische Rückwurfpraxis zu beenden und gleichzeitig die Zukunft der Europäischen Fischerei zu sichern. Verbindliche Langzeitmanagementpläne und Strategien zur Verringerung von Rückwürfen inklusive klarer Ziele und Zeitrahmen sollten für alle EU-Fischereien eingeführt werden. Die Allianz aus Umweltschutz und Markteilnehmern fordert Deutschland auf, bei der Reform der GFP eine Vorreiterrolle zu übernehmen. In der EU-Fischerei werden jährlich mehrere Millionen Tonnen Fische als Rückwürfe verschwendet.  

 

„Vielfach wird mehr als die Hälfte des Fangs tot oder sterbend ins Meer zurückgeworfen, weil die Fischer aufgrund bestehender EU-Regelungen nicht alles, was sie fangen, auch anlanden dürfen“, kritisiert Catherine Zucco, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland. „Die Reform der Fischereipolitik muss endlich ein System einführen, das Fänge und nicht die Anlandungen kontrolliert“, so Zucco.   

 

Die kürzlich abgegebene gemeinsame Erklärung Deutschlands, Dänemarks, Großbritanniens und Frankreichs für eine drastische Reduzierung des Rückwurfs als Teil einer strikten Reform der Europäischen Fischereipolitik wird von der Allianz begrüßt. Allerdings müssen auch die anderen 23 EU-Mitgliedsländer davon überzeugt werden.  

 

„Voraussetzung für ein Ende der Ressourcenverschwendung sind Langzeitmanagementpläne, die mit Beteiligung von Interessenvertretern auf regionaler Ebene entwickelt werden“, so Zucco. Diese Pläne würden den regional Beteiligten, insbesondere den Fischereien, mehr Verantwortung übertragen und die Möglichkeit zu individuellen Lösungen bieten, um Rückwürfe zu beenden. So kann Fischern der notwendige Anreiz geboten werden, schonender mit den Fischbeständen umzugehen und selektiver zu fischen. 

 

„In der Fischereipolitik ist ein Umdenken dahingehend nötig, dass regionale statt zentral verordnete Lösungen zum Beispiel für Rückwürfe ermöglicht werden“, so Jörg Petersen von Kutterfisch. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssen den Fischern allerdings auch die entsprechenden Rahmenbedingungen gesetzt werden. Ein Ende der Verschwendung von Meeresressourcen ist möglich, wenn die Fischereiminister sich zu einer ambitionierten Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik durchringen können.“

 

Die Berücksichtigung von Umweltinteressen sei dabei auch im besonderen Interesse der Verbraucher, so die Allianz.  

 

„Verbraucher wollen mit gutem Gewissen einkaufen und sicher sein, dass ihr Fischprodukt aus umweltschonendem Fang stammt, bei dem Fischbestände nicht durch Rückwurf verschwendet werden“, so Michaela Fischer-Zernin, Leiterin Unternehmenskommunikation und Public Affairs bei EDEKA. „Ein Fischereimanagement, das neben dem langfristigen Erhalt der Fischbestände auch eine gesunde Meeresumwelt garantiert, ist deshalb auch im Interesse des Handels.“

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken