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WWF fordert „Globalen Schutzschirm“ für bedrohte Arten

03. März 2009

Weltweiter Artenschwund hält an. / WWF: Härtere Anstrengungen der UN notwendig.

 

3. März: Internationaler Tag des Artenschutzes

 

Frankfurt - In ihrem „Biodiversitätsziel 2010“ haben sich die Vereinten Nationen im Jahr 2002 dazu verpflichtet den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 signifikant zu reduzieren. Doch nach Angaben der Umweltstiftung WWF drohen die UN mit diesem wichtigen Ziel auf breiter Front zu scheitern. „Von dem UN-Ziel sind wir noch viel zu weit entfernt“, sagt WWF-Artenschutzreferent Frank Barsch anlässlich des Internationalen Tages des Artenschutzes am 3. März. Auch die EU-Staaten, die sich sogar darauf verständigt hatten das Artensterben bis 2010 in Europa komplett zu stoppen, hätten bisher bei weitem nicht genügend Anstrengungen unternommen.

 

„Das menschenverursachte Artensterben schreitet mit unverminderter Härte voran“, warnt WWF-Experte Barsch. So befinden sich beispielsweite 1.141 der 5.488 bekannten Säugetierarten auf der Roten Liste, bei den Amphibien ist gar jede dritte bekannte Art bedroht. Die Dunkelziffern dürften unterdessen wesentlich höher liegen, da viele Arten verschwinden, bevor sie überhaupt entdeckt werden. Die Hauptgründe hierfür sind nach WWF-Einschätzung durchweg vom Menschen verursacht: Klimawandel, Raubbau und Wilderei, Übernutzung und Lebensraumzerstörung. Wenn die UN ihr Biodiversitätsziel 2010 noch erreichen wolle, seien wesentlich härtere Anstrengungen als bisher notwenig.

 

„Wir benötigen einen globalen Schutzschirm für bedrohte Arten“, fordert Frank Barsch. Ein weltweites Maßnahmenpaket sieht der WWF-Experte als einzige Chance um das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier überhaupt noch aufhalten zu können. „Es gilt den Klimawandel zu bekämpfen, die Lebensraumvernichtung zu stoppen und die Nutzung der natürlichen Ressourcen nachhaltig zu gestalten.“

 

Der Tag des Artenschutzes ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens eingeführt worden und findet jährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschützt werden.

 

Die Letzten Ihrer Art:

 

Amurleopard: Mit weniger als 40 Individuen in der Wildnis steht der Amurleopard am Rande der Ausrottung. Ursprünglich besiedelten die großen Raubkatzen weite Teile Nordostchinas (Mandschurei), den gesamten Süden der russischen Provinz Primorje und die koreanische Halbinsel.

Iberischer Luchs: Nicht mehr als 150 Tiere leben noch in der spanischen Sierra Moreno und in der Gegend um Toledo. Darunter sind aber nur noch 25 fortpflanzungsfähige Weibchen. Vor zehn Jahren pirschten nach WWF-Schätzungen fünfmal so viele Tiere durch die mediterrane Landschaft. Das Überleben der scheuen Katzen hängt auch eng mit dem Erhalt ihres Lebensraumes zusammen. Straßen, Bahntrassen und Gas-Pipelines haben die Jagdreviere der Luchse zerstückelt und auf den spanischen „Autopistas“ endet die Brautschau für Luchse oft tödlich. Die Lage des Luchses könnte sich weiter verschlechtern, denn auch die Bestandszahlen seines bevorzugten Beutetiers, dem Europäischen Wildkaninchen, sind rückläufig.

 

Lonesome George: Der korrekte, wissenschaftliche Name der Riesenschildkröte lautet „Geochelone nigra abingdonii“. Einst bewohnten die Tiere die Galapagos-Insel Pinta. Heute ist jedoch nur noch ein letztes Exemplar am Leben: Lonesome George. Zuchtbemühungen mit  Weibchen einer nahe verwandten Art scheiterten bisher. 2008 legte eines der Weibchen zwar acht Eier, diese waren jedoch nicht befruchtet.

Roter Tunfisch:
Einst tummelte sich der Rote Tunfisch (oder Blauflossen-Tunfisch) massenhaft im Mittelmeer. Doch in den vergangenen Jahren sind die Bestände um bis zu 90 Prozent eingebrochen. Erst im November 2008 haben die 46 Vertragsstaaten, darunter die EU, trotz massiver Proteste von Wissenschaftlern, Unternehmen und Umweltverbänden für 2009 eine Fangquote von 22.000 Tonnen für den Roten Tunfisch im Mittelmeer beschlossen. Zudem lassen die Staaten erneut den Fischfang während der Laichsaison (Mai/Juni) zu. Der WWF hatte einen kompletten Fangstopp gefordert. 

 

 

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