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WWF fordert tiefgreifende Reform der EU-Fischereipolitik

22. April 2009

Reformvorschlag der EU-Kommission zeigt „skandalöse Missstände“ auf. / WWF fordert zügige Umsetzung.

 

Frankfurt - Der heute in Brüssel veröffentlichte Reformvorschlag der EU-Kommission zur Europäischen Fischereipolitik offenbart die skandalösen Missstände innerhalb dieser Industrie, urteilt die Umweltstiftung WWF. Zugleich sei das Papier ein mutiger Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen Fischereipolitik. „Jetzt kommt es darauf an, dass der Reformvorschlag nicht verwässert, sondern Eins zu Eins umgesetzt wird“, sagt Karoline Schacht, WWF-Referentin Fischereipolitik. Nach WWF-Angaben sind rund vier Fünftel der Fischbestände in europäischen Gewässern von Überfischung bedroht, darunter auch für den Handel bedeutende Arten wie Kabeljau, Scholle und Seezunge.  

 

„Die Fischbestände sind teilweise in einem katastrophalem Zustand und völlig übernutzt. Trotzdem hält der WWF eine Umstellung auf eine zukunftsfähige, nachhaltige und profitable Fischerei in Europa noch immer für möglich“, sagt Fischereiexpertin Schacht. Voraussetzung dafür sei jedoch eine zügige und umfassende Reform der EU-Fischereipolitik, die sich an verbindlichen Nachhaltigkeitsstandards messen lassen müsse. Die Festlegung der Fangquoten dürfte nach WWF-Ansicht daher nicht länger ein Spielball der Politik sein und müsste nach streng wissenschaftlichen und auf Langfristigkeit basierenden Managementplänen erfolgen. Außerdem müsse die illegale Fischerei bekämpft, Beifang vermieden und die Kapazitäten der Fischereiflotte erheblich verringert werden. „Die erfolgreichen Fischereien von Alaska, Neuseeland und Norwegen weisen die Richtung, in welche sich die EU begeben muss“, so Karoline Schacht.  

 

Mit der Veröffentlichung des Reformvorschlags der EU-Kommission startet ein mehrmonatiger Beratungsmarathon mit allen beteiligten Parteien, darunter auch der Fischereiindustrie, der am 31. Dezember 2009 endet. „Wer eine zukunftsfähige, europäische Fischerei will, kann sich einer umfassenden, tiefgreifenden Reform nicht in den Weg stellen“, sagt WWF-Expertin Schacht.

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