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WWF Kommentar zum EU-Ratstreffen Fischerei und Höchstfangmengen für Ostseefischerei 2011

27. Oktober 2010

 

Hamburg - „Das alljährliche Feilschen um den Fisch wurde bei diesem Ministerratstreffen leider nicht beendet“, sagte Karoline Schacht, WWF- Fischereiexpertin. „Der Rat lässt es offensichtlich auf ein Kräftemessen mit der Kommission ankommen“. EU-Kommissarin Damanaki habe sich nur in Teilen mit ihrem neuen an wissenschaftlichen Empfehlungen orientierten Kurs für Europas Fischereien durchsetzen können.

 

Der WWF begrüßt die Annäherung der Ratsentscheidung an die Empfehlung der EU- Kommission und Wissenschaft, wie sie bei Dorsch und Hering zu beobachten ist. Der Zustand des westlichen Heringsbestandes sei derzeit besorgniserregend. „Eine Kürzung der Fangquoten um 30 Prozent für ein Jahr ist eine angemessene Sofortmaßnahme. Entscheidend für eine Verbesserung ist jedoch ein langfristig angelegtes Fischereimanagement anstelle des jährlichen Quotengeschachers“, so Schacht weiter.

 

Die Managementerfolge lassen sich nach Einschätzung des WWF auch in den erhöhten Fangquoten für Dorsch ablesen. Seit 2007 gibt es einen Langzeitmanagementplan für diese Fischerei. Der Bestand hat sich soweit erholt, dass Wissenschaftler empfohlen hatten, die Fangmengen für die östliche Ostsee um 15 Prozent anzuheben. Gleichzeitig zeigt die Ratsentscheidung für den zweiten Heringsbestand und für Sprotte, dass ein Teil der Mitgliedsstaaten nicht bereit ist, den Kurswechsel zur Nachhaltigkeit mit mitzutragen. Hier wurden die Fangmengen weniger gekürzt als Wissenschaftler und Kommission empfohlen hatten. 

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