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WWF warnt vor Ende des Walfang-Moratoriums

09. März 2009

Japan, Island und Norwegen wollen weiterhin Wale jagen. WWF fordert Ende des „Wissenschaftlichen Walfangs“

 

IWC-Tagung in Rom  (9. – 11. März)

 

Frankfurt - Die Umweltstiftung WWF warnt anlässlich des Treffens einer Arbeitsgruppe der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Rom vor einem Aufweichen des Walfang-Moratoriums. Den aktuellen Kompromissvorschlag zur Lösung der Verhandlungsblockade lehnt der WWF ab. Danach soll es etwa Japan erlaubt werden Walfang in eigenen Küstengewässern zu betreiben, wenn im Gegenzug der sogenannten „Wissenschaftliche Walfang“ – beispielsweise in der Antarktis - eingestellt oder heruntergefahren wird. „Der Kompromissvorschlag ist zu schwammig. Wir befürchten, dass Japan durch Tricks und Hintertürchen den Walfang am Südpol weiter betreibt und zusätzlich legitimiert wird in eigenen Gewässern auf kommerziellen Walfang zu gehen“, sagt Volker Homes, WWF-Experte für Meeressäuger.  

 

Japan hat seine kommerziellen Walfangaktivitäten seit Inkrafttreten des internationalen Moratoriums 1986 eingestellt und behauptet, die Jagd seither nur mehr für Forschungszwecke zu betreiben. Island und Norwegen sind damit die einzigen Länder, die kommerziellen Walfang betreiben. Erst vor wenigen Wochen hatte Island sogar angekündigt die Fangquoten für die Finn- und Zwergwale drastisch zu erhöhen. „Es darf nicht zu einem Ende des internationalen Walfang-Moratoriums auf Grundlage des vorliegenden Kompromisses kommen. Viele Walbestände haben sich noch immer nicht erholt“, warnt Volker Homes. Gleichzeitig hofft der WWF weiterhin auf eine Einigung innerhalb der IWC und begrüßt grundsätzlich die Suche nach Kompromisslösungen. Als Verhandlungsgrundlage dürften jedoch nur Vorschläge akzeptiert werden, die ein eindeutiges Ende des wissenschaftlichen Walfangs beinhalten. „Es kann nicht sein, dass weiterhin Jagd in Schutzgebieten, wie dem Südpolarmeer, oder auf bedrohte Arten wie den Finnwal, gemacht wird. Und das auch noch unter dem Deckmantel der Wissenschaft“, sagt WWF-Experte Homes.  

 

Nach Angaben der Umweltstiftung wurden seit Inkrafttreten des internationalen Moratoriums für den kommerziellen Walfang im Jahr 1986 mehr als 30.000 Wale gefangen und getötet – hauptsächlich von Norwegen, Japan und Island. Doch unter dem Schutzmantel der Forschung könnte jeder Staat der Welt jederzeit beschließen die Jagd auf Wale wieder zu eröffnen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei der Walfang „blanker Unsinn“, erklärt Volker Homes: „In Japan und Island wächst der Walfleisch-Berg immer weiter an und findet immer weniger Abnehmer.“

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