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WWF warnt vor Kommunalpark

23. Januar 2006

Verwaltung des Nationalparks Wattenmeer muss Ländersache bleiben

 

Frankfurt/Husum, 23. Januar 2006-Der WWF warnt die schleswig-holsteinische Landesregierung vor einer Kommunalisierung des Nationalparks Wattenmeer. Ein solcher Schritt würde den Schutz des Wattenmeeres gefährden, Schleswig-Holstein bundesweit im Naturschutz isolieren und den Ausgleich zwischen den Interessengruppen erschweren. Der WWF befürchtet zudem einen großen Imageschaden für den weltweit bedeutenden Nationalpark. Am morgigen Dienstag entscheidet das Kieler Kabinett über einen Umbau der Behörden im Land. Dabei wird nach vorliegenden Informationen auch vorgeschlagen, die bislang im Nationalparkamt in Tönning gebündelten Zuständigkeiten für den 441.000 Hektar großen Nationalpark Wattenmeer den beiden Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland zu übertragen.

 

 

 

'Schon der Name sagt es: Nationalparke sind Sache der ganzen Nation. Alle 14 deutschen Nationalparke werden auf Landesebene verwaltet. Die Landkreise wären mit dieser Aufgabe schlicht überfordert', betont WWF-Präsident Prof. Detlev Drenckhahn. Das bereits heute unterfinanzierte Schutzgebiet würde durch die Kommunalisierung nicht billiger für das Land. Gleichzeitig drohe durch die uneinheitlichen Zuständigkeiten eine Verschlechterung des Schutzes. 'Es gibt keinen sachlichen Grund, die erfolgreiche Arbeit des Nationalparkamtes in Tönning in Frage zu stellen', so Prof. Drenckhahn.

 

 

 

Der WWF fordert die Kieler Regierungskoalition auf, die Zuständigkeit für den Nationalpark auf Landesebene zu belassen. Die CDU hat den Nationalpark vor 20 Jahren mit großem Einsatz gegründet und ihn direkt dem Land unterstellt. Die SPD hat ihn dann zusammen mit den Grünen weiterentwickelt. 'Wollen CDU und SPD diese Verdienste nun in Frage stellen, indem sie ihn zu einem Kommunalpark herabstufen?' fragt der WWF-Präsident. Die Kabinettsvorlage sei umso unverständlicher, als es auch im Koalitionsvertrag keine Vorgabe für eine Herabstufung des Nationalparks gebe.

 

 

 

Noch am 1. Oktober des letzten Jahres feierte die Landesregierung mit großer öffentlicher Anerkennung den 20. Geburtstag des Nationalparks. Der zuständige Umweltminister Dr. Christian von Boetticher bekannte sich klar zum Nationalpark. Zu diesem Bekenntnis, so der WWF, müsse er nun auch stehen. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist der Größte in Mitteleuropa. Er schützt Wattgebiete, Salzwiesen, Priele, Dünen und Strände, auch ein Schutzgebiet für den Schweinswal zählt zum Nationalpark. Weltweit gibt es fast 4.000 Nationalparke.

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