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„DER PAKT MIT DEM PANDA“DER WWF INFORMIERT

Großer Panda © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF
Großer Panda © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF

Gericht gibt WWF Recht

Mehrere unwahre Tatsachenbehauptungen dürfen nicht mehr veröffentlicht werden

Erfolg für den WWF vor dem Landgericht Köln. Die Richter haben in ihrem Urteil vom 11. Dezember 2013 Kernaussagen der Dokumentation "Der Pakt mit dem Panda" als unwahre Tatsachenbehauptungen bestätigt. Damit ist der Rechtsstreit zwischen dem WWF und den ausstrahlenden Sendern WDR und SWR (vorläufig) entschieden. Falschaussagen des Films "Der Pakt mit dem Panda" dürfen vom WDR und SWR nicht wiederholt und weiter verbreitet werden.

Mit der aktuellen Entscheidung des Gerichts dürfen WDR und SWR nicht mehr fälschlicherweise behaupten, dass der WWF "Honorare für das Grünwaschen einer zerstörerischen Produktion" nehme oder die Zerstörung des argentinischen Savannenwaldes Chaco unterstütze. Ebenfalls unzulässig sind die Aussagen, wonach der WWF in Papua einen Vertrag mit der Industrie geschlossen habe, das Land der indigenen Bevölkerung eigenhändig kartografiere und mitbestimme, "wo die Plantagen hinkommen".

Auch die Vorwürfe, der WWF habe in Papua einen "Deal" mit der Provinzregierung und der Weltbank geschlossen, "9 Millionen Hektar für industriell betriebene Plantagen" abzuholzen und das Land "am Reißbrett" aufzuteilen, identifizierte das Gericht als falsche Tatsachenbehauptungen. WDR und SWR ist es weiterhin untersagt zu erklären, dass durch den Anbau von einer Million Hektar Ölpalmen im Stammesgebiet, die Zeit der Kanume, einer der indigenen Gruppen Papuas, "abgelaufen" sei. Und schließlich darf nicht mehr behauptet werden, dass "der WWF (Anmerkung: in Indien) Massen von sogenannten Ökotouristen in den Wald" hole.

"Dies ist ein großer Erfolg für den WWF und unsere zahlreichen Förderinnen und Förderer. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass der Film eine Vielzahl falscher Aussagen enthält, die entweder auf ungenauen Recherchen beruhen oder bewusst falsch sind", sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF.

Im Einzelnen:

Es darf nicht mehr behauptet und verbreitet werden, dass

  • der WWF "Honorare für das Grünwaschen einer zerstörerischen Produktion" nimmt. Das Gericht begründet dies wie folgt: "Es handelt sich um eine Tatsachenbehauptung und nicht um eine Meinungsäußerung. (…) Diese Behauptung fällt im Zusammenhang mit einem konkreten Unternehmen, der Firma Wilmar. Insoweit ist aber unstreitig, dass der WWF keine Gelder von Wilmar erhalten hat." Zudem musste auch der WDR hierzu einräumen, dass das in der Ausstrahlung verwendete Zitat leider unzutreffend übersetzt worden sei. Der WDR hatte bereits über seinen Anwalt mitgeteilt, dass die streitgegenständliche Äußerung nicht wiederholt werden wird.
  • der WWF die Zerstörung des argentinischen Chaco-Waldes unterstütze, "weil viele der Wälder – so der WWF – durch menschliche Nutzung degradiert seien." Das Gericht begründet dies wie folgt: "Dabei handelt es sich (…) um eine Tatsachenbehauptung, nach der der WWF sich nicht nur nicht gegen die geplante Verdopplung der Soja-Anbauflächen wehrt sondern gar unterstützt, also befürwortet, weil die Wälder nicht erhaltungswürdig seien. Für eine solche Unterstützung im Sinne einer aktiven Förderung oder Billigung ist indes nichts ersichtlich. Es handelt sich mithin um eine unwahre Tatsachenbehauptung, die die Klägerin nicht dulden muss." 
  • "der WWF Massen von sogenannten Ökotouristen in den Wald" holt. Das Gericht begründet dies wie folgt: "Der WWF betreibt unstreitig keinen Ökotourismus in großem Stil. (…) Insoweit liegt mithin eine unwahre Tatsachenbehauptung vor, die die Klägerin nicht dulden muss".
  • "in Papua auf 9 Mio. Hektar Palmöl-Plantagen entstehen sollen, laut einem Vertrag, den die Industrie mit dem WWF geschlossen hat. Der WWF hat das Land der Papua eigenhändig kartografiert. Er darf mitbestimmen, wo die Plantagen hinkommen." Bzw.: "In Papua sollen eine Millionen Hektar für industriell betrieben Plantagen abgeholzt werden – ein Deal des WWF mit der Provinzregierung und der Weltbank. Der WWF hat das Land schon einmal am Reißbrett aufgeteilt." Das Gericht urteilt hierzu: "Vorliegend klingen die Äußerungen für den unbefangenen Betrachter allerdings nach einem do ut des (Anmerkung: Prinzip Leistung gegen Gegenleistung). Der WWF habe einen Vertrag geschlossen, der der Provinzregierung die Abholzung gestatte. Insofern handelt es sich um eine Tatsachenbehauptung, die unwahr ist. Der WWF hat eine Million Ha vor der Abholzung gerettet, ohne zugleich zuzugestehen, dass der Rest abgeholzt werden darf." 
  • "die Ureinwohner des Landes (Anmerkung: Papuas) noch nicht wissen, dass ihre Zeit abgelaufen ist." Das Gericht sagt hierzu: "Diese Äußerung ist auch nicht bloß hinzunehmende Übertreibung, sondern spitzt die Aussage zu auf den Inhalt, dass Eingeborene den Plantagen weichen müssten. Dieser tatsächliche Aussagekern ist indes unzutreffend."

Drei vom WWF beanstandete Äußerungen wertete das Landgericht aus juristischen Gründen als nicht unterlassungswürdig. Das Gericht hat in keinem Punkt festgestellt, dass der WDR oder der SWR in wahrer - und damit nicht zu beanstandender Weise – berichtet hätte, soweit der WWF Unterlassungsansprüche angemeldet hatte. In keinem einzigen Fall hat das Gericht die inhaltlichen Aussagen des Films als richtig bestätigt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, bis Ende Januar 2014 können WDR und SWR Berufung gegen das Urteil einlegen.

Nach Ansicht des WWF enthalten die Ausstrahlungen weitere unhaltbare Aussagen und Andeutungen, die jedoch so formuliert wurden, dass sie juristisch als Meinungsäußerung gelten und daher vor Gericht nicht unterlassungswürdig sind.

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