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Stand: 20.01.2015

„DER PAKT MIT DEM PANDA“DER WWF INFORMIERT

Auszug aus dem Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom 02. Dezember 2014 (per Klick vergrößern)

Gericht verbietet Falschaussagen aus TV-Doku / WWF gewinnt Berufungsverfahren

Im Rechtstreit um Falschaussagen der TV-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“ hat der WWF das Berufungsverfahren endgültig gewonnen. Das Oberlandesgericht Köln hat der Natur- und Umweltschutzorganisation in seinem Urteil am 02. Dezember 2014 Recht gegeben.

Die Richter wiesen die Berufung von WDR und SWR gegen ein vorinstanzliches Urteil in allen Punkten zurück. Die Kosten des Verfahrens haben die Fernsehsender zu tragen. Eine Revision dieses Urteils ist nicht mehr möglich.

Das Gericht fand in der Urteilsbegründung unmissverständliche Worte und machte klar, dass der WWF „die Veröffentlichung und/oder Verbreitung“ unwahrer Behauptungen nicht hinzunehmen habe. Es unterstreicht an mehreren Stellen, dass die Sender „der ihnen abzuverlangenden pressemäßigen Sorgfaltspflicht nicht genügt“ haben. 

So hätten sie ein „Falsch-Zitat“ oder eine „unzutreffende Tatsachenbehauptung“ “ohne jegliche Distanzierung verbreitet“.

Üble Nachrede und mangelnde Sorgfalt

Das Gericht stellt fest, dass der WWF kein Geld vom Palmöl-Konzern Wilmar erhalten habe. Zitat aus dem Urteil vom 02. Dezember 2014: „Da der WWF jedoch unstreitig von dem „Wilmar-Konzern“ keine Zahlungen erhalten hat, ist diese Behauptung unwahr“. Begründung: „Denn allein aus der honorierten Beratung über die nachhaltige, auch Waldabholzungen einschließende Palmölproduktion folgt nicht zugleich – wie dies aber bei der Äußerung des Beitrags der Fall ist – die Entgegennahme von Zahlungen für die Legitimation umweltzerstörerischer (…) sogar als Umweltverbrechen bezeichneter Produktionsweisen.“

Großer Panda © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF
Großer Panda © naturepl.com / Edwin Giesbers / WWF

Im Zusammenhang mit der Behauptung, der WWF unterstütze die Abholzung der Savannenwälder des Chaco, wird der Richter sehr deutlich:

Es gehe hier „um eine üble Nachrede (§ 168StGB), (…) nämlich um eine (…) Tatsache, die geeignet ist“, den WWF „in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen“. Zitat aus dem Urteil: „Menschen und Organisationen, die (…) dem WWF positiv gegenüber stehen, könnten sich wegen des damit einhergehenden Verlust der Glaubwürdigkeit von dem WWF abwenden und diesem künftig mit Geringschätzung und Ablehnung begegnen.“

Der Richter mahnt an mehreren Stellen des Urteils die journalistische Sorgfaltspflicht des Autors an. Zitat aus dem Urteil: „Dass (…) der WWF das Vorhaben einer Verdoppelung der „Soja-Wüste“ u.a. durch Rodungen unterstütze, liegt fern und hätte vor Veröffentlichung/Verbreitung (…) im Rahmen journalistischer Sorgfalt Anlass zu weiterer Recherche, etwa durch Einholen einer Stellungnahme bei dem WWF (…) geboten.“ Und weiter schreibt der Richter: Den „pressemäßigen Sorgfaltsanforderungen wurde damit jedoch nicht Genüge getan. Die (...) Unterlagen können aus den aufgezeigten Gründen die veröffentlichte/verbreitete Aussage nicht tragen. Dass die Beklagten (WDR und SWR) vor der Veröffentlichung hinreichend sorgfältig mit einem die Aussage tragenden Ergebnis recherchiert haben, ist daher zu verneinen“.

Erfolg für mehr als 450.000 Förderer des WWF

Mit dem Urteil wurde ein Schlussstrich unter die juristischen Auseinandersetzungen um falsche Tatsachenbehauptungen der TV-Dokumentation gezogen. Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF: „Es ist deutlich geworden, dass die Macher des Films die Grenzen zwischen legitimer Kritik und unwahren Tatsachenbehauptungen in vielen Fällen überschritten haben. Dies ist ein großer Erfolg für den WWF und unsere zahlreichen Förderinnen und Förderer. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass der Film eine Vielzahl falscher Aussagen enthält, die entweder auf ungenauen Recherchen beruhen oder bewusst falsch sind".

WDR und SWR dürfen nun nicht mehr fälschlicherweise behaupten, dass der WWF

  • „Honorare für das Grünwaschen einer zerstörerischen Produktion“ nehme,
  • die Zerstörung des argentinischen Savannenwaldes Chaco „unterstütze“,
  • einen „Vertrag“ mit der Industrie geschlossen habe,
  • das Land der indigenen Bevölkerung „eigenhändig kartographiere“,
  • mitbestimme, „wo die Plantagen hinkommen“,
  • in Papua einen „Deal“ mit der Provinzregierung und der Weltbank geschlossen habe, „9 Millionen Hektar für industriell betriebene Plantagen“ abzuholzen und das Land „am Reißbrett“ aufzuteilen,
  • (in Indien) „Massen von so genannten Ökotouristen in den Wald“ hole.
  • Den Sendern ist es weiterhin untersagt zu erklären, dass durch den Anbau von einer Million Hektar Ölpalmen im Stammesgebiet, die Zeit der Kanume, einer der indigenen Gruppen Papuas, „abgelaufen“ sei.

Auf diesen Seiten haben wir alle Informationen zusammengestellt. Wir laden Sie dazu ein, sich selbst ein Bild zu machen. Folgende Dinge können Sie tun:

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TV-Doku im Detail nachvollziehen (mit Bezug auf die Erstaustrahlung im Juni 2011)

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