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Amazonien: Der größte Regenwald der Welt

Noch sind etwa 80 Prozent der Waldfläche intakt

Amazonien ist die größte noch verbliebene Regenwaldregion der Erde – rund 15-mal so groß wie Deutschland. Sie beherbergt rund zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus ist die Region als gigantischer Kohlenstoffspeicher ein wichtiger Regulator des Weltklimas.

Amazonien: Der größte Regenwald der Welt. © Roberto Maldonado / WWF
© Roberto Maldonado / WWF

Auf Initiative des WWF, der KfW Entwicklungsbank und des Globalen Umweltfonds der Weltbank (GEF) hat die brasilianischen Regierung 1998 das größte Tropenwaldschutzvorhaben der Welt ins Leben gerufen: das Amazon Region Protected Area Programme (ARPA). Bis 2016 sollen 60 Millionen Hektar brasilianischen Amazonas-Regenwaldes (15 Prozent der heutigen Waldfläche) durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk gesichert werden – eine Fläche so groß wie Deutschland und Großbritannien zusammen.

Erfolge:

© Devin Edmonds / WWF
© Devin Edmonds / WWF

Bislang konnten 32 Millionen Hektar Schutzgebiete ausgewiesen und eingerichtet werden. Gut neun Millionen Hektar davon sind Schutzzonen, in denen Holz und Nichtholzprodukte nachhaltig genutzt werden. Das schafft Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung und bewahrt gleichzeitig die wertvollen Regenwaldflächen langfristig.

  • Für eine der ARPA-Schutzgebietslandschaften hat der WWF Deutschland die Verantwortung übernommen. Seit Juni 2006 ist er für mehr als zehn Schutzgebiete zuständig: den mehr als 1,9 Millionen Hektar großen Juruena-Nationalpark und das aus neun Schutzgebieten bestehenden Apuí-Mosaik in der Größe von 2,4 Millionen Hektar.
  • Der WWF ermittelte, dass allein zwischen 1999 und 2009 mehr als 1.200 Pflanzen- und Tierarten im Amazonasgebiet entdeckt wurden – im Schnitt alle drei Tage eine neue Art.
  • Im Jahr 2010 haben die Amazonas-Anrainerstaaten einen mit WWF-Hilfe entwickelten Aktionsplan bis 2020 für die Schutzgebiete des Amazonas-Regenwaldes verabschiedet. Ziel: Sicherzustellen, dass darin alle Ökosysteme angemessen erhalten bleiben.
  • Am Fluss Putumayo, wo einst Kriege und diplomatische Probleme entstanden, konnte jetzt eine wichtige Partnerschaft geschlossen werden. Nach mehreren Jahren ist es dem WWF und seinen Partnern 2011 gelungen, Ecuador, Kolumbien und Peru dazu zu bringen, ein Programm zum Schutz ihrer gemeinsamen Grenzregion ins Leben zu rufen. Jetzt betreiben die drei Länder grenzüberschreitenden Naturschutz auf einer Fläche Thüringens (rund 16.000 Quadratkilometer).
  • Organisationen wie der WWF konnten die Waldvernichtung bislang noch nicht stoppen, aber entscheidend bremsen und Schlimmeres verhindern. Von 2004 bis 2010 sank die Entwaldungsrate in Amazonien von 27.000 auf jährlich 6.450 Quadratkilometer (etwa die siebenfache Größe Berlins) und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 1988.

 

Gefahren:

  • Im Durchschnitt verschwindet alleine in Brasilien jährlich eine Regenwaldfläche so groß wie Thüringen – durch Holzeinschlag, Rinderzucht und Sojaanbau sowie den Verbau (Kanalisierung und Uferbefestigung) von Flüssen.
  • In den letzten 50 Jahren wurden etwa 17 Prozent der Regenwaldflächen abgeholzt oder verbrannt.
  • Die anstehende Novellierung des brasilianischen Waldgesetzes soll Rodungsauflagen für Grundbesitzer lockern und verspricht eine Amnestie für zurückliegende illegale Abholzungen. Betroffen ist eine Fläche von mehreren Millionen Hektar.

Ziel:

Noch sind mehr als 80 Prozent der Waldfläche intakt. Ein möglichst großer Teil davon muss erhalten bleiben. Der WWF fordert ein gemeinsames Handeln von Wirtschaft und Politik, um bis 2020 die so genannte Netto-Entwaldung sowie die ökologische Verarmung der Wälder (Degradation) zu stoppen.

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Ein Juwel
am Amazonas
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