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Borneo: Orang-Utans kehren in den Wald zurück

Aktuelle Meldung aus Sabah (Malaysia): In einem vom WWF wiederaufgeforsteten Gebiet in Nord Ulu Segama wurden Ende September 2011 erstmals mehrere Orang-Utans beim Bau von Nestern gesichtet.

In einem ca. 2.000 Hektar großen, durch Holzeinschlag geschädigten Wald hatte die Umweltstiftung vor allem mit heimischen Nahrungsbäumen für die Menschenaffen wiederaufgeforstet. Das Gebiet gehört zum rund 240.000 Hektar großen Ulu Segama-Malua-Wald, der von der Sabah-Forstbehörde und Yayasan Sabah mit Unterstützung des WWF geschützt wird.

 

Dr. Hj Rahimatsah Amat von WWF-Malaysia ist hocherfreut: „Wir haben Beweise, dass nicht nur Orang-Utans in renaturierte Waldgebiete zurückkehren, sondern auch Nebelparder, Malaienbär und weitere bedrohte Arten. Selbst eine Herde von Borneo-Zwergelefanten ist dieses Frühjahr durch unser wiederaufgeforstetes Gebiet gezogen. Glücklicherweise haben sie an den jungen Bäumen keinen größeren Schaden angerichtet. Ganz im Gegenteil: Mit ihren Ausscheidungen haben sie unsere Jungbäume ordentlich gedüngt.“ Die Wiederaufforstung in Nord Ulu Segama wurde auch von WWF Deutschland finanziert.


Das Herz von Borneo wird weiter schlagen

Borneos Regenwälder gehören zu den ursprünglichsten und artenreichsten Wäldern unseres Planeten. Und nirgendwo sonst in den Tropen gibt es so viele Torfmoorwälder. Sie speichern in ihren mächtigen Torfschichten bis zu 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar und binden damit bis zu 50-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleichgroße Fläche Regenwald ohne Torfboden.

Nirgendwo sonst in den Tropen gibt es so viele Torfmoorwälder wie auf Borneo. © Dinda Trisnadi / WWF Indonesia
© Dinda Trisnadi / WWF Indonesia

Weitere Erfolge:

  • Im Inneren der drittgrößten Insel der Welt entsteht auf WWF-Initiative ein Netzwerk aus Schutzzonen und nachhaltig genutzten Wäldern von der Größe Großbritanniens. Die „Herz von Borneo“-Vereinbarung wurde am 12. Februar 2007 von den Forstministern Indonesiens, Malaysias und Bruneis unterzeichnet. Zwar gibt es immer noch Waldflächenverluste im Herfz-von-Borneo-Gebiet, diese sind aber jährlich prozentual erheblich geringer (aktuell minus 0,76 Prozent) als die Entwaldungsrate ganz Borneos (minus 2,3 Prozent).
  • Der Verlust an Waldflächen im indonesischen Teil Borneos (Kalimantan) ist in den letzten Jahren von über 860.000 auf über 600.000 Hektar pro Jahr zurückgegangen.
Kopstein Bronzerückenschlange (Dendrelaphis kopsteini). © Gernot Vogel / WWF
© Gernot Vogel / WWF
  • Seit der Unterzeichnung der Herz von Borneo-Deklaration wurden in diesem Gebiet 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt.  
  • Die Dreiländer-Vereinbarung hat zudem bereits eine riesige Palmöl-Plantage sowie eine große Überlandstraße durch unberührten Regenwald verhindert. Für die Palmöl-Plantage hätten 1,8 Millionen Hektar wertvollen Bergregenwaldes abgeholzt werden sollen. Der Lebensraum von Orang-Utans und vieler anderer Arten wäre vernichtet worden. Der so genannte Trans-Kalimantan-Highway hätte die wertvollen Wälder im Inneren der Insel durchschnitten und eine unkontrollierte Besiedlung einst unberührter Gebiete ermöglicht.
  • Im Kayan Mentarang-Nationalpark – dem mit 1,4 Millionen Hektar größten Regenwald-Schutzgebiet Südostasiens – ist der WWF seit 1992 aktiv und arbeitet seitdem mit der einheimischen Urbevölkerung in den dortigen Gemeinden eng zusammen. In dem 2004 fertig gestellten Informationszentrum beraten die Mitarbeiter des WWF die lokale Bevölkerung über nachhaltige landwirtschaftliche Kleinprojekte. Von hier aus werden auch die Straßenbaupläne der Distriktregierungen kontrolliert und ein naturschutzfreundlicher Tourismus gefördert. Im Herzen des Parks hat der WWF zudem eine Forschungsstation eingerichtet. Kayan Mentarang ist der erste Nationalpark in Indonesien, der eine gleichberechtigte Mitbestimmung der lokalen Gemeinden beim Management erlaubt.

Dämme zur Wiedervernässung der Torfmoorwälder. © Tira Maya Maisesa / WWF Indonesia
© Tira Maya Maisesa / WWF Indonesia
  • Im Nationalpark Sebangau bewahrt der WWF Torfmoorwälder, die für den Klimaschutz besonders wichtig sind. Denn sie speichern bis zu 50-mal mehr Kohlenstoff als eine gleich große Fläche Regenwald ohne Torfboden. Werden diese Wälder gerodet, so wird der Großteil des Kohlenstoffes als Treibhausgas Kohlendioxid frei. Um das zu verhindern, setzt der WWF bereits gerodete Flächen wieder unter Wasser. Seit Anfang 2008 wurden mit Hilfe von Sponsoren wie der Deutschen Post und der Brauerei Krombacher fast 500 Dämme gebaut. Durch diese Maßnahmen sind 150.000 Hektar Torfmoorwald bereits vor der Austrocknung bewahrt worden, was in etwa der Fläche Londons entspricht.
  • Außerdem wurden bereits mehrere hundert Hektar verbrannter Waldfläche wieder aufgeforstet – mit feuerresistenten Baumarten und Orang-Utan-Futterbäumen.  Die Orang-Utan-Population war durch die Rodungen stark dezimiert. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt und bei rund 6.000 Tieren stabilisiert.
  • Im 800.000 Hektar großen Betung Kerihun-Nationalpark ist der WWF seit 1995 aktiv. Schwerpunkt der Arbeit ist die verbesserte Zusammenarbeit mit der Nationalparkbehörde zur Kontrolle der illegalen Holzeinschläge. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung werden alternative Einkommensmöglichkeiten entwickelt. Diese Projekte sollen den Teufelskreislauf von Armut und illegalem Holzeinschlag durchbrechen, da vielen Dorfbewohnern bislang keine andere Wahl blieb, als auf Tagelöhnerbasis für die Holzmafia zu arbeiten. Die illegalen Holzeinschläge in der Region konnten im Frühjahr 2005 gestoppt werden.
  • Im malaysischen Bundesstaat Sabah forstet der WWF rund 2.000 Hektar Orang-Utan-Lebensraum auf und begleitet seit mehreren Jahren den Menschenaffenbestand mit wissenschaftlichen Untersuchungen um zu kontrollieren, wie sich die Population entwickelt. Im 240.000 Hektar großen, vormals forstwirtschaftlich genutzten Ulu Segama Malua-Forstreservat kommen etwa 5.000 Orang-Utans vor. Für dieses gesamte Waldgebiet besteht bis Ende 2017 ein Einschlagstopp. Danach darf Holz nur noch nachhaltig nach den strengen Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) genutzt werden.

 

 

Gefahren

Borneo-Orang-Utans. © Jimmy Syahirsyah / WWF Indonesia
© Jimmy Syahirsyah / WWF Indonesia
  • In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts waren noch 95 Prozent der Landfläche Borneos mit Wäldern bedeckt. Heute sind es nur noch knapp über 50 Prozent der Insel. Zwischen 2003 und 2007 verlor Borneo jedes Jahr im Schnitt 1,15 Millionen Hektar Wald – so viel wie halb Hessen. Die Ursachen: Umwandlung von Regenwald in Plantagen aus Ölpalmen und schnell wachsenden Baumarten wie Akazie und Eukalyptus für die Zellstofferzeugung, außerdem illegale Holzeinschläge und Waldbrände.

Ziel:

Die drohende komplette Vernichtung der Regenwälder abzuwenden.

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