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Kongo-Becken: Langer Atem zahlt sich aus

Bilanz nach mehr als 20 Jahren Projektarbeit

Das Kongo-Becken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Dort wurden bisher über 400 verschiedene Säugetierarten, über 1.000 Vogelarten und mehr als 10.000 unterschiedliche Pflanzenarten nachgewiesen. Die Wälder sind zudem Heimat und Lebensgrundlage für Millionen von Menschen und tragen als Kohlenstoffspeicher zur Stabilisierung des globalen Klimas bei.

Waldelefanten in Dzanga-Sangha. © Kalpesh Latigra / WWF
Waldelefanten in Dzanga Sangha. © Kalpesh Latigra / WWF

Erfolge:

Flachland-Gorilla. © Daniela Hedwig / WWF
© Daniela Hedwig / WWF
  • 1999 brachte der WWF die Staatschefs der sechs zentralafrikanischen Staaten an einen Tisch: ein Ergebnis war der Beschluss, 15 Prozent der Landfläche unter Schutz zu stellen. An der schrittweisen Umsetzung dieses ambitionierten Zieles ist der WWF maßgeblich beteiligt.
  • Rund 4,5 Millionen Hektar Wald außerhalb von Schutzgebieten werden mittlerweile nachhaltig nach den strengen Regeln des FSC (Forest Stewardship Council) genutzt. Der WWF fördert und überwacht die Einhaltung dieser Standards, arbeitet hierzu mit verschiedenen Holzfirmen zusammen und finanziert über das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit Naturschutz- und soziale Maßnahmen auf den Holzkonzessionsflächen.
  • Als Ergebnis jahrzehntelanger Naturschutzarbeit ist die WWF-Projektregion Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanische Republik heute Teil des riesigen trinationalen Sangha-Schutzgebietskomplexes, das sich auch über die Länder Kamerun und Republik Kongo erstreckt. Vier Nationalparks bilden die zusammenhängende, fast 8.000 Quadratkilometer große Kernzone, in der jegliche Nutzung verboten ist. Die sie umgebende Pufferzone mit nachhaltiger Waldnutzung ist mit 36.000 Quadratkilometern größer als Baden-Württemberg.
  • Der WWF hat sich erfolgreich für den Aufbau eines Trust Funds eingesetzt, dessen Erträge in Zukunft die vier Nationalparks am Sanghafluss zu großen Teilen finanzieren können. Das Grundkapital dieses Umweltfonds von mittlerweile fast 30 Millionen Euro bleibt dabei unangetastet. Neben den Beiträgen verschiedener Partner, darunter insbesondere der deutschen Bundesregierung, tragen fast vier Millionen Euro Stiftungskapital der Regenwaldstiftung – gegründet von der Brauerei Krombacher mit dem WWF Deutschland –  maßgeblich zur Schutzgebietsfinanzierung bei. Der Trust Fund finanziert heute nicht nur Naturschutzmaßnahmen im Regenwaldschutzgebiet von Dzanga-Sangha, sondern auch in den  angrenzenden Nationalparks Lobeke (Kamerun) und Nouabalé-Ndoki (Republik Kongo). Dazu gehören der Einsatz von Antiwildererbrigaden, die Umweltbildung für die heimische Bevölkerung  und der Ausbau des naturnahen Tourismusprogramms.
Aufbau der Solaranlage in Dzanga-Sangha. © Karl-Heinz Boehnke / WWF
© Karl-Heinz Boehnke / WWF
  • Darüber hinaus hat die Brauerei Krombacher zusätzliche Einzel-Maßnahmen finanziert. So wurde 2009 die mit mehr als 250 Quadratmeter größte Solaranlage der Zentralafrikanischen Republik in Dzanga-Sangha errichtet. Damit sind nun die gesamte Nationalparkverwaltung, die Mitarbeiterunterkünfte, die Gorilla-Forschungscamps und die gesamte Projektinfrastruktur von Gästehaus bis Kfz-Werkstatt energetisch unabhängig. Pro Jahr werden so bis zu 30.000 Liter Diesel und entsprechende CO2-Emissionen eingespart.

  • Heute profitieren nicht nur die BaAka-Pygmäen, sondern alle Menschen der Region von den Erfolgen des Naturschutzes in Dzanga-Sangha. Ein Drittel der gesamten Bevölkerung des Gebietes – das sind Tausende von Menschen – erzielt ein regelmäßiges Einkommen aus dem Ökotourismus und anderen Projektaktivitäten. Dadurch hat die Akzeptanz für den Naturschutz beträchtlich zugenommen. Und nur mit Hilfe der BaAka waren und sind die Erforschung und der Schutz des Regenwaldes sowie der erfolgreiche Aufbau des Ökotourismus überhaupt möglich.
  • Eine Gesundheitsstation und mobile Helfer sichern die medizinische Grundversorgung. Öffentliche Wasserstellen sorgen für sauberes Trinkwasser. Schulen werden gebaut und unterstützt.
  • Die Regierung des größten Staates Zentralafrikas, die Demokratische Republik Kongo, hat sich auf Betreiben des WWF verpflichtet, 15 Prozent ihres Landes – das sind etwa 15 Millionen Hektar – unter Naturschutz zu stellen. Der WWF leitet, finanziert vom deutschen Umweltministerium, die Auswahl, Planung und Ausweisung dieser neuen Schutzgebiete in den ökologisch wertvollsten Gebieten.
  • Im Jahr 2010 wurde nach WWF-Vorarbeit das Ngiri-Schutzgebiet in der Demokratischen Republik Kongo ausgewiesen. Statt der ursprünglich geplanten 350.000 Hektar wird das Gebiet nun sogar doppelt so groß sein. Dadurch sind artenreiche Tropenwälder und Feuchtgebiete am Kongofluss gesichert – die Heimat der Bonobos, die nur hier vorkommen.
  • Der Bestand der seltenen Berggorillas im Grenzgebiet von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo hat sich trotz Bürgerkrieg und Unruhen stabilisiert. Insgesamt gibt es wieder mehr als 720 Tiere. Der WWF konzentriert sich derzeit darauf, den Verbrauch an Holzkohle – die Hauptursache für die Entwaldung in diesem Gebiet – massiv zu reduzieren. Ein Projekt zur Verbreitung effizienter Öfen, Brennstoffalternativen und Aufforstungen ist hier sehr erfolgreich.

Gefahren:

Abholzung im Regenwald von Afrika. © Florian Niethammer / Weitclick / WWF
© Florian Niethammer / Weitclick / WWF
  • Das für den Globus lebenswichtige Ökosystem mit seiner einzigartigen Vielfalt ist durch illegale Abholzung, Brandrodung und den Abbau von Bodenschätzen stark bedroht.
  • Selbst auf den ersten Blick noch intakt scheinende Wälder sind durch massive Wilderei und kommerziellen Handel mit „Bushmeat“ (Wildtierfleisch) oft völlig leer gejagt. Dieses „Empty Forest Syndrom“, bedroht zum Beispiel durch fehlende Samenverbreiter das ganze Ökosystem.
  • Für die meisten Menschen der Region außerhalb von Dzanga-Sangha gibt es kaum Arbeitsplätze sowie kaum Gesundheitsversorgung und Zugang zu Bildung. Besonders schwer haben es die hier heimischen BaAka-Pygmäen: Sie werden von der Mehrheitsbevölkerung der Bantu oft als rückständig angesehen und benachteiligt.

Ziel:

Eine Netto-Entwaldungsrate von null Prozent bis zum Jahr 2020.

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