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Ringen um die letzten Tiger

Mit vereinten Kräften den Bestand verdoppeln

Die Großkatze ist als größter Beutegreifer Süd- und Ostasiens eine wichtige Schlüsselart für den Erhalt der dortigen biologischen Vielfalt. Wo der Tiger lebt, haben auch andere bedrohte Arten wie Elefanten, Nebelparder, Nashörner oder Bären eine Heimat.

Indochinesischer Tiger. © Kabir Bakie / WWF
© Kabir Bakie / WWF

Erfolge:

  • Mehr Entscheidungsträger aus den Regierungen der Tiger-Verbreitungsstaaten als je zuvor erreichte der WWF zum Tiger-Gipfel 2010 in St. Petersburg: Die Staatspräsidenten und Minister aller 13 Tiger-Verbreitungsländer einigten sich auf das Ziel, die Zahl der Großkatze von 3200 Tieren bis 2022 zu verdoppeln und dafür mehr als 300 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Konkret sollen die wichtigsten Tigerlebensräume identifiziert sowie Kern-Schutzzonen eingerichtet und miteinander verbunden werden. In Malaysia sollen beispielsweise wichtige Lebensräume des Tigers in den zentralen Gebirgswäldern geschützt und durch Korridore verbunden werden.
Tigergipfel 2010 in St. Petersburg. © Marina Hrapova / WWF Russia
© Marina Hrapova / WWF Russia
  • 60.000 deutsche Unterschriften zum Schutz der letzten 3.200 Tiger konnte der WWF im Rahmen seiner Kampagne Ende 2010 an Staatssekretär Jürgen Becker übergeben.  Kurz danach gab der Staatssekretär bekannt, dass das Bundesumweltministerium in den kommenden Jahren 12,6 Millionen Euro für den Tigerschutz in Asien zur Verfügung stellen wird.
  • In Kambodscha wurde 2010 ein neues Schutzgebiet für Tiger ausgewiesen.
  • Neue Erhebungen des WWF im thailändischen Kuiburi-Nationalpark an der Grenze zu Myanmar zeigen, dass der Tigerbestand dort stabil ist. Spuren lassen darauf schließen, dass die Großkatzen ihr Territorium seit 2006 sogar ausgedehnt haben. 
  • Ein vom WWF unterstützter Stab von Wildhütern hat den Bestand an etwa 450 verbliebenen Amur-Tigern und 35 Amur-Leoparden seit rund 15 Jahren stabil gehalten. Die Wilderei ging zurück – nicht nur auf Tiger, sondern auch auf dessen Beutetiere wie Wildschweine, Rehe, Sikahirsche und Rothirsche. Bei der letzten Tiger-Zählung konnte sogar ein leichter Anstieg des Bestandes nachgewiesen werden.
  • In Bhutan wurde ein Tigerschutzfonds geschaffen, der Bauern eine Entschädigung zahlt, wenn Tiger ihre Nutztiere reißen.
  • China schloss mit Indien, Nepal und Russland bilaterale Abkommen, um weltweit zum ersten Mal grenzübergreifende Tiger-Schutzgebiete zu schaffen, Lebensraum zu schützen und den illegalen Tigerhandel zu bekämpfen.
  • Der WWF konnte die Urwälder um den Fluss Bikin für 49 Jahre pachten. Damit behält der Amur-Tiger dort seinen Lebensraum.
  • In Indien wurden bereits 39 Tigerreservate etabliert – weitere Reservate in unterschiedlichen Stadien der Ausweisung. Die jüngste Tigerzählung aus dem Frühjahr 2011 zeigt, dass in fast allen Gebieten die Tigerpopulation steigt.

Gefahren:

Schätzungsweise 97 Prozent seines ursprünglichen Bestandes sind bereits ausgelöscht und etwa 93 Prozent seiner ehemaligen Lebensräume vernichtet. Zunächst waren Tiger eine begehrte Trophäe der Reichen und Mächtigen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Wälder gerodet, um Holz zu gewinnen und Plantagen anzulegen. Später wurden auch zunehmend die Beutetiere der Tiger über ein nachhaltiges Maß hinaus gejagt und gewildert. Zugleich wuchs das Interesse, aus seinen Körperteilen traditionelle ostasiatische Medizin herzustellen. Diese Nutzung ist offiziell seit Mitte der 1990er Jahre verboten. Leider gibt es noch eine Volksmedizin in Ostasien, die den Tiger illegal weiter nutzt. Geht der grausame Trend so weiter, sterben weitere der verbliebenen sechs Unterarten in den nächsten Jahrzehnten in freier Wildbahn aus.

Ziel:

Der WWF unterstützt das internationale Ziel, die Zahl der Tiger bis 2022 (dem nächsten Chinesischen Jahr des Tigers) auf mehr als 6.000 Exemplare in freier Wildbahn etwa zu verdoppeln.

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