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Zum Internationalen Tag des Waldes

18. März 2010

WWF warnt vor Waldzerstörung für Papierprodukte

 

Anlässlich des „Internationalen Tag des Waldes“ am kommenden Sonntag – und parallel zum Start der Leipziger Buchmesse -  warnt der WWF vor den folgen des wachsenden Papierkonsums für die Wälder der Erde. Seit 1970 hat sich die weltweite Papierproduktion auf über 380 Millionen Tonnen jährlich verdreifacht, Tendenz weiter steigend. Allein in den nächsten fünf Jahren wird mit einem weiteren Anstieg auf 440 Millionen Tonnen gerechnet. Der WWF fordert Wirtschaft und Verbraucher auf,  auf Recyclingpapier oder Papier aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft mit FSC-Siegel umzusteigen und den Papierverbrauch wo immer möglich zu senken. Das FSC-Siegel garantiert die Herkunft aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Der Tag des Waldes wurde 1970 von der Welternährungsorganisation FAO als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ausgerufen.

 

„Trotz Computer, E-Mail und co. verbrauchen wir immer mehr Papier, und das ist eine der großen Herausforderungen beim Schutz der Wälder“, so Johannes Zahnen, Papierexperte beim WWF Deutschland. „Ein Großteil der Produkte landet auf den Märkten der Industrienationen, also auch in Deutschland. Mit über 250 Kilogramm pro Kopf und Jahr verbraucht Deutschland so viel Papier wie gesamt Afrika und Südamerika zusammen“.

 

Risiken birgt aus Sicht des WWF die rasante Produktionsverlagerung von Papierartikeln vor allem nach China. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Land auf den ersten Platz der Zellstoffimporteure vorgeschoben. Eine wichtige Zellstoffquelle für China ist Indonesien, dessen Wälder zu den am stärksten bedrohten der Erde gehören. Knapp die Hälfte der indonesischen Zellstoffexporte gehen nach China.  Der indonesische Großkonzern APP, der zu den skrupellosesten Waldvernichtern  überhaupt gehört, tritt sowohl als Zellstofflieferant aus Indonesien als auch mit eigener Produktion in China in Erscheinung.

 

„Wenn sich die Produktionsverlagerung ins Ausland nur an den Kosten orientiert, steigt die Gefahr, dass Produkte aus Raubbau in unseren Läden landen“, so Johannes Zahnen. „Alle Beteiligten entlang der Handelskette von Papierprodukten sollten auf die Herkunft der Papiere achten und auf Recyclingpapier oder Papier mit dem FSC-Siegel umzusteigen“.

 

Verbrauchern rät der WWF, wo immer möglich Recyclingprodukte oder Produkte mit dem FSC-Siegel zu kaufen und wo möglich weniger Papier zu verbrauchen.

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