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Zum UN-Jahr des Gorillas 2009: Exitus der Menschenaffen

27. November 2008

Armutsbekämpfung ist Schlüssel zum Erfolg der Schutzbemühungen. - WWF fordert Engagement der Internationalen Staatengemeinschaft.

 

Die Bonner Konvention (UNEP/CMS) startet auf der aktuellen 9.Vertragsstaatenkonferenz in Rom in das „UN-Jahr des Gorillas“. Drei der vier Gorilla-Unterarten sind derzeit auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert. Nur noch rund 300 Cross River-, 720 Berg- und höchstens 5000 Östliche Flachlandgorillas durchstreifen den Dschungel. „Angesichts der dramatischen Situation kann ein symbolisches UN-Jahr nur der Anfang sein. Wir benötigen gezielte Anstrengungen der Internationalen Staatengemeinschaft, um das Überleben des Gorillas dauerhaft zu sichern“, sagt Stefan Ziegler, Artenschutzreferent beim WWF Deutschland. Hauptbedrohungsfaktoren sind nach Angaben der Umweltstiftung Wilderei und Lebensraumzerstörung. Daneben häufen sich Anzeichen, dass das gefährliche Ebolavirus ganze Gorillabestände auslöscht.  

 

Der WWF befürwortet ein geplantes, länderübergreifendes Monitoring-System für Gorillas, die sich auf ihren Wanderungen durch den Regenwald nicht von Staatsgrenzen aufhalten lassen. Außerdem fordert die Umweltstiftung eine effektive Bekämpfung der Wilderei und einen Stopp der Rodungen. „Der Westen muss sich verstärkt in Afrika engagieren. Umweltschutz und Entwicklungshilfe gehen dabei Hand in Hand“, sagt Stefan Ziegler. Menschenaffenfleisch gilt inzwischen in den wohlhabenden und urbaneren Gesellschaftskreisen Afrikas als Delikatesse. Ein Wilderer kann nach WWF-Angaben in einem Jahr mehr als 30 Gorillas töten. Doch wer mit Menschenaffenfleisch handelt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, der beraubt nachfolgende Generationen ihrer finanziellen Grundlage. Die seltenen Großaffen gelten schließlich als wichtigstes Standbein der örtlichen Tourismusbranche. Rodungen, gefolgt von Straßenbau, Bergbau und andere Infrastrukturprojekten setzen den Menschenaffen ebenfalls zu. Sollte keine Kurskorrektur erfolgen, werden nach Schätzungen des WWF bis 2030 über 90 Prozent des heute noch vorhandenen Lebensraums zerstört sein. Zusätzlich vergrößert die Nähe zu den Menschen die Gefahr, dass Krankheiten wie Masern oder Tuberkulose auf die Tiere überspringen.    

 

„Es liegt in der Verantwortung der westlichen Industrienationen die Armut der Menschen in den afrikanischen Entwicklungsländern zu lindern, Lebensraumzerstörung und Wilderei zu stoppen und so das Überleben der Gorillas zu sichern“, sagt WWF-Referent Stefan Ziegler. Ähnlich dramatisch ist die Lage auch für die drei weiteren Menschenaffenarten. „Egal ob Gorilla, Schimpanse, Bonobo oder Orang-Utan, der Mensch hat seine nächsten Verwandten im Tierreich an den Rand der Vernichtung getrieben“, sagt WWF-Referent Ziegler.

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