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Zur Paarung nach Madagaskar

07. April 2006

Ein Lemur aus dem Frankfurter Zoo ist Gastgeschenk des Bundespräsidenten und soll für Nachwuchs sorgen

 

Frankfurt a. M., 07.04.2006: Auf den ersten Blick erscheint es ein bisschen, wie Eulen nach Athen zu tragen: Heute überreicht Bundespräsident Horst Köhler dem madagassischen Staatspräsidenten Marc Ravalomanana einen Lemuren. Die Halbaffen kommen ursprünglich ausschließlich auf Madagaskar vor. Weil sie dort immer seltener werden, hat der kleine Affe namens Itampolo, der zur Art der Roten Varis gehört und 2002 im Frankfurter Zoo geboren wurde, eine besondere Mission. Er soll im Zoologischen Garten der Hauptstadt Antananarivo mit dem einzigen Weibchen für Nachkommen sorgen. 'Die natürlichen Lebensräume der Lemuren werden zunehmend durch Holzeinschlag und Brandrodung zerstört', sagt WWF-Madagaskarexpertin Antje Fischer. 'Die Nachzucht in Zoos hilft, die Tiere zu erhalten.'

 

 

 

Der Rote Vari wird von der Internationalen Naturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft. 'Noch besser als Nachzuchtprogramme wirkt natürlich der aktive Schutz des Lebensraums', betont die WWF-Expertin. Um die letzten frei lebenden Roten Varis zu schützen, hat die madagassische Regierung Ende der 1990er Jahre auf der Masoala-Halbinsel ein Nationalpark eingerichtet. Zusätzlich koordiniert der Kölner Zoo ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP). In 70 Europäischen Zoos leben zurzeit etwa 330 Rote Varis. Weil wild lebende Tiere nicht für die Nachzucht gefangen werden dürfen, stellen ihre Verwandten aus dem Zoo eine wichtige Reservepopulation dar.

 

 

 

Rote Varis leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren, in denen die Weibchen das Sagen haben. Die Tiere ernähren sich ausschließlich von Früchten Vari-Weibchen gebären zumeist Zwillinge, im Zoo oft Drillinge und Vierlinge. Die noch wenig entwickelten Jungtiere werden in einem Nest aus Blättern und Zweigen abgelegt.

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