WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Projekt im konventionellen Bananenanbau

© WWF / EDEKA
© WWF / EDEKA

Der WWF setzt sich dafür ein, dass immer mehr Verbraucher zur BIO-Banane greifen, am besten fair gehandelt. Aber was ist mit dem überwiegenden Anteil konventionell produzierter Bananen, deren Anbau mit ökologischen und sozialen Problemen verbunden ist? WWF und EDEKA wollen den Anbau von Bananen der EDEKA-Eigenmarke umwelt- und sozialverträglicher gestalten.

© WWF / Datengundlage: AMI Analyse des GfK Haushaltspanels
Anteile von konventionellen und BIO-Bananen im Einkauf deutscher Haushalte in 2012 (in Prozent) © AMI Analyse des GfK HaushaltspanelsLupe

Die Banane gehört zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Fast 90 Prozent der in Deutschland verzehrten Bananen stammen aus konventionellem Anbau. Doch dieser geht mit einer Vielzahl an ökologischen und sozialen Problemen einher und schadet damit der Umwelt und den Menschen. Gemeinsam wollen WWF und EDEKA den konventionellen Bananenanbau daher umwelt- und sozialverträglicher gestalten. Der Fokus liegt auf Vertragsfarmen in Kolumbien und Ecuador, welche die Bananen für die EDEKA Eigenmarke liefern.

 

Um am Projekt teilnehmen zu können, durften die Farmen in den letzten zehn Jahren vor Beginn des Projekts, also seit 2004, keine Naturflächen in Anbaufläche umgewandelt haben (Landnutzungswandel). Sie durften auch keine Pflanzenschutzmittel der Gefährdungslasse WHO I a+b mehr auf der Anbaufläche einsetzen. Alle teilnehmenden Farmen waren außerdem zu Projektbeginn bereits Rainforest Alliance Certified™-zertifiziert und erfüllen somit die Anforderungen des Standards des Sustainable Agriculture Network (SAN).

Zusätzlich hat der WWF beraten durch unabhängige Experten insgesamt rund 90 weitere Anforderungen aufgestellt, die mit 150 umzusetzenden Maßnahmen verbunden sind. Sie decken folgende sechs Themenfelder ab:

 

  • Ökosysteme/Biodiversität: Schutz, Erhalt und Wiederherstellung von Ökosystemen sowie Schutz, Erhalt und Förderung von Biodiversität auf den Farmen und, wo möglich, auch zwischen einzelnen Farmen.
  • Wassermanagement: Überwachung und Reduktion des Wasserverbrauchs, Überwachung der Wasserqualität, Gewässerschutz und Water Stewardship über Farm hinaus.
  • Integrierter Pflanzenbau und Bodenmanagement (IPB): Reduzierung des Einsatzes von Agrochemikalien, Schutz des Bodens und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.
  • Klimaschutz: Senkung von Treibhausgasemissionen und Anpassung an den Klimawandel.
  • Abfallmanagement: Vermeidung, Reduktion, Wiederverwendung und korrekte Entsorgung der auf der Farm anfallenden Abfälle.
  • Soziales: Schutz und Stärkung der Rechte der Mitarbeiter, Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter.  

Wie ist das Bananenprojekt aufgebaut?

Infografik Bananen Projekt © WWF
Lupe

Die Farmen setzen die zusätzlichen Anforderungen und damit verbundenen Maßnahmen Schritt für Schritt seit Anfang 2014 um. Ihre Fortschritte überprüfen dreimal jährlich WWF-Auditoren. Die Arbeit der WWF-Auditoren wiederum überprüft einmal jährlich eine unabhängige lokale Zertifizierungsstelle. Dazu bewertet sie die Umsetzung der WWF-Anforderungen erneut vor Ort.

Wie funktioniert die Überprüfung der Anforderungen im Bananenprojekt?

Infografik Bananen Prüfprozesse © WWF
Lupe

Bananen von Farmen, die die Startkriterien erfüllten und seitdem erfolgreich am Projekt teilnehmen, sind mit dem WWF-Panda und dem Zusatz „EDEKA & WWF: Gemeinsames Projekt für eine bessere Banane“ gekennzeichnet. Der WWF-Panda ist kein Siegel. Er weist vielmehr darauf hin, dass im Rahmen eines Projekts an der Verbesserung der Nachhaltigkeit konventioneller Bananen gearbeitet wird. Über den Zahlencode auf dem Aufkleber kann man jede Banane bis zu ihrem Anbauort zurückverfolgen.

Interview mit Silja Marschke, WWF-Expertin für soziale und ökologische Risiken bei Agrarrohstoffen:

Silja Marschke © Silja Marschke / WWF

Was verspricht sich der WWF vom Projekt?
Der Markt konventionell angebauter Bananen ist groß, ebenso die ökologischen und sozialen Probleme, die in Ländern wie Ecuador, Kolumbien oder Costa Rica durch den großflächigen konventionellen Anbau entstehen. Aus unserer Sicht reicht es nicht aus, diese Probleme nur aufzuzeigen. Wir möchten sie auf Farmebene angehen. Die Erfahrungen, die wir im Projekt mit den beteiligten Farmen sammeln, können für viele weitere Farmen den Weg zu einem umwelt- und sozialverträglicheren Anbau aufzeigen. 

 

 

 

Wie viele Farmen machen mit? 

Gestartet sind wir mit 48 Farmen in Kolumbien und Ecuador. Inzwischen sind Teilnehmer freiwillig ausgeschieden oder von uns ausgeschlossen worden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Farm dauerhaft zu geringe Fortschritte bei der Umsetzung der Maßnahmen machte und auch eine ungenügende Unterstützung des Managements vorhanden war. Im Moment arbeiten wir mit 30 Farmen.

 

Was passiert konkret auf den Farmen, die weiter dabei sind? 

Die Liste ist lang. Wir haben zum Beispiel mit weiterer fachlicher Unterstützung vor Ort auf den Farmen die dort vorhandenen Ökosysteme genauer analysiert. Darauf aufbauend können die Farmen dann schauen, wo sie bestehende Lebensräume besser miteinander verbinden müssen, wo sie größere Pufferzonen zwischen den Anbauflächen und eben diesen Ökosystemen schaffen müssen oder wo es auch weitere Flächen braucht, damit die vorhandenen Arten eine Chance haben.  
Eine andere Aufgabe war, dass die Farmen, wo nicht vorhanden, Inventarlisten zu den eingesetzten Pestiziden anlegen. Auch sollen sie zum Beispiel die Art und Weise, wie sie bestimmte Pestizide einsetzen so verbessern, dass sie weniger davon verwenden als bisher.  Ferner wird für einen sachgemäßen und sicheren Umgang mit Abfällen gesorgt, der sowohl die Lagerung als auch den Transport einschließt. Die Reihe ließe sich jetzt lange fortsetzen, denn im Projekt geht es auch noch um die Themen Klima, Wasser und Soziales. Insgesamt sind es 90 Anforderungen, aus denen über 150 Maßnahmen abgeleitet wurden. 

 

Das klingt nach viel Arbeit

Das ist es. Und wir kommen Schritt für Schritt voran. Ein wegweisender Projektbestandteil ist, dass in Kolumbien ein Prozess für eine gerechtere, ökologisch nachhaltigere und wirtschaftlich vorteilhaftere Wassernutzung im Wassereinzugsgebiet der Projektfarmen in Gang gekommen ist. Dieser Water Stewardship-Ansatz reicht über die einzelnen Farmen hinaus. Er bindet weitere wichtige Akteure ein, wie andere Unternehmen, Behörden oder Gemeinden, um Ziele und Maßnahmen für ein zukunftsfähiges Management des Wassereinzugsgebiets gemeinsam zu verabschieden und umzusetzen.

 

Und am Ende der vielen Arbeit ist diese konventionelle Banane dann besser als die BIO-Banane?

Nein. Aus ökologischer Sicht ist BIO klar die erste Wahl, selbst wenn auch im Biobereich noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen, zum Beispiel wenn es um den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt oder den Umgang mit Wasserressourcen geht. Auch soziale Kriterien findet man in der EU-Öko-Verordnung nicht. Die Modellprojekt-Banane bleibt dennoch eine konventionelle Banane, zum Beispiel in Bezug auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel. Solange konventionelle Bananen einen so hohen Marktanteil haben, müssen wir uns auch dort für Verbesserungen engagieren. Genau das tun wir.

EDEKA UND DER WWF

Kontakt WWF Unternehmen

Patricia Graf

PANDA Fördergesellschaft für Umwelt mbH

Tel.: +49 (0) 40 530 200-157

Schreiben Sie eine E-Mail

 

Kontakt WWF Presse

Wiebke Elbe

Pressesprecherin, Berlin

Tel.: +49 (0) 30 311 777-219

Schreiben Sie eine E-Mail

Kontakt EDEKA

EDEKA Logo

 

Andrea Ebert

Tel.: +49 (0) 40 6377-2182
Schreiben Sie eine E-Mail

  

EDEKA AG & Co. KG
ZENTRALE
New-York-Ring 6
22297 Hamburg

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF