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EDEKA und WWF sind Partner für nachhaltige Fischerei

© WWF / Edeka
© WWF / Edeka

Beim Thema nachhaltige Fischerei arbeiten WWF und EDEKA bereits seit 2009 erfolgreich zusammen. Das Ziel, das Fischsortiment der Eigenmarken bis 2017 kontinuierlich auf nachhaltige Quellen umzustellen, wird konsequent verfolgt. Die Zusammenarbeit im Bereich Fisch- und Meeresfrüchte ist inzwischen zu einer umfassenden Partnerschaft ausgeweitet worden, die sich weiteren Sortimentsbereichen und Umweltthemen widmet.

Seit Mitte der 1980er Jahren werden jährlich rund 80 Millionen Tonnen Wildfisch gefangen. Weltweit sind laut FAO knapp 30 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände überfischt. Das heißt: Bei gleichbleibendem Druck durch die Befischung erfolgt der Zusammenbruch des Bestands. Zusätzlich spricht die FAO von 61 Prozent der Bestände, die als maximal befischt gelten. Nimmt der Fischereidruck zu, droht auch hier eine akute Gefährdung dieser Bestände. Manche Fischarten wie Aal, Roter Thunfisch im Mittelmeer oder auch Dornhai (aus dem die Schillerlocke gewonnen wird) sind stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

Nordsee, Ostsee und Teile des Nordost-Atlantik gehören zu den am stärksten überfischten Meeresregionen weltweit. Die immense Verschwendung, die jedes Jahr durch den Fang und anschließenden Rückwurf von Millionen Tonnen Fisch entsteht, ist eine Ursache für den Rückgang von Fischbeständen. Alleine in der Nordsee wird ein Drittel des gesamten Fischfangs – eine Million Tonnen – als Beifang über Bord geworfen.

© Jürgen Freund / WWF-Canon
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Wissenschaftler prognostizieren bei gleichbleibendem Fischereidruck auf die Bestände den Zusammenbruch der kommerziellen Fischerei bis 2050. Dies wäre nicht nur eine Katastrophe für das marine Ökosystem, sondern hätte auch massive soziale Konsequenzen.

 

EDEKA will dazu beitragen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Denn der EDEKA-Verbund ist mit rund 12.000 Märkten einer der führenden Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland. Mehr als 2.000 Frischfischtheken und ein breites Angebot an gekühlter SB-Ware, Tiefkühlprodukten, Konserven und Marinaden machen EDEKA auch zu einem der größten deutschen Fischeinzelhändler.

Arbeit am Sortiment

Das gemeinsame Ziel von WWF und EDEKA: Die Veränderung im hiesigen Supermarktregal soll am anderen Ende der Welt mehr Schutz für die Meere und Fischbestände bewirken. Entsprechend stellt EDEKA seine Sortimente bereits seit einigen Jahren schrittweise auf Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigeren Quellen um. EDEKA hat das Ziel, die Fisch- und Meeresfrüchtesortimente zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen zu beziehen. Das Eigenmarkensortiment soll bis Mitte 2017 komplett auf nachhaltige Quellen umgestellt sein. Der WWF berät dabei fachlich. Bereits ein Großteil der EDEKA-Eigenmarkenprodukte mit Wildfisch stammen inzwischen aus bestandserhaltender und umweltschonender Fischerei. Vom Aussterben bedrohte Fischarten wie Aal, Hai, Rochen und Wildstör sind laut Beschluss aus den Sortimenten zu nehmen. Im Bereich Zuchtfisch fördert EDEKA Produkte aus verantwortungsvollerer Aquakultur. 


Die Verbraucher entscheiden tagtäglich beim Kauf über die konkreten Produkte im Markt – und somit auch die Zukunft der Meere. Daher weisen der WWF und EDEKA bei den EDEKA-Eigenmarken auch im Bereich Fisch und Meeresfrüchte mit dem WWF-Panda auf die entsprechenden Alternativen im Regal hin. Das können zum Beispiel Produkte mit MSC-Siegel sein oder im Bereich Zuchtfisch solche mit Naturland- und Bioland-Siegel. 

Im Rahmen der Partnerschaft werden auch schwierige Themen angegangen. Beispiel Krabbenfischerei: Das deutsche Wattenmeer steht als Nationalpark unter besonderem Schutz. Entsprechend der Tradition wird im Wattenmeer weiterhin auch gefischt. Vor allem die Fischerei auf Nordseegarnelen ("Nordseekrabben") beeinträchtigt jedoch durch einen hohen Anteil an Beifang und die Auswirkungen der Schleppnetze auf den Meeresboden das Wattenmeer.

EDEKA UND DER WWF

Das 2012 gestartete WWF-Projekt hat im Dialog mit den Krabbenfischern nach nachhaltigeren Lösungen gesucht. Das Wattenmeer soll besser geschützt und zugleich eine nachhaltige regionale Küstenfischerei erreicht sowie deren Bedeutung für Wirtschaft und Tourismus an der Küste erhalten werden. Gefördert wurde das Projekt neben dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) maßgeblich von EDEKA. Ein Abschlussbericht ist in Vorbereitung.

Außerdem hat EDEKA die WWF-Kampagne zur EU-Fischerei aktiv begleitet und für die Forderungen des WWF bei Politik und Wirtschaft geworben. Denn Hauptgrund für die Überfischung ist eine verfehlte Fischereipolitik. Jahrelang wurde der Ausbau der Fischfangflotte subventioniert. Gleichzeitig wurden die wissenschaftlichen Empfehlungen für nachhaltige Fangquoten immer wieder ignoriert.

Interview mit Dr. Daniel Carstensen, Experte für nachhaltige Fischereiprodukte

Daniel Carstensen © WWF

Langfristiges Ziel von EDEKA ist, die Fisch- und Meeresfrüchtesortimente zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen zu beziehen. Nach welchen Kriterien bewertet der WWF, wann ein Fisch oder eine Meeresfrucht aus „nachhaltigen Quellen“ stammt?

Wir haben beim WWF in den letzten zehn Jahren eine umfangreiche Datenbank zu etwa 1400 globalen Fischereien und 250 Zuchten aufgebaut, die auch regelmäßig aktualisiert wird. Die Daten und Informationen für die Bewertung werden von Fischereiwissenschaftlern im Auftrag des WWF aus anerkannten Quellen zusammengetragen. Wir bewerten bei den Fischereien den Bestandszustand, die ökologischen Auswirkungen der Fischerei und das Management des Bestandes. Zur Qualitätssicherung werden die Bewertungen von mindestens einem weiteren Experten geprüft. Die Datenbank unterteilt die Fischereien und Zuchten dann in fünf Bewertungen ein, so genannte „Scores“: Score 1 und 2 stehen für eine nachhaltige Fischerei oder Zucht. Im WWF-Fischratgeber ist das mit„Grün“ gekennzeichnet. Score 3, im Fischratgeber „Gelb“, steht für eine Fischerei oder Zucht, die als zweite Wahl alternativ empfohlen wird. Score 4 und 5 stehen für eine nicht akzeptable Fischerei oder Zucht, aus denen nicht bezogen werden sollte. Das ist dann im Fischratgeber mit „Rot“ gekennzeichnet. Als grundsätzlich nachhaltig stufen wir Fischereien und Zuchten ein, die nach einem vom WWF anerkannten Umweltstandard zertifiziert sind. Hierzu zählen im Bereich Wildfisch der MSC Standard und bei Zuchtfisch Naturland oder Bioland. Für den konventionellen Bereich bringt das ASC-Siegel wesentliche Fortschritte. 

 

Bei Fischbeständen und Zuchten ändert sich doch immer etwas, aus Score 3 wird dann Score 5. Was passiert dann?

Gerade Fischbestände unterliegen Schwankungen. Dieses hat teilweise natürliche Ursachen, wie zum Beispiel die Nahrungsverfügbarkeit für Fischlarven zum Reproduktionszeitpunkt. Aber es gibt auch durch den Menschen beeinflusste Gründe, wie den Fischereidruck auf einen Bestand. Das kann die Bewertungen verändern und dann Auswirkungen auf unsere Empfehlungen an EDEKA haben. Das ist für EDEKA nicht immer einfach. Denn hinter den bezogenen Fischereiprodukten stehen ja auch Lieferbeziehungen. Die lassen sich nicht mal eben so über Nacht umstellen auf nachhaltigere Alternativen. Deswegen ist es auch ein dauerhafter Prozess, den Anteil von Fisch und Meeresfrüchten auf einem hohen Niveau aus nachhaltigen Quellen zu beziehen oder dieses Niveau sogar auszubauen.  

 

Wo sehen Sie vor allem Potenzial zum Ausbau des nachhaltigeren Angebots?

Das Ziel sind 100 Prozent Nachhaltigkeit im Sortiment. Da ist vor allem bei Fisch aus Zucht noch viel Luft nach oben. Neben den Biosiegeln von Naturland und Bioland gibt es inzwischen auch für Zuchtfisch aus konventioneller Aquakultur ein Zertifizierungssystem, das dort für erste, wichtige Verbesserungen im ökologischen Bereich sorgt. Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist hier auch bei den wichtigen Bereichen wie Lachs und Shrimp mit seinen Standards am Markt angekommen. Standards für weitere wichtige Zuchtfischarten wie Dorade und Wolfsbarsch werden folgen.

 

Wie arbeiten WWF und EDEKA jenseits der Sortimente beim Thema nachhaltige Fischerei zusammen? 

Vielfältig. EDEKA arbeitet zum Beispiel daran, die Verbraucherinformation an den Fischtheken zu verbessern und immer mehr Theken MSC-zertifizieren zu lassen. Auf politischer Ebene hat EDEKA die WWF-Kampagne zur EU-Fischerei unterstützt. Derzeit beschäftigt uns gemeinsam die Frage, wie in weltweiten Lieferketten besser gegen unregulierte und undokumentierte Fischerei, kurz IUU-Fischerei, vorgegangen werden kann.

Kontakt WWF Unternehmen

Patricia Graf

PANDA Fördergesellschaft für Umwelt mbH

Tel.: +49 (0) 40 530 200-157

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Wiebke Elbe

Pressesprecherin, Berlin

Tel.: +49 (0) 30 311 777-219

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Tel.: +49 (0) 40 6377-2182
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