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Netze von fossilen Fesseln befreien

14. August 2018

Netzreise von Peter Altmaier: WWF fordert Abkehr vom Mantra des netzsynchronen Ausbaus der Erneuerbaren

Ohne Fossile können die Netze mehr saubere Energie transportieren © Thinkstock
Ohne Fossile können die Netze mehr saubere Energie transportieren © Thinkstock

Anlässlich der Netzausbaureise von Wirtschaftsminister Peter Altmaier fordert der WWF eine Abkehr vom Mantra des synchronen Ausbaus von Netzen und erneuerbaren Energien. Dazu sagt Henrik Maatsch, Energieexperte beim WWF Deutschland:

 

„Die Abkehr vom Mantra des netzsynchronen Erneuerbaren-Ausbaus ist überfällig. Anstatt auf den Netzausbau zu warten und den Ausbau der Erneuerbaren zu drosseln, gilt es das eine zu beschleunigen, ohne das andere auszubremsen. Schon die bestehenden Netze können weitaus mehr klimafreundlichen Strom aufnehmen, wenn die fossilen Energien sie nicht länger verstopfen. Die Reise von Peter Altmaier ist daher generell begrüßenswert. Sie muss aber auch dazu führen, dass der Minister seine Blockadehaltung gegenüber dem Erneuerbaren-Ausbau endlich aufgibt. Denn bis Ende 2020 braucht es mindestens acht Gigawatt zusätzlich an sauberer Wind- und Solarenergie, um die Lücke zum Klimaziel 2020 weitgehend zu schließen, wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

 

Auch mit Blick auf 2030, wenn Erneuerbare 65 Prozent des Bruttostromverbrauchs ausmachen sollen, geht um einen beschleunigten Erneuerbaren-Ausbau kein Weg vorbei. Mit Regionalquoten etwa im Rahmen von Sonderausschreibungen ließe er sich netzdienlich steuern. Ein flächendeckendes Freileitungsmonitoring, Hochtemperaturleiterseile und eine verbesserte Lastflusssteuerung erhöhen zudem die Auslastung bestehender Leitungen. Indem Systemdienstleistungen für den Netzbetrieb schrittweise von der konventionellen Stromeinspeisung entkoppelt und auf die Erneuerbaren übertragen werden, sowie Erneuerbare Zugang zum Regelenergiemarkt erhalten, kann die zu hohe Mindestleistung der Fossilen deutlich reduziert werden.

 

Gleichzeitig gilt, bei der Netzplanung von heute bereits den höheren Bedarf an Erneuerbaren von morgen mitzudenken. Daher sollten bereits heute Vorkehrungen für eine deutliche Kapazitätserweiterung der unfertigen HGÜ-Trassen getroffen werden, etwa mit der Verlegung von Leerrohren.“

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar@wwf.de

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