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Überfischung Volldampf voraus

09. Juli 2018

FAO-Report veröffentlicht / WWF: Globale Schieflage bei Fischerei

© Hartmut Jungius / WWF
© Hartmut Jungius / WWF

Während immer mehr Fischbestände weltweit überfischt und ausgebeutet werden, schrumpft zugleich die Gesamtfangmenge in der globalen Meeresfischerei. Das geht aus dem neuen Bericht der Welternährungsorganisation FAO „The State of World Fisheries and Aquaculture“ hervor, der pünktlich am Fish-Dependence Day veröffentlicht wird. Mit Beginn dieser Woche haben die EU-Staaten den Fisch aus heimischer Fischerei rechnerisch aufgebraucht und sind für den Rest des Jahres von Importen abhängig, um die Nachfrage zu decken. Stella Nemecky, Referentin für Fischereipolitik beim WWF Deutschland erklärt hierzu:

 

„Wenn bei zunehmender Überfischung, die Fangmengen zurückgehen, ist offensichtlich, dass wir direkt in eine ökologische und humanitäre Katastrophe hineinsteuern – und zwar mit Karacho. Weite Teile der Weltbevölkerung sind auf Fisch als Nahrungsmittel angewiesen. Wenn der Fisch verschwindet, wird nicht nur das Ökosystem Meer, sondern auch der Mensch an Land unter den Konsequenzen zu leiden haben.

 

Das Problem der Überfischung findet dabei auch direkt vor unserer Haustür statt. Auch die Brotfische der deutschen Ostseefischerei, wie Hering und Dorsch, sind überfischt. Deutschland und die anderen Ostseeanrainerstaaten müssen endlich die EU-Vorgaben zur nachhaltigen Fischerei umsetzen und Fischbeständen Zeit für die Erholung einräumen, damit die hiesigen Fischbestände wie Dorsch und Ostsee-Hering endlich wieder auf gesunde Größe anwachsen können.

 

Gleichzeitig muss sich Deutschland bei der UN und laufenden WTO-Verhandlungen dafür stark machen, dass im Rahmen eines bindenden Abkommens schädliche Fischereissubventionen, die die globale Überfischung weiter befeuern, verboten werden. Die Regierungen müssen jetzt, statt mit Subventionen die Überfischung noch anzutreiben, in ausreichende Kapazitäten für Kontrollen und Technologien für die Überwachung investieren, um auch die illegale Fischerei wirksam zu bekämpfen.“

 

Verbrauchern in Deutschland empfiehlt der WWF im Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte, Fisch als Delikatesse zu genießen und stärker auf regionale Fischarten wie Hering und Kabeljau aus der Nordsee sowie generell auf Nachhaltigkeits- und Biosiegel zu setzen. Mittels Ampelsystem zeigt die App auf, welcher Fisch aus nachhaltigen Quellen stammt.

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

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