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Digitale Allianz gegen Wildtierkriminalität

08. März 2018

WWF schmiedet globale Koalition mit Ebay, Facebook, Google und Co., um illegalen Artenhandel im Internet zu stoppen

Beschlagnahmtes Nashornpuder in Südafrika © Julian Rademacher
Beschlagnahmtes Nashornpuder in Südafrika © Julian Rademacher

San Francisco/Berlin: Um den illegalen Artenhandel im Internet zu stoppen ist der WWF eine Allianz mit bedeutenden Technologie-Unternehmen eingegangen. Insgesamt 21 Firmen aus Nordamerika, Asien, Europa und Afrika haben sich mit den Umweltschützern zusammengetan, um den verbotenen Handel mit Tieren und Pflanzen plattformübergreifend bis 2020 um 80 Prozent zu reduzieren. Hierzu werden gemeinsam mit den Unternehmen individuelle, auf die jeweilige Plattform zugeschnittene Lösungen entwickelt. Teil der „Globalen Koalition gegen den illegalen Online-Artenhandel“ sind unter anderem  Alibaba, Baidu, eBay, Facebook, Google, Instagram, Microsoft und Pinterest. Auf Umweltschutzseite sind zudem TRAFFIC und IFAW mit dabei.

 

„Die Branchengiganten zusammenzubringen ist der beste Weg, das Internet für den illegalen Artenhandel zu schließen“, sagt Crawford Allan, Leiter Wildartenkriminalität beim WWF USA. „Kriminelle machen mit dem Verkauf von seltenen Arten einen enormen Profit. Widersprüchliche Regeln und mangelnde Durchsetzung führen dazu, dass verbotene Angebote und Anzeigen auf einer Seite verschwinden können, nur um kurz darauf auf einer anderen wieder aufzutauchen. Es ist wichtig, dass diese Unternehmen das Problem verstehen und sich zusammenschließen wollen. Wir wollen ein Internet schaffen, in dem der verbotene Artenhandel keinen Platz hat.“

 

Es sei meist nur eine Frage von Minuten, um zweifelhafte Wildtierprodukte online zum Kauf zu finden, angefangen bei kleineren Schmuckstücken und Schnitzereien aus Elfenbein bis hin zu lebenden Tieren bedrohter Arten. In den meisten Fällen sind diese Angebote illegal und verstoßen zudem gegen die jeweiligen Plattformregeln. Doch Anonymität sowie die Schnelligkeit der Transaktionen ermöglichten es den Anbietern zu häufig unentdeckt zu bleiben. Wie auch in anderen Geschäftsfeldern spiele sich ein immer größerer Teil des Artenhandels online ab. Daher sei es wichtig, jetzt die Schlupflöcher zu schließen, um den Missbrauch von Handelsplattformen und sozialen Netzwerken für diese illegalen Geschäfte zu stoppen.

 

Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) beläuft sich der jährliche Wert der Verbrechen im Bereich der wildlebenden Tiere und Pflanzen weltweit auf bis zu 23 Milliarden US-Dollar. Mehr als 20.000 Afrikanische Elefanten werden jedes Jahr illegal für den Handel mit ihren Stoßzähnen getötet, und fast drei Nashörner werden jeden Tag allein in Südafrika für ihre Hörner gewildert. Unzählige Arten sind durch den illegalen Handel bedroht, beschleunigt durch den Online-Zugang von Verbrauchern, von denen die meisten nicht wissen, dass der Handel der Produkte illegal ist und verheerende Auswirkungen auf den Artenschutz hat.

 

Die Gründungsmitglieder der „Globalen Koalition gegen den illegalen Online-Artenhandel”  sind Alibaba, Baidu, Baixing, eBay, Etsy, Facebook, Google, Huaxia Sammlung, Instagram, Kuaishou, Mall für Afrika, Microsoft, Pinterest, Qyer, Ruby Lane, Shengshi Collection, Tencent, Wen Wan Tian Xia, Zhongyikupai, Zhuanzhuan und 58 Group, einberufen von WWF, TRAFFIC und IFAW.

KONTAKT

Immo Fischer

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 427

immo.fischer(at)wwf.de

Twitter: @ImmoFischer

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