Halbgare Fischereikontrolle

WWF kritisiert Vorschlag der EU-Kommission

Fischerei im Nordatlantik ©Mike.R.Jackson / WWF
Fischerei im Nordatlantik ©Mike.R.Jackson / WWF

Die EU Kommission hat heute eine neue Verordnung  für Monitoring und Kontrolle der europäischen Fischereien vorgeschlagen. Die Regeln sollen eine nachhaltige Fischereipraxis sicherstellen, die die Vorgaben der gemeinsamen Fischereipolitik erfüllt. Stella Nemecky, Fischereiexpertin des WWF  Deutschland sagt dazu:

 

„Der  Kommissionsvorschlag ist an Schlüsselstellen halbgar.  Die zuständigen Behörden müssen alle relevanten Daten, die den legalen Ursprung von Importfisch belegen, erhalten. Der Kommissionsvorschlag gewährleistet das nicht. Deutschland muss sich in Ministerrat und EU-Parlament  für eine Verschärfung einsetzen, sonst haben wir hier illegal gefangenen Fisch in der Kühltheke liegen.

Zudem muss die Kontrolle des Anlandegebots verschärft werden. Auch von deutschen Fischereibooten wird illegalerweise Fisch zurück ins Meer geworfen, der an Land gebracht werden müsste. Das gefährdet beispielsweise den Dorschbestand in der Ostsee massiv. Wir brauchen deshalb eine gezielte Kameraüberwachung des Fangs.

Positiv ist momentan die Vorgabe, kleine Fangboote bis zu 12 Metern Länge künftig stärker zu kontrollieren, da auch sie zur Überfischung beitragen. Allerdings steht zu befürchten, dass dies in Verhandlungsrunden mit Rat und Parlament abgeschliffen wird, wenn sich nicht starke Fürsprecher finden.“

 

 

Hintergrund:

Der heutige Kommissionsvorschlag wird sich auf fünf existierende Gesetzestexte auswirken, die bislang die EU-Fischerei regeln. Betroffen sind etwa die Kontrollverordnung,  die festschreibt wie die Kontrolle von Fischereien und auch die Rückverfolgbarkeit von Fisch-Importen sichergestellt werden soll, sowie die IUU-Verordnung, die illegal oder undokumentiert gefangenen Fisch vom EU-Markt ausschließt.

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WWF Presse-Team