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Generation kohlefrei

26. November 2018

Jugendorganisationen großer Umweltverbände fordern Generationsgerechtigkeit in der Kohlefrage

© WWF
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Vier große Jugendverbände haben am Montag von der Kohlekommission Generationsgerechtigkeit bei der Debatte um die Zukunft der Kohleverstromung gefordert. In einem gemeinsamen Papier betonen BUNDjugend, Naturfreundejugend, NAJU und WWF Jugend, dass der Erhalt natürlicher Ressourcen eine Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen darstellt. Der Kohleausstieg ist von dieser Verpflichtung unmittelbar betroffen: Kohle ist in Deutschland der größte Einzelverursacher von CO2-Emissionen, die die Erderhitzung vorantreiben und unsere Lebensgrundlagen massiv gefährden.

 

Die Jugendverbände hatten mehrfach bei der Kohlekommission angefragt, um die Perspektive der jungen Generationen in die Debatte einzubringen – die am stärksten von den Entscheidungen betroffen sein werden. Trotz wiederholter Anfrage blieb eine Reaktion jedoch aus. Mit ihrem Forderungspapier wollen die Jugendlichen die Kohlekommission nun endlich für die Belange der nachfolgenden Generationen sensibilisieren, bevor die Kommission ihre finalen Ergebnisse vorlegt.

 

Das Verbändebündnis fordert unter anderem den sofortigen Genehmigungsstopp neuer Kohlekraftwerke und Tagebau sowie die Stilllegung der dreckigsten Kraftwerksblöcke bis Ende 2020. „Für alle Entscheidungen und gesetzlichen Maßnahmen, die die Kommission trifft, fordern wir einen Jugendcheck als Instrument, um die Folgen der durch die Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen auf junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren zu überprüfen“, heißt es außerdem in dem Papier. Auch den sozialverträglichen Wandel in den Kohleregionen rücken die Verbände in den Fokus: „Gerade junge Menschen brauchen eine Perspektive in den Regionen, in denen sie sich zuhause fühlen, und ihr Kommen bzw. Bleiben ist essentiell für eine gute regionale Entwicklung.“

 

Die Übergabe des Papiers vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurde begleitet von einer Schul- und Unistreik-Aktion, zu der die Jugendorganisationen aufgerufen hatten. Die Idee stammt von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die auf diese Weise auf die Versäumnisse beim Klimaschutz seitens der Politik aufmerksam gemacht hat. Auch die Jugendverbände in Deutschland erhoffen sich von dieser Aktion Gehör für ihre Botschaft: „Wir streiken, bis ihr handelt.“ Sie werden sich im Rahmen der Weltklimakonferenz in Polen und der Ausgestaltung des Klimaschutzgesetzes im kommenden Jahr weiter für mehr Klimaschutz einsetzen und rufen u.a. zur Teilnahme an den großen Demonstrationen in Köln und Berlin am 1.12. auf.

KONTAKT

Lea Vranicar

Pressestelle

Tel.: 030 / 311 777 467

lea.vranicar(at)wwf.de

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