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Zahnloser Tiger aus Brüssel und Straßburg

21. November 2018

EU-GAP nach 2020: EVP verspielt die Zukunft von Europas Landwirten

350 Maehdrescher auf dem Acker Studie Boden Bulletin c getty images
350 Maehdrescher auf dem Acker Studie Boden Bulletin c getty images

Der Agrarausschuss des Europaparlaments diskutiert heute in Brüssel über die Zukunft der Gemeinsamen Landwirtschaftspolitik (GAP) für die Zeit von 2021 bis 2027. Die Abgeordneten des Europaparlaments sollen noch vor den EU-Wahlen im Mai 2019 über die Agrarreform abstimmen. Sie können dabei Modifikationen des EU-Kommissionplanes einbringen. Die spanische konservative Abgeordnete Esther Herranz García präsentiert dazu als Berichterstatterin des Agrarausschusses Vorschläge, wie die von Agrarkommissar Hogan ins Rennen gebrachten Entwürfe im Europaparlament verändert werden sollen. Sie gibt damit maßgeblich den Ton vor für das finale Votum des Europaparlaments zur GAP-Reform. Dazu Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF Deutschland:

 

"Die Europäische Konservative Volkspartei (EVP), vertreten durch Herranz García, verspielt die Zukunft von Europas Landwirten. 70 Prozent der heute fast 45 Milliarden Euro Subventionen, die als Direktzahlungen an Landwirte fließen, bleiben weiter rein einkommensstützende Gelder. In Herranz Garcías Vorschlägen fehlen finanziellen Anreize für Landwirte, ihre eigenen Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Klima zu schützen. Die Abgeordneten des Europaparlaments dürfen diesen zahnlosen Tiger von EU-Kommission und Agrarberichterstatterin Herranz García nicht durchwinken. Sie müssen dafür sorgen, dass mindestens 50 Prozent der heutigen Direktzahlungen an Natur- und Umweltleistungen gebunden werden.

 

Mit ihrer Forderung, die Zivilgesellschaft aus der strategischen Planung für die Agrarpolitik auszuschließen, will Esther Herranz Garcia offensichtlich der EVP unliebsame Umweltverbände aus dem Spiel nehmen. Der WWF wird weiter für eine soziale, faire und ökologische EU-Agrarpolitik kämpfen. Wir lassen uns nicht schachmatt setzen und bleiben für die Bauernschaft und die Umwelt Europas auf dem Feld."

KONTAKT

Wiebke Elbe

Pressestelle WWF 

Tel: 030-311777-219

wiebke.elbe(at)wwf.de

twitter.com/ElbeWWF

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