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Einweg ist kein Weg

24. Oktober 2018

EU-Parlament einigt sich auf Regeln für Plastikmüll/WWF: Richtlinie hat Schwachstellen

Plastikmüll wird für viele Tiere im Meer zur Lebensgefahr © Troy Mayne/WWF
Plastikmüll wird für viele Tiere im Meer zur Lebensgefahr © Troy Mayne/WWF

Die EU-Parlamentarier haben sich am Mittwoch für eine Eindämmung von Plastikmüll ausgesprochen und sich damit auf eine Verhandlungsposition gegenüber dem EU-Ministerrat geeinigt. Im Mai hatte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine EU-Plastikstrategie unterbreitet, diesen hat das Parlament nun in einigen Punkten ausgeweitet. Heike Vesper, Leiterin Meeresschutz beim WWF Deutschland, kommentiert:

 

„Die Parlamentarier haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, um die Plastikflut zu stoppen. Produkte wie Plastikbesteck, Strohhalme, Rührstäbchen und Wattestäbchen sollen künftig nicht mehr zum Einsatz kommen. Und auch Fischernetze nehmen die Parlamentarier in den Blick, hier wollen sie die Sammlung und das Recycling deutlich verbessert sehen. Aber die Liste der problematischen Produkte ist längst nicht umfassend genug.

 

Eine Schwachstelle ist außerdem die Definition von Einweg. Produzenten können Wegwerfplastik schlicht in Mehrwegprodukte umdeklarieren, weil sie theoretisch mehrfach genutzt werden könnten. Diesem Missbrauch muss durch eine klare Definition ein Riegel vorgeschoben werden. Oberstes Ziel muss sein, Wegwerfprodukte aus dem Verkehr zu ziehen und stattdessen auf sinnvolles Mehrweg zu setzen. Wegwerfprodukte sind eine Ressourcenverschwendung, die wir uns nicht leisten können.

 

Jetzt kommt es darauf an, dass die Mitgliedsländer bei der Abstimmung im EU-Ministerrat den Vorschlag nicht verwässern. Gerade Deutschland hat sich bisher gegen konkrete Verbote einzelner Produkte wie Mikroplastik in Kosmetik gewehrt.“

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