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Bevölkerung überholt Bundesregierung

28. Mai 2019

WWF: Umweltbewusstseinsstudie offenbart große Unzufriedenheit über Klima- und Umweltpolitik

Das Bundesumweltministerium hat am Dienstag in Berlin die aktuelle „Umweltbewusstseinsstudie“ vorgelegt. Die Zahlen bestätigen nach Einschätzung der Naturschutzorganisation WWF eindrücklich, dass  in Sachen Klima- und Umweltschutz „eine bereite Unzufriedenheit über das Nicht-Handeln und Hinauszögern der Politik herrscht“. Schlechte Zeugnisse werden dabei  nicht nur Wirtschaft und Politik ausgestellt – es gibt auch Selbstkritik:  Mit dem Engagement der Industrie sind acht Prozent zufrieden, mit dem der Bundesregierung 14 Prozent. Nur 19 Prozent der Befragten finden, dass die Bürgerinnen und Bürger genug oder eher genug tun. Vor zwei Jahren waren es mit 34 Prozent deutlich mehr. Hierzu erklärt Christoph Heinrich, WWF-Vorstand Naturschutz:

 

„Es ist in Deutschland ganz offensichtlich – im positiven Sinne – etwas ins Rutschen geraten. Breite Teile der Bevölkerung können nicht mehr nachvollziehen, wenn die Regierenden in Klima- und Umweltfragen nicht entschlossen handeln sondern stattdessen nur zögerliche, kleine Stolper-Schritte wagen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Folgen der Klimakrise zunehmend spürbar werden, näher an uns heranrücken. Auch das größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier macht sich in zwischen sogar im Vorgarten bemerkbar, da es plötzlich an Bienen und Bestäubern fehlt. Es scheint, dass die Bürgerinnen und Bürger längst die Bundesregierung  mit ihrer zögerlichen und zaudernden Politik überholt haben.

 

Klimaschutz ist nicht alles. Aber ohne Klimaschutz ist alles nichts. Unter diesem Credo muss die Politik endlich dieser Mammutaufgabe gegenübertreten. Die Deutschen sind dabei durchaus selbstkritisch. Sie erkennen an, dass auch jeder Einzelne von uns mehr tun und sein Verhalten ändern muss. Dieses einmalige Momentum gilt es zu nutzen. Engagierte Natur- und Klimapolitik, die Industrie, Finanzmarkt und Landwirtschaft in die Pflicht nimmt und zugleich Chancen eröffnet, kann sich auf einen breiten Rückhalt in der Bevölkerung stützen. Noch ist das Zeitfenster zum Gegensteuern nicht geschlossen. Die Bundesrepublik als große Industrienation muss sich endlich wieder an die Spitze einer globalen Klima- und Umweltbewegung stellen. “

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de