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Zukunft zum Maßstab machen

27. April 2020

WWF: EU-Taxonomie für Konjunkturprogramme anwendungsfähig umsetzen

Klima-Konjunkturprogramm für Nachhaltigkeit © WWF
Klima-Konjunkturprogramm für Nachhaltigkeit © WWF

Die Forderungen am ersten Tag des Petersberger Klimadialogs sind deutlich: Die wirtschaftlichen Fördermaßnahmen zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie und der Klimakrise müssen eng verbunden werden. Der WWF Deutschland begrüßt die Appelle aus Wirtschaft und Finanzsektor, wie der UN Net Zero Asset Owner Alliance mit 22 internationalen Kapitalsammelstellen und der „Stiftung 2 Grad“ mit 68 deutschen Unternehmen, die mit einem Klima-Konjunkturprogramm die Wirtschaft krisenfester machen wollen. Der Neustart nach der Covid-19-Krise muss die Weichen auf die langfristige Transformation der Finanz- und Real-Wirtschaft stellen, um Arbeitsplätze, Wettbewerbsvorteile und unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Für den WWF Deutschland ist EU-Taxonomie gegenwärtig der Standard, der am weitesten entwickelt und akzeptiert ist, um die Vergabe von Wirtschaftshilfen transparent und zukunftsgerecht zu lenken, – sofern das Klassifizierungsinstrument der EU konsequent mit dem Transformationsgedanken weiterentwickelt wird.

 

Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland, kommentiert: „Nach den wichtigen Soforthilfen für Arbeitnehmer:innen und Unternehmen in der Covid-19-Krise muss jetzt der Schritt zu einem vereinheitlichtem Regelsystem in der EU für Konjunkturprogramme folgen. Die geplante EU-Taxonomie ist dafür das zentrale Instrument, es fußt auf zweijährigen intensiven Debatten zwischen Mitgliedstaaten, Parlament und Kommission. Sie bietet sich als Standard für die Verbindung staatlicher Hilfen mit der Erfüllung politscher Ziele an. Für die Unterlegung des Recovery-Plans der EU und der nationalen Konjunkturprogramme muss die EU-Taxonomie zeitnah aufgestellt werden.

 

Die Bundesregierung, auch als Gastgeber des Petersberger Klimadialogs, muss die Weiterentwicklung der Taxonomie mit dem zentralen Gedanken der wissenschaftsbasierten und erfolgreichen Transformation jetzt vorantreiben. Aktivitäten und Unternehmen, die nach aktuellen in der Taxonomie definierten Schwellenwerten noch nicht in die Kategorien ‚nachhaltig‘ oder ‚grün‘ fallen, aber ihr Geschäftsmodell an wissenschaftsbasierten Kriterien und Meilensteinen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen umstellen, müssen zentraler Bestandteil der Konjunkturprogramme werden. Die aktuellen Schwellenwerte für ‚grün‘ müssen ebenfalls kontinuierlich auf ihr Ambitionsniveau geprüft werden. Mit diesen zentralen Kriterien kann die Taxonomie zu einem Maßgeber für die Vergabe von Konjunkturhilfen für eine widerstandfähige Wirtschaft in der Breite werden. Zusammen mit einer einheitlichen Transparenzpflicht für Unternehmen führt der Transformationsgedanke in der Taxonomie zu langfristig klugen und nachhaltigen Investitionsentscheidungen.“

KONTAKT

Julian Philipp

Pressestelle WWF

Tel.: 030-311 777 467

julian.philipp@wwf.de