Content Section

Positives Schlaglicht auf trübe Klimapolitik

16. März 2020

CO2-Preis im EU-Emissionshandel reduziert Emissionen in Deutschland

(C) Global Warming Images
(C) Global Warming Images

Rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase wurden in Deutschland im Jahr 2019 in die Atmosphäre freigesetzt. Das sind 6,3 Prozent weniger als 2018, teilte Umweltministerin Svenja Schulze am Montag mit. Die Zahlen gehen auf vorläufige Schätzungen des Umweltbundesamtes (UBA) zurück. Weniger Strom aus Kohleverbrennung führte zu der Minderung in der Treibhausgas-Bilanz, während in den Sektoren Verkehr und Gebäude sogar die Emissionen angestiegen sind. Der WWF sieht keinen Grund für Berlin, sich mit fremden Federn zu schmücken. Viel mehr hat die Bundesregierung den Auftrag, jetzt die Weichen für den Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland zu stellen. 

 

Henrik Maatsch, Senior Advisor Klimapolitik und Energie beim WWF Deutschland, kommentiert:

 

„Der Emissionsrückgang ist erfreulich, aber kein alleiniger Verdienst der Bundesregierung. In Folge der Reform des EU-Emissionshandels beginnt ein erhöhter CO2-Preis endlich Wirkung zu zeigen. Deutlich weniger Kohle wurde für Strom verbrannt. Das darf allerdings nicht über die strukturelle Trägheit in der deutschen Klimapolitik hinwegtäuschen, denn im Verkehr- und Gebäudebereich sind die Emissionen nicht gesunken – sondern sogar noch gestiegen. Zum ursprünglichen Reduktionsziel bis 2020 verbleibt noch eine Lücke von 4,3 Prozent.

 

In Berlin sollte man sich nicht mit fremden Federn schmücken, sondern endlich die überfälligen Hausaufgaben im Klimaschutz erledigen. Die Vorschläge für ambitionierten Klimaschutz liegen alle auf dem Tisch. Umso ärgerlicher, dass sich die Bundesregierung in der vergangenen Woche wieder einmal bei der Weichenstellung zum Ausbau der Erneuerbaren verweigert hat. Weder die Hemmnisse für den Zubau der Windenergie wurden angegangen, noch wurde der Photovoltaik-Förderdeckel endlich aufgehoben. In Zeiten wie diesen zeigt sich eindringlicher denn je, dass globale Krisen wie die Erderhitzung ein entschiedenes und frühzeitiges Handeln erfordern.“

KONTAKT

Julian Philipp

Pressestelle WWF

Tel.: 030-311 777 467

julian.philipp@wwf.de