Update: Oktober 2020

Brandrodung im Amazonas © Marizilda Cruppe / WWF-UK
Brandrodung im Amazonas © Marizilda Cruppe / WWF-UK

Die größte Freihandelszone der Welt, die einfacheren Warenaustausch zwischen der EU und dem Südamerikanischen Staatenbund ermöglichen sollte, steht vorläufig vor dem Aus. Mit 345 zu 295 Stimmen entschieden sich die Abgeordneten im EU-Parlament gegen die aktuelle Fassung des Abkommens und für einen Änderungsantrag, der Klimaschutz und Menschenrechte stärken und Verstöße einklagbar und mit Sanktionen belegbar machen soll.


Ganz zu den Akten gelegt werden soll das Abkommen nicht, aber es soll neu verhandelt werden, um „verbindliche, umsetzbare, einklagbare Standards“ für den Umweltschutz und die Einhaltung der Menschenrechte zu erzielen, so Anna Cavazzini, EU-Abgeordnete der Grünen. Auch EU-Handelskommissar Vladis Dombrovskis hat klare Vorstellungen davon, dass ein Mersocur-Abkommen ohne verbindlichen Klimaschutz nicht geht: „Solange Brasilien keine Zusagen zum Schutz des tropischen Regenwaldes mache, wird die EU dem Mercosur-Abkommen nicht zustimmen!“

Das EU-Parlament geht hiermit erstmals in der EU mit einem konkreten Beschluss voran und bestärkt damit auch die unterschiedlichen Meinungsäußerungen und Positionen seitens der Bundesregierung sowie der Regierungen von Frankreich, Österreich und Irland.

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Unterstützen Sie den WWF im Kampf um den Amazonas

Der WWF unterstützt die lokale Bevölkerung im Amazonas-Gebiet seit 2007. Inzwischen umfassen die Vierzig Schutzgebiete eine Fläche so groß wie Bayern - ca. sieben Millionen Hektar. Dieser Schutzgebietsgürtel steht der größten Entwaldungsfront der Welt gegenüber und schützt auch die indigenen Territorien im Amazonas.

Es ist noch viel zu tun: Unterstützen Sie uns weiter bei der Arbeit vor Ort – und erhöhen wir den Druck auf die deutsche Wirtschaft, ihre Lieferketten entwaldungsfrei zu gestalten! Wir brauchen den Amazonas – für den Artenschutz, aber auch um unsere internationalen Klimaziele zu erreichen.

„Der Amazonas steuert auf eine existenzielle Katastrophe zu. 2019 hatten wir die höchste Zerstörung seit zehn Jahren und nun deutet alles darauf hin, dass 2020 ein noch schlimmeres Jahr für den Regenwald wird. Erreichen wir nicht bald eine Trendumkehr, könnte der Amazonas langfristig verloren gehen.“

Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland

So schützen wir den Amazonas langfristig:

  • Wir unterstützen die indigenen Gemeinschaften – besonders in der Corona-Krise – materiell und durch Ausbildung.
  • Wir üben Druck auf die Bundesregierung und die EU aus, um das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen der EU und Südamerika nachzuverhandeln.
  • Wir wollen keine Agrarprodukte aus illegal gefälltem Regenwald. Dafür müssen wir Druck auf deutsche Unternehmen ausüben. Sie müssen die Lieferketten überprüfen.
  • In Brasilien und den anderen Amazonas-Anrainerstaaten wie Bolivien und Kolumbien setzen wir uns dafür ein, dass Schutzgebiete und indigene Territorien weiterhin bestehen bleiben.
  • Wir fordern, dass keine umweltrelevanten Gesetze abgeschwächt werden.
Feuer in Bolivien © Suri Rolando Cabrera Barea / WWF Brasilien
Feuer in Bolivien © Suri Rolando Cabrera Barea / WWF Brasilien

Auch in Bolivien ist die Lage dramatisch. Im März und April 2020 wurden im waldreichen Departamentos Santa Cruz mehr als doppelt so viele Feuer gezählt wie 2019. Und internationale Satellitendaten zeigen, dass in ganz Bolivien während der Corona-Epidemie die vernichtenden Feuer weiter zunehmen. Auch in Bolivien hat die Waldvernichtung neben einer sich verstärkenden Trockenheit politische und ökonomische Gründe.

Dabei konnte in den letzten Monaten viel erreicht werden:

  • Parkranger in den Schutzgebieten wurden ausgerüstet.
  • Indigene Gemeinschaften wurden gegen Feuer ausgerüstet und geschult.
  • Über 2.000 indigene Familien wurden mit über 5 Tonnen Nahrung, Wasser und Medizin versorgt.
  • Wasserpumpen wurden repariert und Tanks angeschafft.
  • Ein Zentrum für die Rettung und Versorgung von Tieren erhielt Nahrung, Medikamente und Saatgut.

Doch die Wälder, Menschen und Tiere in Bolivien benötigen weiter unsere Hilfe. Der WWF möchte ein Netzwerk unter Beteiligung aller vor Ort lebenden und arbeitenden Menschen aufbauen, um die Gebiete besser vor Feuer zu schützen. Das Tierrettungszentrum und die indigenen Gemeinschaften müssen weiterhin mit Nahrung und Medikamenten unterstützt werden.

Verbrannter Kaiman © Edmar Pereira Melo / WWF Brasilien
Verbrannter Kaiman © Edmar Pereira Melo / WWF Brasilien

Im kolumbianischen Amazonasgebiet wächst die Entwaldung rasant. Allein von Januar bis Juni 2020 gingen 762 Quadratkilometer Wald verloren, fast so viel wie im ganzen Jahr 2019. Die „Entwaldungsmafia“ nutzt die starke Dürre aus, um Wälder in Brand zu setzen und den Weg für Vieh, Straßen und Koka frei zu machen. Auch der Lockdown während der Corona-Krise brachte keine Verbesserung – im Gegenteil. Besonders tragisch: Auch aus den Schutzgebieten, wie Chiribiquete, dem größten tropischen Nationalpark der Welt, und der Heimat von zum Teil isoliert lebenden Indigenen wird eine Vernichtung von Wäldern gemeldet.

Der WWF hat in Kolumbien bewiesen, dass durch eine Doppelstrategie die Entwaldung effektiv verringert werden kann: Durch die Einrichtung von Schutzgebieten und die Ausrüstung und Ausbildung von Forest Guardians, zum Teil bestehend aus ehemaligen Holzfällern, ging die Entwaldung um 50 Prozent zurück! Wir müssen diese Arbeit fortsetzen. Helfen Sie uns, den Wald zu schützen.

Retten Sie den Amazonas

Der Amazonas-Regenwald beschützt zahlreiche Arten und auch unser Leben. Schützen wir ihn!

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