Update: Mai 2021

Brandrodung im Amazonas © Marizilda Cruppe / WWF-UK
Brandrodung © Marizilda Cruppe / WWF-UK

Die Lage im Amazonas ist dramatisch: Jahr für Jahr werden Millionen Hektar Regenwald abgeholzt. Das meiste davon illegal. Zwischen 2000 und 2021 verstießen ganze 94 Prozent der Abholzungen im Amazonas und Teilen des Cerrado gegen brasilianisches Recht. Insgesamt geht es um 18 Millionen Hektar illegal zerstörte Wälder, was mehr als der Hälfte der Fläche Deutschlands entspricht.

Zu diesem drastischen Ergebnis kam eine aktuelle Studie von den Nichtregierungsorganisationen ICV und IMAFLORA sowie der Universität Minas Gerais mit Unterstützung des WWF Brasilien. Dafür wurden offizielle Satellitendaten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) mit den Datenbanken der brasilianischen Bundesstaaten verglichen. Nur Waldflächen, die in diesen offiziellen Datenbanken enthalten sind, dürfen nach brasilianischem Recht abgeholzt werden.

Die Studie „Illegal Deforestation and Conversion in the Amazon and MATOPIBA: lack of transparency and access to information“ zeigt die dramatische Wahrheit: „Die illegale Waldzerstörung in Brasilien schreitet seit geraumer Zeit massiv voran, häufig mit Billigung der Behörden. Nun sehen wir, dass fast die gesamte Entwaldung in der Region gegen brasilianisches Recht verstößt“, sagt Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland.

Der WWF fordert, dass sich aus diesen Erkenntnissen Auswirkungen für die internationalen Handelsbeziehungen und die Handelspolitik ergeben müssen. „Die in Europa und den USA diskutierten Reformen für entwaldungsfreie Lieferketten müssen jede Form von Entwaldung und Umwandlung ausschließen, denn die Handelspartner Brasiliens haben keine Chance, legale von illegalen Produkten zu unterscheiden“, so Roberto Maldonado.

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Helfen Sie dem WWF jetzt, den Regenwald im Amazonas zu schützen:

Unterstützen Sie den WWF im Kampf um den Amazonas

Der WWF unterstützt die lokale Bevölkerung im Amazonas-Gebiet seit 2007. Inzwischen umfassen die Vierzig Schutzgebiete eine Fläche so groß wie Bayern - ca. sieben Millionen Hektar. Dieser Schutzgebietsgürtel steht der größten Entwaldungsfront der Welt gegenüber und schützt auch die indigenen Territorien im Amazonas.

Es ist noch viel zu tun: Unterstützen Sie uns weiter bei der Arbeit vor Ort – und erhöhen wir den Druck auf die deutsche Wirtschaft, ihre Lieferketten entwaldungsfrei zu gestalten! Wir brauchen den Amazonas – für den Artenschutz, aber auch um unsere internationalen Klimaziele zu erreichen.

„Der Amazonas steuert auf eine existenzielle Katastrophe zu. 2019 hatten wir die höchste Zerstörung seit zehn Jahren und nun deutet alles darauf hin, dass 2020 ein noch schlimmeres Jahr für den Regenwald wird. Erreichen wir nicht bald eine Trendumkehr, könnte der Amazonas langfristig verloren gehen.“

Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland

So schützen wir den Amazonas langfristig:

  • Wir unterstützen die indigenen Gemeinschaften – besonders in der Corona-Krise – materiell und durch Ausbildung.
  • Wir üben Druck auf die Bundesregierung und die EU aus, um das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen der EU und Südamerika nachzuverhandeln.
  • Wir wollen keine Agrarprodukte aus illegal gefälltem Regenwald. Dafür müssen wir Druck auf deutsche Unternehmen ausüben. Sie müssen die Lieferketten überprüfen.
  • In Brasilien und den anderen Amazonas-Anrainerstaaten wie Bolivien und Kolumbien setzen wir uns dafür ein, dass Schutzgebiete und indigene Territorien weiterhin bestehen bleiben.
  • Wir fordern, dass keine umweltrelevanten Gesetze abgeschwächt werden.
Feuer in Bolivien © Suri Rolando Cabrera Barea / WWF Brasilien
Feuer in Bolivien © Suri Rolando Cabrera Barea / WWF Brasilien

Auch in Bolivien ist die Lage dramatisch. Im März und April 2020 wurden im waldreichen Departamentos Santa Cruz mehr als doppelt so viele Feuer gezählt wie 2019. Und internationale Satellitendaten zeigen, dass in ganz Bolivien während der Corona-Epidemie die vernichtenden Feuer weiter zunehmen. Auch in Bolivien hat die Waldvernichtung neben einer sich verstärkenden Trockenheit politische und ökonomische Gründe.

Dabei konnte in den letzten Monaten viel erreicht werden:

  • Parkranger in den Schutzgebieten wurden ausgerüstet.
  • Indigene Gemeinschaften wurden gegen Feuer ausgerüstet und geschult.
  • Über 2.000 indigene Familien wurden mit über 5 Tonnen Nahrung, Wasser und Medizin versorgt.
  • Wasserpumpen wurden repariert und Tanks angeschafft.
  • Ein Zentrum für die Rettung und Versorgung von Tieren erhielt Nahrung, Medikamente und Saatgut.

Doch die Wälder, Menschen und Tiere in Bolivien benötigen weiter unsere Hilfe. Der WWF möchte ein Netzwerk unter Beteiligung aller vor Ort lebenden und arbeitenden Menschen aufbauen, um die Gebiete besser vor Feuer zu schützen. Das Tierrettungszentrum und die indigenen Gemeinschaften müssen weiterhin mit Nahrung und Medikamenten unterstützt werden.

Verbrannter Kaiman © Edmar Pereira Melo / WWF Brasilien
Verbrannter Kaiman © Edmar Pereira Melo / WWF Brasilien

Im kolumbianischen Amazonasgebiet wächst die Entwaldung rasant. Allein von Januar bis Juni 2020 gingen 762 Quadratkilometer Wald verloren, fast so viel wie im ganzen Jahr 2019. Die „Entwaldungsmafia“ nutzt die starke Dürre aus, um Wälder in Brand zu setzen und den Weg für Vieh, Straßen und Koka frei zu machen. Auch der Lockdown während der Corona-Krise brachte keine Verbesserung – im Gegenteil. Besonders tragisch: Auch aus den Schutzgebieten, wie Chiribiquete, dem größten tropischen Nationalpark der Welt, und der Heimat von zum Teil isoliert lebenden Indigenen wird eine Vernichtung von Wäldern gemeldet.

Der WWF hat in Kolumbien bewiesen, dass durch eine Doppelstrategie die Entwaldung effektiv verringert werden kann: Durch die Einrichtung von Schutzgebieten und die Ausrüstung und Ausbildung von Forest Guardians, zum Teil bestehend aus ehemaligen Holzfällern, ging die Entwaldung um 50 Prozent zurück! Wir müssen diese Arbeit fortsetzen. Helfen Sie uns, den Wald zu schützen.

Retten Sie den Amazonas

Der Amazonas-Regenwald beschützt zahlreiche Arten und auch unser Leben. Schützen wir ihn!

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