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Ohne Wasser ist alles nichts

Wasser hält uns Menschen und unsere Umwelt am Leben. Trotzdem haben mehr als 780 Millionen Menschen kein Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl dies seit 2010 weltweit Menschenrecht ist. Zugleich wird mit Süßwasser umgegangen als wäre es eine unversiegbare Quelle. Doch dem ist nicht so. Sauberes Wasser ist lokal gesehen endlich. Und ohne Wasser ist alles nichts. 

Wasser ist ein Thema von globaler Bedeutung. Während wir hierzulande in sauberen Seen schwimmen und sauberes Wasser direkt aus der Leitung trinken können, sieht es in vielen Regionen der Welt anders aus. So z.B. bei der Landwirtschaft in Spanien, beim Bergbau in Brasilien oder der Textilindustrie in China, um nur einige zu nennen. Dort verschmutzen in Plantagen eingesetzte Pestizide oder beim Abbau von Erzen eingebrachte Giftstoffe das Wasser.

Die Probleme sind vielfältig – und auch wir in Deutschland tragen mit unserem Konsumverhalten dazu bei.

Denn jedes Produkt, das wir hierzulande kaufen, ob Schnittblume, T-Shirt oder Banane, enthält Wasser. So genanntes „virtuelles Wasser“. Das ist Wasser, welches direkt oder indirekt bei der Herstellung von Waren und Dienstleistungen verbraucht wird, u.a. durch künstliche Bewässerung oder in der industriellen Produktion. Mit dem Kauf eines jeden Produktes hinterlassen wir einen Wasserfußabdruck in dem Land, aus dem das Produkt kommt. 

Wir brauchen Wasser für die Nahrungsherstellung, unsere tägliche Hygiene, zur Energiegewinnung, zur Herstellung von Kleidung – die Liste ist lang. Wasser hat für jeden von uns eine andere Bedeutung. Aber eines ist klar: Wasser ist Leben. Und ohne Wasser ist alles nichts. 

Fakten zum Wasser

  • Weniger als ein Prozent des weltweiten Süßwassers ist für den Menschen zugänglich.
  • Die Landwirtschaft ist mit 70 Prozent der größte globale Wassernutzer.
  • Prognosen deuten darauf hin, dass sich der globale Bedarf nach Wasser bis 2050 um weitere 55 Prozent steigen wird.
  • Im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel werden pro Euro Umsatz 47 Liter Wasser verbraucht.
  • Wasserfußabdruck in Deutschland: ca. 120 Liter verbrauchen wir im Durchschnitt pro Tag direkt im Haushalt für Trinken, Kochen, Duschen, Waschen etc. und ca. 5.000 Liter täglich indirekt über Konsumgüter, vor allem für Lebensmittel.

Das tut der WWF zum Schutz des Wassers

Wir setzen uns dafür ein, den Schutz der Süßwasserökosysteme als Grundlage des Lebens und der biologischen Vielfalt und das Thema Wasser in unserer Gesellschaft zu verankern. Wir möchten ein Bewusstsein und Unterstützung für eine nachhaltige Landwirtschaft schaffen, die sparsam mit der Ressource Wasser umgeht. Weiterhin tritt der WWF Deutschland in den Dialog mit Unternehmen. 

Ziel ist es, sie zu befähigen ihre Wasserrisiken zu kennen, d.h. die negativen Auswirkungen ihres Wasserverbrauchs in Produktion und Lieferketten systematisch zu reduzieren und gemeinsam mit anderen Wassernutzern vor Ort wirksame Lösungen umzusetzen.

Der WWF fordert Regierungen, internationale Entwicklungshilfeorganisationen, Kreditgeber wie die Weltbank und Unternehmen auf:

Politik

Sauberes Trinkwasser © Green Renaissance / WWF US
  • Die Staatengemeinschaft muss ihre Klimabeiträge deutlich erhöhen und die Ziele des Pariser Abkommens mit wirkungsvollen Maßnahmen unterlegen, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
  • Süßwasserschutz muss als zusätzlicher Schwerpunkt für die Anpassung an die Erderhitzung verstanden werden.
  • Die europäische Wasserrahmen- richtlinie muss besser und ambitionierter umgesetzt werden.
  • Verbindliche soziale, menschenrechtliche und ökologische Standards müssen in EU-Handels-, Investitions- und Wirtschaftsabkommen eingebunden und umgesetzt werden.  

Unternehmen

Trinkwasser in Nepal © Karine Aigner / WWF US
  • Unternehmen sind aufgefordert, eine vollständige Transparenz über ihre Lieferketten zu gewährleisten, Wasserrisiken durch systematische Analysen zu identifizieren und gemeinsam mit relevanten Akteuren durch effektive Maßnahmen vor Ort darauf zu reagieren.
  • Unternehmen sollten von Zertifizierungssystemen (wie dem EU-Bio-Standard) die Abbildung kontextbasierter Wasserkriterien fordern.

Finanzwirtschaft

Trinkwasser abfüllen © James Suter / Black Bean Productions / WWF US
  • Die Analyse von Wasserrisiken muss bei relevanten Entscheidungsprozessen integriert werden. 
  • Der Süßwasserschutz muss bei der Festlegung von Rahmenbedingungen für nachhaltige Finanzierung priorisiert werden.
  • Investitionen in Wind- und Solarenergie, effizientere Energienutzung, Überwachungs- und Prognosesysteme sowie naturbasierte Lösungen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Flüssen und Seen müssen verstärkt gefördert werden.

Das können Sie tun

Wir alle können etwas dafür tun, unseren Wasserfußabdruck zu minimieren. Das beginnt in den eigenen vier Wänden und setzt sich beim Einkauf fort. In unseren Tipps für den Alltag haben wir Ideen zusammengetragen, mit denen Sie Ihren individuellen Wasserfußabdruck minimieren und den WWF bei seiner Arbeit zum Schutze der weltweiten Wasserressourcen unterstützen können.