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Stimmen zur Klimakrise

Die Klimakrise bringt unseren Planeten ans Limit. Sie verdorrt die Erde, versauert die Meere, bringt die Gletscher zum Schmelzen und drängt zahlreiche Tier- und Pflanzenarten an den Rand des Aussterbens. Darunter leiden auch wir Menschen, die wir die Erderhitzung verursachen. Doch trotz dieser verheerenden Folgen und eindeutiger Faktenlage scheint der Handlungsdruck noch nicht groß genug, damit wir die selbst herbeigeführte Gefahr mit all unseren Kräften einzudämmen versuchen.

Deshalb gehen wir einen neuen Weg mit der Serie „Stimmen zur Klimakrise“ in der ZEIT und drucken von Juni bis Dezember 2018 neue Perspektiven zur Klimakrise darin ab. Dadurch bieten wir renommierten Künstlerinnen und Künstlern Raum für ihren besonderen Blick auf das Geschehen. In der Hoffnung, dass dadurch ein neuer Diskussionsraum entsteht und die Bereitschaft zu handeln wächst.

Revolverheld © WWF
Revolverheld © WWF

Revolverheld

Revolverheld sind eine der bekanntesten Bands Deutschland, mit ihren Liedern berühren sie Millionen. Dabei verlieren sie nie den Blick für das Wesentliche: den Schutz der Natur und damit unser aller Lebensgrundlagen.  Das spiegelt sich auch in ihrem aktuellen Album „Zimmer mit Blick“ wider. www.revolverheld.de

Interview mit Revolverheld (Jakob)

 

Ein besonders schönes Naturerlebnis, an das du immer wieder denkst?

Wir sind bei uns in der Band alle Kinder des Nordens. Deswegen fühlen wir uns am Meer sehr heimisch. Ich persönlich bin aber auch immer wieder von den Bergen fasziniert. Die Ruhe, die davon ausgeht, ist immer wieder extrem erholsam.

 

Umweltzerstörung, die dich besonders aufregt?

Uns regt jede Art der Umweltzerstörung auf. Als besonders schlimm empfinden wir, dass es in den meisten Fällen trotz besseren Wissens und Alternativen geschieht. Und das oftmals nur aus Bequemlichkeit oder um den eigenen Profit zu steigern. Die Rücksichtslosigkeit, mit der dabei gegen die Umwelt vorgegangen wird, ist wirklich unglaublich und sehr besorgniserregend. Dieses Phänomen erleben wir ja momentan überall auf der Welt und ganz aktuell bei uns in Deutschland in der Diskussion um den Hambacher Wald bzw. dem Diskurs um den Kohleausstieg. Deutschland könnte schnell und ohne Probleme einen großen Batzen der CO2-Emissionen einsparen, aber stattdessen laufen die Kohlekraftwerke weiter und die Konzerne verkaufen den Strom zum Teil ins Ausland.
Ganz ähnlich verhält es sich beim Thema Plastikmüll: Es gibt so viele Möglichkeiten, weniger Plastikmüll zu verursachen, aber auch da sind viele einfach zu bequem, um sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich Gedanken um Alternativen zu machen. Dabei ist es oft ganz einfach.


Deine persönliche Motivation bei dieser Aktion mitzumachen?

Wir haben durch unseren Beruf die Möglichkeit, auf bestimmte Missstände hinzuweisen. Das ist ein großes Privileg und für unser Empfinden auch eine Verpflichtung, der wir nachkommen möchten, damit sich noch mehr Menschen beispielsweise für den Umwelt- und Naturschutz engagieren.


Was geht dir bei der Klimakrise als erstes durch den Kopf?

Das sind in erster Linie die Extreme, die durch den Klimawandel verursacht werden. Die Klimakrise ist ja überall auf der Welt bereits spürbar, aber es ist davon auszugehen, dass sich einige, die sich jetzt noch sicher fühlen, irgendwann nach Wasser sehnen werden, während anderen das Wasser bis zum Hals stehen wird.
Dass wissenschaftliche Fakten von einigen der einflussreichsten Menschen der Welt einfach ignoriert und als Fake-News abgetan werden, ist natürlich auch ein riesiger Teil des Problems.

Was gibt dir Hoffnung?

Letztlich ist der Kampf gegen den Klimawandel auch eine ökonomische Rechnung. Und die hat ein eindeutiges Ergebnis: Den Klimawandel nicht aufzuhalten, wird sehr, sehr teuer. Wenn andere Argumente nicht helfen – beim Geld spüren es am Ende alle.
Außerdem haben wir das Gefühl, dass aktuell wieder mehr Menschen bereit sind, für den Umweltschutz auf die Straße zu gehen. Die 50.000 Menschen auf der Großdemo am Hambacher Wald, bei der wir auch dabei waren, sind ein gutes Beispiel dafür. Die Macht, die jeder Einzelne in unserer demokratischen Gesellschaft hat, ist nicht zu unterschätzen und wir haben die große Hoffnung, dass in der Zukunft noch sehr viel mehr Menschen davon Gebrauch machen werden, um sich für unseren Planeten einzusetzen.