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Stand: 12.04.2019

Unser Planet:Walrösser in Not

Eine schockierende Szene in der aktuellen Naturdokumentation „Our Planet” des Streamingdienstes Netflix sorgt für heftige Diskussionen. In dem Film wird gezeigt, wie ein Walross von einer Klippe 80 Meter in den Tod stürzt. Leider sind solche dramatischen Ereignisse kein Einzelfall. Denn neben Eisbären gehören Walrosse zu den ersten Opfern des Klimawandels. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt so genannte „Haulouts”, also riesige Ansammlungen Tausenden Exemplaren am Strand, beobachtet. Weil das Packeis fehlt, kommen die Tiere an die Küste und sammeln sich dort in großen Gruppen. Normalerweise

verbringen Walrosse den größten Teil ihres Lebens auf dem Meereis. Von hier starten sie ihre Tauchgänge um sich satt zu fressen, und hier bringen sie ihren Nachwuchs zur Welt. Fehlt das Packeis weichen sie an Land aus, um sich von ihren Tauchgängen auszuruhen. In Alaska wurden Ansammlungen von bis zu 35.000 Tieren gesichtet. An den Stränden sind die Walrosse viel öfter Störungen ausgesetzt, sei es durch andere Tiere, Flugverkehr oder andere menschliche Aktivitäten. In den riesigen Gruppen kommt es immer wieder zu Massenpanik, bei denen sich die tonnenschweren Tiere oftmals gegenseitig tödlich verletzen.


Der Klimawandel hat für Walrosse dramatische Folgen. In ihrer Heimat, der Arktis steigen die Temperaturen doppelt so schnell wie anderswo. Wissenschaftler befürchten dass die Arktis bis zum Ende des Jahrhunderts bis 11 Monate im Jahr eisfrei sein könnte.

Für Walrosse hätte das tödliche Konsequenzen. Der Weg zu ihren Nahrungsgebieten wäre deutlich weiter, und ohne Packeis fehlen Rastplätze. Die Tiere müssen viel weitere Wege zurücklegen. Insbesondere Jungtiere schaffen das oft nicht.

Erleben Sie die Netflix-Serie "Unser Planet"