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Hilfe für die Elefanten in Myanmar

Weniger als 2000 wilde Elefanten leben noch in Myanmar. Und die sind akut bedroht. In den letzten Jahren hat die Wilderei in dem Land stark zugenommen. Doch es geht nicht mehr nur um Elfenbein, sondern um die Haut der Elefanten. Die Wilderer töten die Tiere mit Giftpfeilen. Dann ziehen sie ihnen die Haut ab und verkaufen sie auf dem Schwarzmarkt. In Myanmar und im angrenzenden China steigt die Nachfrage nach Cremes aus Elefantenhaut. Viele glauben, die Produkte würden gegen Hautkrankheiten helfen. Das Fatale: Nicht nur die Bullen werden getötet, die normalerweise wegen ihrer Stoßzähne gejagt werden. Auch Elefantenkühe und Kälber fallen der Wilderei zum Opfer. Das gefährdet den Bestand besonders stark. „Wenn die Entwicklung anhält, könnten die Elefanten in Myanmar in ein bis zwei Jahren aussterben“, befürchtet Christy Williams, Leiter des WWF Myanmar.

Ein erster Schritt: GPS-Sender als Hilfsmittel

Deshalb hat der WWF Myanmar ein neues Projekt gestartet: Elefanten werden mit robusten Halsbändern mit GPS-Trackern ausgestattet. So können die Naturschützer besser verfolgen, wo sich die Tiere aufhalten, und in diesen Regionen gezielt patrouillieren. Rund 15 Elefanten tragen bislang die GPS-Halsbänder. Um sie den Tieren anzulegen, müssen die Elefanten kurzzeitig betäubt werden. Für Christy Williams ist diese Maßnahme ein notwendiges Übel und die einzige Chance, die Situation kurzfristig zu verbessern. „Nur wenn wir wissen, wo die Elefanten sind, können wir sie auch schützen“, sagt er. Denn Asiatische Elefanten leben meist in dichten Wäldern. Ohne die Sender ist es extrem schwierig, die Tiere aufzuspüren.

Fotostrecke: Wie besendert man einen Elefanten?

Eine Elefantenbesenderung ist gar nicht so leicht. Vom Aufspüren bis zum Aufwachen des Elefanten ist genaueste Arbeit gefordert. Dafür braucht es ein perfekt eingespieltes Team aus Naturschützern, Rangern und Tierärzten. Wir haben WWF-Experte Dr. Christy Williams bei einer Besenderung begleitet. 

Besserer Schutz durch mehr Ranger

Um das Problem mittelfristig in den Griff zu bekommen, braucht es aber vor allem mehr und effektivere Patrouillen in den betroffenen Regionen. Bislang wurden, auch mit Unterstützung von WWF-Spenden aus Deutschland, acht Ranger-Einheiten in Myanmar geschult und ausgestattet. Doch das reicht längst nicht aus. Die Wälder, in denen sich die Elefanten besonders häufig aufhalten, müssen intensiver geschützt werden. Und auch bei der lokalen Bevölkerung muss ein stärkeres Bewusstsein für den Schutz der Elefanten entstehen. „Wir brauchen mehr Leute, die in die Dörfer gehen und dort mit den Menschen über den Schutz von Elefanten sprechen“, meint Christy Williams. „Das Thema muss Teil ihres täglichen Lebens werden.“

Langfristige Strategie: Illegalen Handel stoppen

Auf lange Sicht will der WWF die Ursachen des Problems bekämpfen. Noch vor 50 Jahren gab es rund 160.000 Asiatische Elefanten in freier Wildbahn. Heute sind es nur noch rund 30.000. Dass Asiatische Elefanten nun auch wegen ihrer Haut getötet werden, ist ein zusätzliches Problem für die ohnehin schon als „stark gefährdet“ eingestufte Art. Und die Wilderei auf Elefantenhaut könnte sich schnell von Myanmar auf andere Länder ausbreiten. Die Nachfrage nach Wilderei-Produkten – sei es Elefantenhaut oder Elfenbein – muss daher dringend gesenkt und der illegale Handel stärker verfolgt werden. Nur so haben die Asiatischen Elefanten noch eine Chance, auf Dauer zu überleben.

   
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