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Stand: 15.03.2018

Elefanten-Patrouille

In Myanmar leben noch etwa 1500 bis 2000 wilde Elefanten. Jede Woche wird im Schnitt ein Elefant von Wilderern getötet. Um die Wilderei zu stoppen, unterstützt der WWF Myanmar ein Ranger-Programm. Seit Juli 2017 wurden rund 50 Ranger ausgebildet und patrouillieren in den Wäldern in Bago Yoma und Ayeyarwady im Süden des Landes. Das Besondere: Die Ranger arbeiten mit Elefanten zusammen. 

Der Elefant als Nutztier

Domestizierte Elefanten haben eine lange Tradition in Myanmar. Für Europäer mag sich das erst einmal komisch anhören, doch was hierzulande Pferde sind, sind in Asien vielerorts Elefanten. Seit Jahrhunderten werden Elefanten in Myanmar als Nutztiere gehalten. Vor allem wurden sie in der Forstwirtschaft eingesetzt. Legendär ist ihre enge Bindung an ihren Mahut, dem Elefantenführer. Seit 2016 gilt jedoch ein Abholzungsverbot in Myanmar – eine gute Sache für die Wälder, doch den ungefähr 5000 domestizierte Elefanten und ihren Mahuts brach damit ihre Existenzgrundlage weg.

Eine neue, sinnvolle Aufgabe

Einige dieser Mensch-Elefanten-Teams werden vom WWF Myanmar und Partnerorganisationen nun als Wildhüter ausgebildet. „Viele dieser Elefanten wurden bereits als Konfliktlöser zwischen Menschen und wilden Elefanten eingesetzt“ sagt Christy Williams, der Leiter des WWF  Myanmar. „Jetzt haben wir die Mahuts und ihre Elefanten für den aktiven Schutz ihrer wilden Verwandten ausgebildet“.

Unverzichtbare Helfer für den Elefantenschutz

Um Mensch-Elefanten-Konflikte zu lösen, helfen oft nur Elefanten. Denn wenn ein Elefantenbulle wieder einmal im Zuckerrohrfeld steht, kann man ihn am besten durch andere Elefanten vertreiben. Für Menschen ist es zu gefährlich, sich einem wilden Elefanten zu Fuß zu nähern. So helfen die domestizierten Elefanten dabei, Frieden zwischen ihren wilden Artgenossen und den Gemeinden zu schaffen. Für die Arbeit des WWF ist das extrem wichtig, denn die wilden Elefanten können nur geschützt werden, wenn die Menschen sie nicht mehr nur als lästige Störenfriede begreifen, die Felder zerstören und ganze Ernten auffressen.

Auch im Kampf gegen die Wilderei sind die domestizierten Elefanten wertvolle Unterstützer. Oftmals  ist der Dschungel so dicht, dass zu Fuß kaum ein Durchkommen ist. Die domestizierten Elefanten helfen, auch in dichtem Busch viel Strecke in kurzer Zeit zurückzulegen. So können die Ranger größere Gebiete überwachen und schützen.

Zurück in die Wildnis?

Auswildern kann man die domestizierten Elefanten nicht mehr. Sie haben sich ihr Leben lang daran gewöhnt, mit dem Menschen zu leben und von ihm gepflegt und gefüttert zu werden. Da sie ihre natürliche Scheu vor Menschen verloren haben, würden sie in der Wildnis schnell Wilderern zum Opfer fallen. Damit die Tiere dennoch ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können, schicken die Ranger ihre Elefanten nachts und an freien Tagen in die nahegelegenen Wälder, in denen sie nach Belieben grasen können.

Vorsicht: Kein Elefantentourismus!

Die Nutzung der domestizierten Elefanten für Anti-Wilderei-Patrouillen darf man jedoch nicht mit Elefantenritten für Touristen verwechseln. Zwar gibt es Beispiele für artgerechte Auffangstationen für pensionierte Arbeitselefanten, die mit Einnahmen aus dem Tourismus betrieben werden. Doch oftmals sind Touristenattraktionen mit Elefanten rein kommerzielle Geschäfte, die Zirkussen gleichen. Der WWF bittet Touristen, solche „Attraktionen“ zu meiden.

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