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Galapagos: Ein Superheld besiegt den Müll

Plastik im Darm von Leguanen und Meeresschildkröten, Mikroplastikreste an den Stränden. Längst ist die weltweite Plastikmüllflut auch am UNESCO-Weltkulturerbe Galapagos angekommen. Doch die entlegenen Vulkaninseln im östlichen Pazifischen Ozean haben zumindest ihr eigenes Abfallproblem nachhaltig gelöst. Und das, obwohl der Tourismus boomt und die Einwohnerzahl wächst.Zusammen mit dem WWF Ecuador hat die Hauptinsel Santa Cruz eine hochmoderne Abfall- und Recyclingwirtschaft etabliert.

Entscheidend für den Erfolg ist auch „Recycle-Man“. Die Superman nachempfundene Figur ist Kult bei den Kindern und sorgt dafür, dass Müllvermeidung, -trennung und Recycling von klein auf spielerisch erlernt und nachhaltig beibehalten werden.

Die Erfolgsgeschichte der Galapagos-Insel Santa Cruz macht Hoffnung. Sie könnte beispielhaft sein - auch für den Kampf gegen das massive Plastikmüllproblem in der Mekong-Region in Vietnam.

Ihre Spende, um auch für die Mekong-Region eine Erfolgsgeschichte zu schreiben

Ozeanretter werden © WWF
Müllbehälter für Gemeinde in Vietnam © GettyImages

Mit 50 € tragen Sie beispielsweise zur Bereitstellung von Müllbehältern für Schulen und Gemeinden bei, damit der Müll korrekt gesammelt werden kann.

Müllkarren für Gemeinde in Vietnam © GettyImages

Mit 80 € können Sie zum Beispiel die Anschaffung von Müllkarren für die Gemeinden unterstützen, damit der Müll eingesammelt und abtransportiert werden kann.

Aufklärungsarbeit Vietnam © Thomas Cristofoletti / WWF US

Mit 150 € leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung in Vietnam, um Druck auf die Regierungen und Unternehmen zu erzeugen.

Mülltrennung im Paradies: „Recycle-Man“ ist auf der Insel ein Star

„Lustige Tage mit Recycle-Man“ – so heißt das Umweltbildungsprogramm des WWF an den Schulen der bevölkerungsreichsten Galapagos-Insel Santa Cruz. Es könnte im wahrsten Sinn Schule machen, auch für andere WWF-Modellprojekte wie in der müllgeplagten Long-An-Provinz im Mekong-Delta in Vietnam. Denn: Kinder lassen sich überall auf der Welt für Umweltschutz begeistern. Allein von 2014 bis 2016 sind auf Santa Cruz mehr als 1.500 Kinder an allen Schulen der Insel spielerisch u.a. mit eigens dafür entwickelten,

leicht verständlichen Zeitschriften, Hörbüchern, pädagogischen Theateraufführungen, Exkursionen und Ferienworkshops zu kleinen Abfall-Experten ausgebildet worden. Müll vermeiden, reduzieren, wiederverwerten und recyceln: wie das geht, weiß heute auf Santa Cruz jedes Kind. Das ist entscheidend für die Nachhaltigkeit des WWF-Projekts dort. Denn auch modernste Müll-Verwertungs- und Entsorgungs-Anlagen erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn die Bevölkerung intensiv aufgeklärt und jeder zum Mitmachen motiviert wird.

Plastiktütenverbot: Von drei Millionen Tüten pro Jahr auf fast null

Heute stehen vor jedem Haus auf Santa Cruz Abfalltonnen in unterschiedlichen Farben: Schwarz für Restmüll, Blau für Recyclebares wie Papier, Glas, Kunststoffe, Tetrapak oder Dosen, Grün für Bioabfall. Mehr als 5.000 Tonnen Müll entstehen jährlich in Santa Cruz. Über die Hälfte wird jetzt recycelt oder kompostiert und wandert nicht mehr auf Deponien. Die öffentliche Müllabfuhr kommt in jedes noch so entlegene Dorf. Farben, Batterien und Elektroschrott werden getrennt gesammelt und behandelt. Wilde Müllkippen oder herumfliegende Abfälle gibt es nicht, weil die Straßenreinigung effizient arbeitet. Auch der Müll auf den Schiffen fliegt nicht mehr über Bord.

Und: Dank eines mit Hilfe des WWF 2014 eingeführten Verbots gibt es jetzt praktisch keine Plastiktüte mehr auf der Insel. Dass das weltberühmte Galapagos-Archipel sein Müllproblem erheblich eindämmen und seinen größten Schatz, das einzigartige, sensible Ökosystem mit seinen mehr als 4.500 verschiedenen Tierarten, auch in Zukunft bewahren kann, ist das Ergebnis eines umfassenden, jahrelangen Prozesses. Finanzielle und technische Hilfen und breit angelegte Bildungsoffensiven waren entscheidend. Der große Erfolg macht Hoffnung, dass ein solches Projekt, zumindest teilweise, auch auf andere Regionen übertragen werden kann.

Von Galapagos lernen – eine Chance für das Mekong-Delta in Vietnam

Ein ähnliches Müllentsorgungs-Programm wie auf Galapagos will der WWF auch im vietnamesischen Modellprojekt in der Provinz Long An aufbauen. Denn nur sorgfältige private Mülltrennung, fachgerechtes Entsorgen, Recycling und intensive Aufklärung der Bevölkerung können die dramatische Müllflut im Mekong-Delta bremsen und damit den weiteren Eintrag von Plastikmüll ins Meer deutlich verringern. Allerdings ist Vietnam nicht Galapagos. Müll-Volumen, Klima, Behördenstrukturen und kulturelle Gewohnheiten sind nicht vergleichbar. Und allein die Aufklärungsarbeit dürfte deutlich komplizierter werden:

Auf Galapagos leben nur knapp 27.000 Menschen. In der Provinz Long An sind es mehr als eine Million. Es braucht also einen langen Atem, es braucht ein durchdachtes, auf die speziellen Gegebenheiten der Region angepasstes Konzept. Und es braucht Menschen, die daran glauben und hart dafür arbeiten. All das ist auf der Galapagos-Insel Santa Cruz nach über zehn Jahren intensiver Arbeit mit Unterstützung des WWF gelungen.
Vielleicht schreiben wir im Jahr 2030 eine ähnliche Erfolgsgeschichte. Dann über die Provinz Long An im Mekong-Delta.

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