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Seekuh in Seenot – Phu Quoc und das Meer aus Plastik

Sie sehen aus wie aus der Zeit gefallen: Massige, unförmige, graue Riesen: Bedächtig durchstreifen die bis zu 1.000 Kilogramm schweren, scheuen Gabelschwanzseekühe das tropisch warme Wasser rund um die größte vietnamesische Insel Phu Quoc. Gabelschwanzseekühe – auch Dugongs genannt – können über drei Meter lang werden. Sie sind Vegetarier. Stundenlang grasen sie seelenruhig in den Seegrasfeldern auf dem Meeresgrund im flachen Wasser nahe der Küste.

Natürliche Feinde haben sie nicht. Außer den Menschen. Die gigantische Müllflut, die Millionen Touristen seit einigen Jahren auf der Insel hinterlassen, verdreckt das äußerst sensible, artenreiche Ökosystem im südchinesischen Meer.

Die ohnehin bedrohten Seekühe sind in Gefahr, ebenso Meeresschildkröten, Kraken, Seepferdchen und zahlreiche tropische Fischarten.

Ozeanretter werden © WWF
Stopp die Plastikflut - Riffreinigung © James Morgan / WWF

Mit 50 € können Sie beispielsweise dazu beitragen, dass ein Hektar Korallenriff in Vietnam gereinigt werden.

Aufklärungsarbeit Vietnam © Thomas Cristofoletti / WWF US

Mit 65 € können Sie zum Beispiel dazu beitragen, dass ein Lehrer im Bereich Müllvermeidung ausgebildet werden kann.

Stopp die Plastikflut - Strandsäuberung © GettyImages

Mit 80 € können Sie beispielsweise ein vierköpfiges Freiwilligen-Team mit Schutzkleidung für Strandsäuberungen ausstatten.

Ohne Seekühe gerät das sensible Ökosystem aus den Fugen

Vor Phu Quoc schwimmt der Plastikmüll sichtbar auf den Wellen. „Fischer und Touristenboote schmeißen ihre Abfälle über Bord“, sagt Stefan Ziegler vom WWF Deutschland. Über Flüsse gelangt täglich tonnenweise Müll ins Meer, weil es keine funktionierende Abfallentsorgung auf der von Touristen überrannten Insel gibt.
Die Schutzgebiete an den Korallenriffen und Seegraswiesen vor Phu Quoc sind dadurch massiv bedroht.

Meeresschildkröten verwechseln im Wasser treibende Plastiktüten mit Quallen und verenden qualvoll. „Seekühe verheddern sich in Geisternetzen und ertrinken“, so Stefan Ziegler. Und sie verlieren durch die zunehmende Meeresverschmutzung ihre wichtigste Nahrungsquelle – die ohnehin weltweit schrumpfenden Seegraswiesen. Zugemüllt mit Plastik gehen sie nicht nur als Weidegrund für Seekühe und Kinderstube für zahlreiche Fischarten verloren, sondern auch als bedeutender Sauerstofflieferant im Meer.

Dugong Seekuh © Jürgen Freund / WWF
Dugong Seekuh © Jürgen Freund / WWF

Eine Lösung muss her – schnell!

Das sensible Meeres-Ökosystem vor Phu Quoc muss schnell und vor allem nachhaltig vom Plastikmüll befreit werden. Der WWF arbeitet mit örtlichen Behörden und Umweltschützern mit Hochdruck daran. Bei regelmäßigen Clean-Ups, also großangelegten Säuberungsaktionen, wird der inzwischen überall herumschwimmende Müll geborgen. „Und“, sagt Stefan Ziegler, „es ist ganz viel Aufklärung nötig, damit kein weiterer Müll vom Land dazu kommt.“ Lehrer müssen ausgebildet, Schulkinder in Abfallvermeidung unterrichtet werden. Das Problembewusstsein auf Phu Quoc ist gering.

Einwegplastik ist allgegenwärtig, überall liegt Müll herum. Viele Inselbewohner stören zwar Gestank und Fliegen, sie machen sich aber keine Gedanken um intakte Korallenriffe oder Meerestiere. Behörden und Hotelbetreiber sind da schon weiter. Sie wollen das Plastikproblem gemeinsam mit dem WWF lösen, denn sie wissen: Zugemüllte Strände und stinkender Abfall im Meer vertreibt die Touristen, die ihnen den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung bringen. „Sie sitzen schon auf dem Ast und wissen, dass sie ihn nicht absägen dürfen“, sagt Stefan Ziegler. Die Seekühe im Meer vor Phu Quoc würde es retten.

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