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Phu Quoc – Ein Paradies versinkt im Müll

Die tropische Insel Phu Quoc war einmal ein Geheimtipp. Einsame, schmale Sandstrände, Palmen und dichter Dschungel. Reisbauern auf rostigen Fahrrädern, Fischer auf ihren Sampans, den kleinen flachen Booten. Für die ersten Rucksackreisenden Mitte der 2000er Jahre ein verschlafenes, nahezu unberührtes Paradies mit großer Artenvielfalt. Doch heute kommen die Touristen massenhaft.

Und mit ihnen eine schier unvorstellbare Plastikflut. Tüten, Becher, Kanister, Strohhalme, Essensboxen. Fast alles ist hier aus Plastik. Circa 160 Tonnen Abfall fallen inzwischen täglich an. Und es gibt keine auch nur annähernd funktionierende Müllentsorgung.
In Flüssen, Kanälen und im Meer schwimmt - vor allem Plastikmüll.

Ozeanretter werden © WWF
Stopp die Plastikflut - Riffreinigung © James Morgan / WWF

Mit 50 € können Sie beispielsweise dazu beitragen, dass ein Hektar Korallenriff in Vietnam gereinigt werden.

Aufklärungsarbeit Vietnam © Thomas Cristofoletti / WWF US

Mit 65 € können Sie zum Beispiel dazu beitragen, dass ein Lehrer im Bereich Müllvermeidung ausgebildet werden kann.

Stopp die Plastikflut - Strandsäuberung © GettyImages

Mit 80 € können Sie beispielsweise ein vierköpfiges Freiwilligen-Team mit Schutzkleidung für Strandsäuberungen ausstatten.

Mit Fischernetzen gegen die Plastikflut im Meer

Vietnams Regierung will aus Phu Quoc einen gigantischen Ferienpark machen. 2017 kamen zwei Millionen Touristen, 2020 sollen es fünf Millionen sein. Guesthouses und riesige Hotels werden überall aus dem Boden gestampft. „Die zwei Mülldeponien hier sind hoffnungslos überfüllt“, sagt Nguyen Thi Dieu Thuy vom WWF Vietnam. Das Abfallmanagement der Insel kann mit dem Tourismusboom nicht annähernd Schritt halten. Eine öffentliche Müllabfuhr gibt es nur in größeren Orten. Wer seinen Müll nicht verbrennt oder vergräbt, schmeißt ihn einfach in den Fluss.

Und von da gelangt er ins Meer. Verzweifelt versuchen Hotel- und Restaurantbetreiber, das Postkartenidyll zu retten. Unaufhörlich wird neuer Müll angespült, täglich säubern Putztrupps Strände. „Die Besucher beschweren sich“, sagt einer der „Beach-Cleaner“ am beliebten Sao Beach. „Ich sehe in ihren Gesichtern, dass sie über den Müll nicht glücklich sind.“ Mehrere Hotelbesitzer am Long Beach nahe der Inselhauptstadt Duong Dong haben inzwischen riesige Netze im Meer aufspannen lassen, um das Plastik vor ihrer Bucht fernzuhalten.

Angeschwemmter Plastikmüll in Phu Quoc © Heide Kerber / ISOE
Angeschwemmter Plastikmüll in Phu Quoc © Heide Kerber / ISOE

Die Touristenmassen zerstören, was sie lieben

Die drastische Müllflut ist kaum noch zu beherrschen. „Wenn es so weiter geht, ist es in drei Jahren zu spät“, sagt Nguyen Thi Dieu Thuy vom WWF Vietnam. Der WWF arbeitet deshalb gemeinsam mit den örtlichen Behörden und Umweltschützern an einem integrierten Abfallmanagementsystem für Phu Quoc. Großangelegte Säuberungsaktionen sollen zunächst das sensible Ökosystem der Insel und Meerestiere und Korallenriffe im marinen Schutzgebiet vom bereits vorhandenen Plastikmüll befreien. Fischer und Touristen werden hier aktiv mit eingebunden. Strohhalme, Einweggeschirr und abgepackte Butter-Portionen in Hotels und Restaurants müssen dauerhaft verschwinden.

Mitarbeiter des WWF beraten Hoteliers dabei, wie sie nachhaltig Plastik vermeiden können. Zahnbürsten aus Bambus und Butter aus dem Butterfass sind da ein erster Schritt. Grundsätzlich müssen die anfallenden Müllmengen der Insel erfasst werden. Und es braucht funktionierende Entsorgungswege. Bis 2021 will der WWF zusammen mit lokalen Partnern neue Methoden für die Abfallverwertung entwickeln.

Entscheidend für den Erfolg ist aber, dass alle - Touristen und Einheimische – ihre Konsumgewohnheiten drastisch verändern und Einweg-Plastik rigoros vermeiden.

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