Salonga ist nicht das einzige Beispiel, wie in früheren Jahrzehnten Schutzgebiete auf Kosten der Menschen geschaffen wurden. Bewohnern ihre Lebensgrundlage zu entziehen oder sie gar umzusiedeln ist natürlich in höchstem Maße unmenschlich und ungerecht. Es ist auch unklug, denn es bringt die Menschen gegen jedes Naturschutzvorhaben auf.

Das kann nicht gut gehen. Moderner Naturschutz muss mit den Menschen gemacht werden. Entscheidungen müssen gemeinsam mit den betroffenen Menschen getroffen werden. Sie sollen mitentscheiden und gestalten, denn es geht um ihr Land und ihre Ressourcen.

Damit es diesen wirklich inklusiven Naturschutz geben kann, dafür gibt es ausgefeilte und aufwändige Prüfungen und Befragungen, neue Ansätze zu Mitbestimmung und Umsetzung von Maßnahmen.

Auch Salonga kann nur zusammen mit den Menschen geschützt werden. Deshalb unterstützt der WWF gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen Projekte, die auf den ersten Blick vielleicht gar nichts mit Bonobos oder den letzten Waldelefanten zu tun haben – die aber die Bevölkerung zum aktiven Partner im Naturschutz macht. Das können Gemüsegärten sein oder Fischteiche.

Um die Selbstverwaltung zu stärken, entscheiden lokale Entwicklungskomitees immer mit. Frauen, Kinder und Minderheiten sind in diesen Komitees vertreten.

Zukunft Landwirtschaft: Die Modellfarmen

Bisher kennen die Menschen in der Region um Salonga nur Wanderfeldbau: Jedes Jahr werden neue Flächen abgebrannt. Darauf wird eine Saison lang Feldfrüchte angebaut und nach zwei bis drei Jahren werden neue Felder gerodet, weil die Böden ausgelaugt sind. Viele Hektar wertvoller Wald gehen so verloren.

Nach drei Jahren Projektarbeit des WWF und seiner Partner gibt es inzwischen 180 Modelfarmen, die das anders machen. Dort lernen Bauern die Vorzüge sesshafter Landwirtschaft mit wechselnder Fruchtfolge. Betrieben werden sie von Bauern, die von den Gemeinden als Vorbilder bestimmt wurden und die ihr Wissen jetzt weitergeben. 150 Versuchsgärten gibt es inzwischen für den Gemüseanbau, fast zehntausend Geräte wie Macheten, Hacken und Äxte wurden bereitgestellt.

Stolze 6.295 Haushalte haben von den Maßnahmen profitiert. Wie zum Beispiel der von Steve Ibamba. Vom Ranger zum Bauern: Steve erzählt seine Geschichte – und warum er jetzt an eine Zukunft ohne Armut im Alter glaubt.

Zukunft Frauenförderung: Gemüse, Seife und Gerechtigkeit

Wer die Frauen erreicht, der erreicht mehr. Das gilt für viele Entwicklungs- und Umweltprojekte. Gerade auch in Salonga. Hier leben im Schnitt acht Menschen in einem Haushalt. Und die tragende Säule ist die Frau. Wer die Frauen überzeugt, der überzeugt viele.

„Frauen und Umwelt“ heißt daher auch eines der wichtigsten Elemente des WWF-Programms in Salonga. Hunderte Frauen lernen lesen, schreiben und erlernen den Gemüseanbau – um die Mangelernährung zu bekämpfen. Und eine ganz besondere Rolle spielt Seife.

Zukunft Aquakultur: Fischteiche statt Überfischung

Eines gibt es in Salonga reichlich: Wasser. Der Nationalpark ist von Flüssen begrenzt. Nur die Fische darin reichen nicht mehr für alle, seit immer mehr Menschen zum Lebensunterhalt fischen wollen – auch im Nationalpark. 260 Fischer wurden inzwischen in nachhaltiger Fischerei geschult, es wurden bessere Netze, Leinen und Angelhaken verteilt.

Das Modellprojekt CAFEC zeigt eine weitere Lösung auf: Fischteiche. Einen davon betreibt Benz Ekumba. Er hat vor allem einen Wunsch: Mehr Fischteiche für mehr Menschen.

Zukunft Infrastruktur: Arbeit für Perspektive

In Salonga fehlt es noch an allem: An Straßen, Schulen, Krankenhäusern, an Arbeit und Geld. Gezielte Infrastrukturmaßnahmen helfen jetzt beim Bau von zwei Gesundheitszentren, Straßen, Brücken, Reismühlen und Speichern.

Das bringt Arbeit, das bringt Geld. Und Stein für Stein ein bisschen mehr Perspektive für eine bessere Zukunft.

Maurer Flori erzählt, wie die Lage besser wird – Schritt für Schritt.

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  • Frau im Monkoto-Korridor, Salonga © Karine Aigner / WWF-US Salonga – Wald der 1000 Gesichter

    Salonga kennt kaum jemand, doch es ist der größte Tropenwaldpark der Welt – in einem geschundenen Land. Weiterlesen ...

Credits

Verantwortliche Gesamtleitung: WWF/Marco Vollmar & Astrid Deilmann
Idee/Umsetzung/Videoproduktion: WWF/Anne Thoma & Gesa Labahn
Texte: WWF/Oliver Samson
Bildredaktion: WWF/Anja Bertuch und Paul Brandes
Produktionsassistenz: Cedric Longanga & Local WWF/ICCN Office Salonga