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Stand: 27.05.2019

Drei Neuzugänge im Waisenhaus für Bärenkinder

Drei Bärenkinder sind in diesem Jahr schon im Waisenhaus für Bärenkinder angekommen. Zwei Geschwister und ein Einzelkind wurden im Laufe des Frühjahrs allein im Wald entdeckt. Das Team um Leonardo Bereczky, dem Gründer der Auffangstation, päppelt die Bärenkinder auf und bereitet sie auf ihre Auswilderung vor. Bis dahin vergeht aber noch einige Zeit – die kleinen Bären müssen noch ordentlich wachsen und an Gewicht zulegen. Eine Drohne unterstützt die Pfleger bei ihrer Arbeit. 

Die Bärenwaisen kommen an

Die ersten beiden Bärenkinder des Jahres wurden von Waldarbeitern ganz in der Nähe des Waisenhauses gefunden. Von der Mutter keine Spur. Sie floh vermutlich vor den lauten Geräuschen der schweren Maschinen und umstürzenden Bäume; die Jungen konnten jedoch mit ihrer flüchtenden Mutter nicht mithalten. Noch am selben Tag kamen die Kleinen ins Waisenhaus.

 

Ein Spaziergänger fand in der Nähe der Stadt Miercurea Ciuc das dritte Jungtier. Er fragte einen Jäger was zu tun sei, dieser informierte sofort den Ranger. Die Helfer warteten einige Stunden, auf die Mutter. Als diese nicht auftauchte, riefen sie Leonardo Bereczky an.

 

"Das Jungtier war sehr klein und sehr geschwächt – es war kurz davor, aufgrund der Kälte und vor Hunger und Durst zu sterben", erzählt Leonardo. Er brachte es deshalb schnell ins Waisenhaus, um es dort aufzupäppeln.

Die Bären sind wohlauf

Die Bären entwickeln sich prächtig. © WWF Rumänien
Die Bären entwickeln sich prächtig. © WWF Rumänien

Inzwischen sind die drei Bärenkinder gesund und munter. Sie haben einen großen Appetit und nehmen jeden Tag etwa 60 Gramm zu. Drei Mal am Tag bekommen sie eine spezielle Milch-Mischung, die sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Ganz allein in der Wildnis hätten die kleinen Bären nicht überlebt – wie gut, dass es das Waisenhaus gibt, das mit Hilfe von Spenden finanziert wird.

 

Der WWF unterstützt die Auffangstation für Bärenkinder; die Hilfe dafür ist Teil des groß angelegten Engagements des WWF zu großen Beutegreifern. Ziel des Projekts LIFE EuroLargeCarnivores ist es, einen europaweiten Austausch zu ermöglichen und bestehende Lösungen für das Zusammenleben mit Wildtieren bekannter zu machen.

Ein Knäuel Bären

In der Regel brauchen die sich fremden Bärenkinder eine Weile, um sich aneinander zu gewöhnen. So auch die drei Neuzugänge. Während der Eingewöhnung bleiben die Jungtiere in der Hütte des Bärenhauses. Während dieser Zeit sind Bärenjungen sehr mitteilungsbedürftig: sie knurren sich an, verstecken sich, sie beißen und kratzen sich beim Fressen – sie sind aber noch zu klein, um sich gegenseitig wirklich zu verletzen. Nach ein paar Tagen haben sie sich aneinander gewöhnt und beginnen, sich wie Geschwister zu verhalten. "Dass eine Gruppe zusammengefunden hat, erkennen wir daran, dass sie wie ein Knäuel zusammen schlafen", erklärt Leonardo.

 

Interessant an dieser Phase des Zusammenfindens: Je jünger die Bärenkinder sind, desto schneller geht es. Im Alter von etwa zwei Monaten dauert es in der Regel zwei bis drei Tage, bis sie ein Team sind. Sind die Bären älter – etwa vier bis fünf Monate –, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis sie sich wie Geschwister verhalten. Aus diesem Grund nimmt das Waisenhaus nach Mitte Juni keine Bärenwaisen mehr an. "Sie gewöhnen sich nicht mehr so gut an die anderen im Waisenhaus und gefährden so die Entwicklung der anderen Waisen", so Leonardo.

Drohnen im Einsatz für die Bären

Die Bären erkunden die Welt. © WWF Rumänien
Die Bären erkunden die Welt. © WWF Rumänien

Wie wertvoll moderne Technik im Naturschutz sein kann, zeigt der Einsatz der Drohne im Waisenhaus für Bärenkinder. Damit die Bären erfolgreich ausgewildert werden, legen die Pfleger viel Wert darauf, möglichst wenig Kontakt zu den Bären zu haben. Direkt nach ihrer Ankunft ist das natürlich noch nicht möglich – die Bären werden von Menschen gefüttert und ihr Gesundheitszustand wird regelmäßig kontrolliert. "Gerade die ersten Monate sind oft kritisch, weshalb wir sie hier im direkten Kontakt überwachen müssen", erklärt Leonardo. 

 

Sobald die Jungtiere aber feste Nahrung zu sich nehmen und kräftiger geworden sind, verringern die Pfleger den direkten Kontakt zu ihnen und beobachten die Tiere aus der Entfernung. Die Drohne erleichtert den Pflegern die Arbeit enorm: Sie können das Futter mit ihrer Hilfe aus einer Höhe von 100-150 Metern über dem Gehege abwerfen und verteilen. "Bevor wir die Drohnen hatten, mussten wir uns nachts mit Rucksäcken voller Futter in das Gehege schleichen und es auf dem Waldboden verteilen." Ein schwieriger und zeitraubender Prozess. 

 

Während die Bären nach dem überall verteilten Futter suchen, stoßen sie dabei automatisch auf natürliche Nahrungsquellen auf dem Waldboden. Sie bemerken die Drohne nicht und stellen keine Verbindung zwischen dem Futter auf dem Waldboden und dem Menschen her. So lernen sie, ohne Kontakt zum Menschen, selbstständig nach Futter zu suchen. Lebenswichtig für die Entwicklung der Bärenkinder und für ihre erfolgreiche Auswilderung. 

 

 

Das können Sie zur Unterstützung der Auffangstation tun

Braunbären © Leonardo Bereczky

Mit 50 € leisten Sie einen sehr wichtigen Beitrag zu unserem breit angelegten Engagement für die großen Beutegreifer in Europa.

Braunbär © Leonardo Bereczky

Mit 80 € können wir für ein Bärchen, das krank oder unterernährt in die Station kommt, die nötigen Medikamente beschaffen.

Braunbär © Leonardo Bereczky

Mit 150 € finanzieren Sie das Futter für ein Bärchen für fast einen ganzen Monat. Aktuell leben in der Station 12 kleine Bären.

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