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Stand: 10.07.2018

Sakerfalken: Die Pflege-Küken verlassen ihre Nester

Das Altai-Sayan-Programm zur Wiederansiedelung von Sakerfalken in Süd-Sibirien zeigt Erfolge. Fünf der 19 Küken wurden mit GPS-Sendern ausgestattet. Der WWF Russland erhofft sich mit ihrer Hilfe mehr Informationen über die Routen der Falken. In dem einzigartigen Projekt wurden in Gefangenschaft ausgebrütete Küken in Nester wildlebender Falken gesetzt. Die Pateneltern nahmen ihre Zöglinge an und kümmerten sich genauso gut um sie wie um ihre eigenen Küken.

Sakerfalken-Küken in ihrem Nest. © Alexander Kuksin / WWF Russland
Sakerfalken-Küken in ihrem Nest. © Alexander Kuksin / WWF Russland

Zwei russische Vogelzuchtbetriebe (Vitasphere in Moskau und Altai-Falcon in Barnaul) versorgten den WWF für das Altai-Sayan-Projekt mit den Küken. Leider war es aufgrund des in diesem Jahr späten Frühlings schwierig, genügend Küken zu finden, da viele Eier unbefruchtet blieben. Anfang Juni wurden schließlich 19 Küken sorgfältig per Flugzeug und Auto nach Sibirien gebracht und in die Nester ihrer Pateneltern gesetzt.

 

"Wir setzten in jedes Nest, in dem bereits ein bis vier Küken waren, ein bis vier der in Gefangenschaft aufgezogenen Küken. Die Sakerfalken können nicht zählen und die Pflegeküken nicht von ihren einen unterscheiden, obwohl die Zöglinge dunkleres Gefieder haben und größer sind als die in Freiheit geborenen", berichtet Elena Shnaider, eine Mitarbeiterin des Projekts.

Sakerfalken-Küken © Igor Karyakin / WWF Russland
Sakerfalken-Küken © Igor Karyakin / WWF Russland

Kameras helfen bei der Beobachtung

Sakerfalken bauen keine Nester. Deshalb wurden bereits vor Jahren künstliche Nester gebaut, um den Vögeln genügend Nistplätze anzubieten. Fast alle Küken wurden in Nester auf künstlichen Plattformen gesetzt.

 

An sechs von zehn dieser Nester befestigten die Ornithologen Kameras. Sie helfen dabei, das Verhalten der Vögel, den Zustand der Küken und den Bedarf an zusätzlichem Futter zu überwachen. Ende Juni verließen die meisten Küken bereits die Nester und begannen, die unmittelbare Umgebung zu erkunden. Die Eltern füttern die Küken in dieser Zeit außerhalb des Nestes weiter.

Hoffnung für die Sakerfalken

Die Methode, in Gefangenschaft geborene Küken von Wildvogelpaaren aufziehen zu lassen, erwies sich als voller Erfolg und könnte nun auch zur Wiederansiedelung anderer Vogelarten genutzt werden. Für die Sakerfalken-Population gibt es dank des Projekts des WWF Russland Hoffnung. Ihre Zahl war in den vergangenen Jahren durch Wilderei, Lebensraumverlust und die für die Vögel tödlichen Hochspannungsleitungen dramatisch zurück gegangen.

 

Noch vor 40 Jahren bewohnte der Sakerfalke große Gebiete der Wüsten-, Steppen- und Waldsteppenregionen von Österreich und Bulgarien bis in den Fernen Osten. Heute ist die einst weit verbreitete Art extrem selten geworden, schätzungsweise 15.000 Paare gibt es weltweit noch.

WWF-Projekt zum Schutz der Sakerfalken

Das erste Mal wurde das Projekt zur Wiederansiedelung der Sakerfalken 2017 in zwei Regionen Südsibiriens, innerhalb der Grenzen der Altai-Sayan Ecoregion, dem Mutterland des Sakerfalken durchgeführt.

 

Zehn 20 Tage alte Küken aus zwei Zuchtzentren Russlands wurden in die Nester von wilden Falken anderer Farbvarianten gelegt. Zehn Nestlinge aus einem Zuchtzentrum wurden in sechs Nester wilder Saker mit 24 einheimischen Nestlingen gelegt.

 

Videoaufnahmen zeigten keine Aggressionen zwischen einheimischen und nicht einheimischen Nestlingen, sowie keine Aggressionen von erwachsenen Vögeln gegenüber nicht einheimischen Nestlingen.

 

Insgesamt neun nicht einheimische Nestlinge und 21 einheimische Nestlinge haben die Nester erfolgreich verlassen. Das jüngste Weibchen aus dem Nest in der Republik Altai, das mit einem GPS-Tracker ausgestattet war, ist erfolgreich migriert und überwintert jetzt in der Mongolei.

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