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Stand: 07.02.2019

Erfolgreich ausgewildert: Neue Aufnahmen einer Amur-Tiger-Familie

Zwei junge Amur-Tiger streifen durch den Schnee der Provinz Evreiskaya im russischen Fernen Osten. Immer wieder hinterlassen sie die typischen Reviermarkierungen. Ihre Eltern, Boris und Svetlaya, folgen den Spuren der Jungtiere und markieren die Route ihrerseits. Die Amur-Tiger Familie fühlt sich wohl und sicher in ihrem Territorium. Zu diesem Schluss kommen Experten nach der Auswertung von neuen Bildern und Videos aus Kamerafallen. Svetlaya, Boris und ihre Jungen machen einen gut genährten Eindruck. Das bedeutet, sie finden ausreichend Beute und haben sich zu guten Jägern entwickelt. Ein großer Erfolg, Boris und Svetlaya wurden vor fünf Jahren ausgewildert.

Junger Amur Tiger © the Amur Tiger Centre, Rehabilitation Centre TIGR
Junger Amur Tiger

Fast wären sie gestorben

2013 war Svetlaya im Alter von sieben Monaten stark abgemagert und halb erfroren in der Nähe einer Siedlung gefunden worden. Amur-Tiger Boris war nur etwa vier Monate alt, als er vermutlich durch Wilderer seine Mutter verlor. Verwaiste Tigerjunge nähern sich in ihrer verzweifelten Suche nach Nahrung häufig menschlichen Wohnorten. „Wollen wir dem Amur-Tiger helfen, müssen wir Konflikttiere wie Svetlaya und Boris vor dem Abschuss retten, rehabilitieren und wieder auswildern“, sagt WWF-Experte Markus Radday. „Sie fehlen sonst in der Natur.“

Mutter Svetlaya © the Amur Tiger Centre, Rehabilitation Centre TIGR
Mutter Svetlaya
Vater Boris © the Amur Tiger Centre, Rehabilitation Centre TIGR
Vater Boris

Wiedervereinigung in der Wildnis

Die beiden Tiger-Waisen Svetlaya und Boris wurden in der Rehabilitierungsstation Alekseevka aufgepäppelt und 2014 unabhängig von einander freigelassen. Nach 500 Kilometern Wanderung durch die russische Taiga traf sich das Paar mit dem ähnlichen Schicksal wieder - sehr zur Begeisterung der Experten. „Dass die Tiger inzwischen Nachwuchs haben bedeutet, dass sie in der Lage sind, im Auswilderungsgebiet eine neue Population zu gründen“, so Markus Radday.

Es geht um viel mehr, als eine Tigerfamilie

Noch 2012 gab es nur einen nachgewiesenen, wild lebenden Tiger in Evreyskaya, dem nördlichsten Bereich des Amur-Tiger-Vorkommens. Nach der erfolgreichen Freilassung von fünf "Konflikttigern" leben inzwischen wieder dreizehn Amur-Tiger hier und bilden eine kleine, aber stabile Population. „Das beweist, wie sinnvoll Auswilderungen für den Artenschutz sind“, betont Radday.

Jahrelange Arbeit

Die neue Amur-Tiger Population ist Ergebnis jahrelanger Arbeit des WWF. Über die Auswilderungen hinaus gehört dazu das Einfordern und Einrichten von Schutzgebieten, die Ausrüstung, Ausbildung und der Einsatz von Rangern und der Kampf gegen illegalen Hozeinschlag.

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