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Stand: 29.07.2019

Welt-Tiger-Tag: Neue Zahlen machen Hoffnung

Heute, am 29. Juli ist Welt-Tiger-Tag und die gerade veröffentlichten Tigerzahlen aus Indien geben Anlass zur Hoffnung. Fast 3.000 wild lebende Tiger gibt es nach neuesten Schätzungen heute in Indien. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 2.226. Das zeigt deutlich, dass sich die Bestände in Indien weiter erholen. „Bei einer extrem bedrohten Art wie dem Tiger zählt jedes einzelne Tier“, sagt WWF Tiger-Expertin Kathrin Samson. „Die neuen Zahlen bestätigen, dass die gemeinsamen Schutzbemühungen von Regierung, Umweltschutzorganisationen wie dem WWF, Wissenschaftlern, aber vor allem auch der lokalen Bevölkerung, erfolgreich sind. Nur in enger Partnerschaft können solche Erfolge gelingen.“

Von einer Kamerafalle aufgenommener Tiger im Khata-Korridor in Nepal © Emmanuel Rondeau / WWF USA
Von einer Kamerafalle aufgenommener Tiger im Khata-Korridor in Nepal © Emmanuel Rondeau / WWF-US

Tiger-Land Indien

In Indien leben mit Abstand noch die meisten Tiger in freier Wildbahn, zurückgedrängt auf einen Bruchteil ihres ursprünglichen Lebensraumes. Die majestätischen Raubkatzen sind Wahrzeichen des Landes und Indiens Tigerschutz ist heute beispielhaft, nachdem die Bestände Anfang der 1970er Jahre massiv eingebrochen waren. Das ambitionierte „Projekt Tiger“ unter der damaligen Premierministerien Indira Ghandi führte ab 1973 zur Einrichtung zahlreicher Tigerschutzgebiete. Doch Anfang dieses Jahrtausends stellte man fest, dass einige Tigerschutzgebiete leer gewildert waren. Eine Intensivierung der Schutzbemühungen konnte seitdem zur Erholung der Tigerbestände beitragen, sodass die indische Regierung heute die Zahl von 2.967 wild lebenden Tigern bekannt geben konnte.

Erfolgreicher Tigerschutz

Spielende Tigerjunge im Bandhvgarh Schutzgebiet in Indien © Rahul Talegaonkar / WWF Indien
Spielende Tigerjunge im Bandhvgarh Schutzgebiet in Indien © Rahul Talegaonkar / WWF Indien

„Gerade am Erfolg in Indien sieht man, wie wichtig der politische Wille zum Erhalt der Art ist“, betont Kathrin Samson. „Wir arbeiten eng mit den Regierungen der Tigerländer zusammen – nicht nur, um beispielsweise das Management der bestehenden Schutzgebiete zu verbessern und sie durch Korridore zu verbinden, sondern auch, um die Strafverfolgung bei Wilderei oder verbotenem Tigerhandel zu verbessern. Vor allem im grenzübergreifenden Kontext.“ Zentral ist weiterhin der Einbezug der lokalen Bevölkerung in den Tigerschutz. Denn die Menschen vor Ort sind es, die mit den Großkatzen leben. „Wir müssen alles dafür tun, damit sich die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung verbessern und die Menschen am Ende vom Schutz der Tiger profitieren“, meint Kathrin Samson. „Man darf die Leute vor Ort nicht alleine lassen – sie sind integrativer Bestandteil des Tigeschutzes.“

Welt-Tiger-Tag

Der internationale Tag des Tigers wird jährlich am 29. Juli begangen und in vielen Ländern wie Indien, Nepal, Indonesien, Thailand, China oder auch Bhutan mit öffentlichen Veranstaltungen gefeiert. 2010 ins Leben gerufen, soll der Welttag des Tigers auf die starke Bedrohung der majestätischen Katzen aufmerksam machen. „Und diese Bedrohung ist nicht aus der Welt“, mahnt Kathrin Samson. „Trotz aller Erfolge sprechen wir immer noch von weniger als 4.000 wildlebenden Tigern weltweit!

„Tigers x 2“: Verdopplung der Tigerzahlen bis 2022

2010 war das letzte Chinesische „Jahr des Tigers“, 2022 wird das nächste sein. Der WWF hat sich gemeinsam mit allen 13 Tigerverbreitungsstaaten dem ambitionierten Artenschutzziel verschrieben, die Anzahl wilder Tiger bis 2022 zu verdoppeln. 2010 ging man von etwa 3.200 Tieren aus. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass hierfür die richtigen Weichen gestellt wurden, aber gleichzeitig noch viel passieren muss.

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