Wälder - Ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. In den Mittelgebirgsregionen ist dieser Anteil deutlich höher. Dieses grüne Drittel bietet gute Chancen für die Rückgewinnung naturnaher Waldökosysteme, bildet ein Rückgrat für ein weiträumiges Biotopverbundsystem zum Schutz waldbewohnender Arten und bietet die Voraussetzung für eine natürliche Wiederbesiedlung verschwundener Spezies, u.a. für die Großsäuger wie Wolf, Luchs und Elch.

Überlässt man Wälder ihrer natürlichen Entwicklung, werden sie zu Wildnis. Insbesondere die großen Waldflächen im Staatsbesitz haben hierfür erhebliche Potenziale. Deutschland hat in den vergangenen Jahren einige Wald-Nationalparke von europäischer Bedeutung gesichert, die sich zu Naturwäldern entwickeln sollen.

Nationalparks erweisen sich dabei nicht nur als die wichtigste Grundstruktur eines deutschen Schutzgebietssystems, sondern auch als attraktive und zunehmend akzeptierte Markenzeichen ihrer Regionen. Deutschland hat mindestens im Steigerwald (Franken) und im südlichen Brandenburg (Lieberose) noch Potenzial für weitere Waldnationalparks. Die Buchenwälder gehören zu den schönsten weltweit. Deutschland hat ihre Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste beantragt. Die „Alten Buchenwälder Deutschlands“ sollen das Weltnaturerbe der slowakisch-ukrainischen „Buchenwälder der Karpaten“ ergänzen.

Sonnenuntergang an der Elbe © Wild Wonders of Europe / Dieter Damschen / WWF
Sonnenuntergang an der Elbe © Wild Wonders of Europe / Dieter Damschen / WWF

Flüsse und Auen - Die Häufung so genannter Jahrhundert-Hochwässer in den vergangenen zehn Jahren hat die Notwendigkeit eines integrierten Flussauen-Managements deutlich werden lassen. Zwar überwiegen bei Hochwasserschutzmaßnahmen die technischen Lösungen (Deichkronenerhöhungen, gesteuerte Flutungspolder), doch das Bewusstsein für naturnahe Flussauen, die Hochwasser aufnehmen und Flutkatastrophen mildern, ist gestiegen. Diese Bewusstseinsänderung bietet große Chancen für weitere Auenschutzaktivitäten.

Wattenmeer, Nordseeküste © Claudi Nir / WWF
Wattenmeer, Nordseeküste © Claudi Nir / WWF

Wattenmeer und die Boddenküste - In ihren markanten Ausprägungen als größtes Wattenmeer der Erde, vogelreichstes Gebiet Europas und einzigartige Boddenküste sind die deutschen Küsten im nationalen, europäischen und internationalen Maßstab schützenswert. Rund 250 Tierarten sind ausschließlich in den Salzwiesen jenseits der Deiche beheimatet. Wo sich Süßwasser aus Flüssen mit Meerwasser vermischt und wo Gezeiten, Wind und Ablagerungsprozesse von Sand und Schlick zusammenwirken, ist eine unglaubliche Artenvielfalt entstanden. Aufgrund seiner Einzigartigkeit ist das deutsch-niederländische Wattenmeer im Juni 2009 in die Liste der UNESCO Welterbestätten aufgenommen worden.

Wolf © Wild Wonders of Europe / Sergey Gorshkov / WWF
Wolf © Wild Wonders of Europe / Sergey Gorshkov / WWF

Wiederkehrende Großsäuger - Nachdem sie nun in fast ganz Europa Schutz genießen, wandern einst ausgestorbene Großsäuger, wie Wolf, Luchs und Elch wieder nach Deutschland ein. Auf lange Sicht ist sogar eine Rückkehr von Braunbären denkbar. Deutschland hat in seinen Grenzregionen nach Polen und Tschechien, in Nordostdeutschland, im Alpenraum und den dicht bewaldeten Mittelgebirgen Lebensraumpotenziale für große Säugetiere.

  • Europäischer Luchs im Nationalpark Bayerischer Wald © Fritz Pölking / WWF Forderungen des WWF an die Bundesregierung

    Aus Verantwortung für die Artenvielfalt in Deutschland muss die Bundesregierung die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt konsequent umsetzen und mit einem eigens dafür aufzulegenden Bundesaktionsplan finanziell absichern. Weiterlesen ...

  • Luchs Weibchen mit Nachwuchs © Staffan Widstrand / WWF Biodiversität in Deutschland

    In Deutschland kommen natürlicherweise etwa 48.000 Tierarten vor, das sind immerhin vier Prozent der weltweit bekannten Fauna. Weiterlesen ...