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Stand: 12.06.2018

Forderungen des WWF

Überschwemmungsgebiet an der Oder mit Feuchtgebieten Nationalpark Unteres Odertal © Hartmut Jungius / WWF
Überschwemmungsgebiet an der Oder mit Feuchtgebieten Nationalpark Unteres Odertal © Hartmut Jungius / WWF

Was fordert der WWF?

Finger weg von der Wasserrahmenrichtlinie! Das ist die klare Forderung des WWF. Die Richtlinie soll in ihrer bestehenden Form besser und ambitionierter umgesetzt werden.

 

Deshalb hat sich der WWF mit BUND, DNR, NABU und der Grünen Liga zusammengetan, um der Wasserrahmenrichtlinie gemeinschaftlich zu der politischen Priorität zu verhelfen, die ihr gebührt. Die fünf Verbände sind Teil der „Living Rivers Europe“-Koalition, der auch die ihre europäischen Dachorganisationen angehören.

Bis 2027 sollen alle Maßnahmen eingeleitet werden, die notwendig sind, um alle Gewässer in einen guten Zustand zu bringen:

 

  1. Wir fordern den politischen Willen zur fristgerechten und verbindlichen Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie inkl. ausreichender finanzieller und personeller Ressourcen.
  2. Wir fordern detaillierte Maßnahmenprogramme, die bis 2027 geeignet sind, die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Eine Fristverlängerung kann keine Lösung sein.
  3. Die europäische Agrarpolitik muss so reformiert werden, dass sie die Umweltziele der Wasserrahmenrichtlinie unterstützt. Dafür müssen Agrarzahlungen verbindlich an den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie ausgerichtet werden und dürfen diese nicht wie bisher konterkarieren. Wir fordern, dass die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie auch bei der europäischen und nationalen Agrar-, Verkehrs- und Energiepolitik zwingend beachtet werden. Die Umsetzung kann nur sektorübergreifend gelingen.
  4. Wir fordern eine konsequente Anwendung des Verursacherprinzips für die Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie. Kosten für Umweltschäden müssen durch die Verursacher selbst beglichen werden.
  5. Wir fordern, dass das Verschlechterungsverbot und die Verbesserungspflicht streng ausgelegt werden, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Der Zustand von Gewässern darf sich nicht noch weiter verschlechtern.
  6. Wir fordern, dass Ausnahmen vom Verschlechterungsverbot oder von der Verbesserungspflicht Ausnahmen bleiben.
  7. Wir fordern die bessere Kommunikation von Erfolgen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Erreichtes muss besser sichtbar gemacht werden.
  8. Wir fordern eine Harmonisierung von unterschiedlichen EU-Richtlinien zum Gewässerschutz und zur Bewirtschaftung der Gewässer. Themennahe Richtlinien und Verordnungen müssen auch an den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie ausgerichtet werden. Dazu müssen sektorspezifische Förderungen angepasst werden.
  9. Wir fordern die Stärkung der Beteiligungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Die Unterstützung der Naturschutzorganisationen garantiert die Möglichkeit für ein breites Engagement der Öffentlichkeit.
  10. Wir fordern, dass das mit der Wasserrahmenrichtlinie eingeführte Monitoring der Gewässerqualität noch verbessert wird. Die Probestellen für die Gewässerqualität müssen nach fachlichen Kriterien und nicht nach praktischen Gründen gewählt werden.
  11. Wir fordern, dass flussgebietsspezifische Schadstoffe weiterhin berücksichtigt werden. Im Gegensatz zur chemischen Belastungen, sollen Mitgliedsstaaten auch weiterhin bei der ökologischen Belastung flussgebietsspezifische Schadstoffe festlegen können, um individuell und kurzfristig auf nationale Belastungen reagieren zu können.
  12. Wir fordern eine Vereinfachung des Berichtswesens zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Durch das die komplizierte Berichterstattung in Form von Reportings, Maßnahmenprogrammen und Bewirtschaftungsplänen, werden unnötig viele Ressourcen gebunden, die für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie genutzt werden können.

 

 

   
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