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Stand: 19.11.2018

Energiewende heißt Abkehr von der Kohle

Der nahezu auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde außergewöhnlich heiße und trockene Sommer und Herbst 2018 haben gezeigt, dass die fortdauernde Erhitzung der Erdatmosphäre nicht irgendwann in der Zukunft weit weg von Deutschland Folgen hat - sondern schon heute und auch hier. 

Die Grafik visualisiert die Unterschiede in der Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017; jeder Streifen steht für ein Jahr, Basis ist der Datensatz des DWD; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de
Die Grafik visualisiert die Unterschiede in der Durchschnittstemperatur für Deutschland zwischen 1881 und 2017; jeder Streifen steht für ein Jahr, Basis ist der Datensatz des DWD; Grafik: Ed Hawkins/klimafakten.de

Energiewendeland oder Kohleland?

Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte aus Deutschland- mittlerweile liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bei 38 Prozent. Doch noch immer hat die Kohleverstromung den größten Anteil an der deutschen Stromerzeugung- und vor allem an den deutschen Treibhausgasemissionen. 2017 waren es mit 313 Mio. Tonnen etwa ein Drittel aller deutschen Klimaabgase.

 

Seit Juni 2018 tagt zu diesen Fragen die Kommission „Wachstum. Strukturwandel und Beschäftigung“, die sogenannte Kohlekommission.


Die Kommission hat den Auftrag:

  • Konzepte und Maßnahmen für den Strukturwandel für die Braunkohleregionen
  • Maßnahmen, die das 2030-er Ziel von minus 60 bis 61 Prozent für den Energiesektor zuverlässig erreichen, einschließlich einer umfassenden Folgenabschätzung.
  • Maßnahmen der Energiewirtschaft, um die Lücke zur Erreichung des für 2020 gesetzten 40-Prozent-Klimaziels weitestmöglich zu schließen.
  • ein Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums vorzulegen.

 

Nach der letzten Schätzung des Klimaschutzberichtes 2017 werden von der für 2020 vorgesehenen Senkung der deutschen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 nur 32 Prozent erreicht. Eine weitestgehende Schließung dieser Lücke ist nur möglich, wenn in nennenswertem Umfang Kohlekapazitäten stillgelegt werden - auch darüber verhandelt die Kohlekommission. Derzeit gibt es in Deutschland bei der fossilen Stromerzeugung Überkapazitäten: jedes Jahr werden etwa 10 Prozent der deutschen Stromerzeugung exportiert.


Der WWF fordert für die Erreichung des 2020-Ziels im Energiesektor

  • einen Mindestpreis auf CO2 von 25 Euro/Tonne in einem europäischen Regionalmarkt
  • kombiniert mit einer Stilllegung von 7 Gigawatt Braunkohle

Klimaschutzplan 2050, Sektorziele für 2030

Im Klimaschutzplan 2050 sind für die Sektoren verbindliche Minderungsziele festgelegt. Die entsprechenden Ressorts sind in der Verantwortung, Maßnahmen zu benennen um die Zielerreichung sicherzustellen. Für den Energiesektor soll auch das die Kohlekommission tun, für den Verkehrssektor ist die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität eingerichtet.

 

Hierfür haben über 60 zivilgesellschaftliche Verbände einen Vorschlag für einen Maßnahmenkatalog für alle Sektoren unterbreitet. Zentrale Forderungen sind ein baldiger Kohleausstieg, die Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes, die schnelle Umsetzung der Verkehrs- und Agrarwende sowie ein ambitionierter CO2-Preis.

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