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Stand: 26.06.2019

Plastikmüll – Gift für die Natur und fürs touristische Geschäft

Plastik ist überall. Und nie wirklich weit davon entfernt, in die Meeresumwelt zu gelangen. Im Meer und an Küsten des Mittelmeerraums bestehen bis zu 95 Prozent des Mülls aus Plastik. Es sind u. a. Top-Destinationen in Italien, Spanien, Frankreich, der Türkei und Ägypten, die für den Großteil des Plastikmülls verantwortlich sind. Aus den Anrainerstaaten des Mittelmeers gelangen nach Schätzungen jährlich über eine halbe Million Tonnen Plastikmüll ins Meer. Der finanzielle Schaden, den die Tourismusindustrie durch Plastikverschmutzung erleidet, beläuft sich auf 268 Mio. Euro pro Jahr.

Plastikmüll am Strand @ Milos Bicanski
Plastikmüll am Strand @ Milos Bicanski

Entschlossene Politik, sensible Verbraucher

WWF-Flyer: Plastikmüll im Hotelsektor
WWF-Information: Plastikmüll im Hotelsektor

Bilder von Plastikmüll getöteter Meerestiere und die potenzielle Gefahr, dass Mikroplastik in die menschliche Nahrungskette gelangt, haben in Windeseile die europäische Politik erreicht. Sensibel reagieren die Verbraucher. Sie befürworten ent schlossenes Handeln auf allen Ebenen. Sie zeigen sich problem bewusst und voller Bereitschaft, auf den Verbrauch und Gebrauch von Plastik verzichten zu wollen, wo er vermeidbar ist.

Tourismus in der Verantwortung

Ein Wirtschaftszweig ist betroffen, der sich an gesetzlichen Hygienevorschriften und Reinlichkeits­erwartungen der Gäste messen muss. Zwar ist das Problem riesig, die touristischen Betriebe können aber etwas unternehmen. Ja, sie müssen es sogar! Denn zu offensichtlich ist der Zusammenhang der in Plastik abgepackten Miniportionen Marmelade, Kaffeemilch oder Haarshampoo einerseits und wachsender Müllberge anderer­seits. Der Tourismus trägt Verantwortung. Zugleich können touristische Wirtschaftsbetriebe Einfluss nehmen auf die örtlichen Entsorger, mit ihren eventuellen Schwächen und Nachlässigkeiten bei der Erfassung des von Urlaubern zurückgelassenen Mülls.

Handeln so, wie die Gäste es erwarten

Zunächst muss jeder Betrieb – sich prüfen und Antworten finden:

  • Welche eigenen Schritte tun not?
  • Auf welche Plastik­ und Einweg­utensilien lässt sich im Haus verzichten?
  • Welche Verbrauchsprodukte in oder aus Plastik lassen sich überhaupt noch rechtfertigen?
  • Was kann mein Betrieb tun, damit der Plastikmüllberg nicht weiter wächst, ja, kleiner wird?
  • Wie trage ich Sorge dafür, damit kein Plastikmüll ins Meer gelangt?
  • Was erwarten die Gäste?
  • Wie kann, wie sollte ich mein Handeln gegenüber den Gästen kommunizieren?

 

Der WWF hat, unterstützt von Wikinger Reisen, gemeinsam mit dem Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien, und dem Verein für Konsumenteninformation die wichtigsten Maßnahmen in Hotelbetrieben identifiziert, mit denen sich die Abfallmengen von Kunststoffen – auch in Ihrem Betrieb – rasch senken lässt.

Wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Einwegplastik und Verpackung im Hotel

  1. Monitoring: Erfassung von verbrauchten Kunststoffe und anfallenden Abfallmengen
  2. Informieren und Einbeziehen der Gäste
  3. Mehrweggebinde bei Lebensmitteln, Getränken, Reinigungsmitteln
  4. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen
  5. Vermeiden von Kunststoffen beim Einkauf
  6. Regionales Kooperieren

Unterstützen Sie den WWF im Kampf gegen die Plastikflut

Stopp die Plastikflut © Global Warming Images / WWF

Mit 15 € im Monat setzen Sie sich dauerhaft dafür ein, die Plastikflut zu stoppen. Unterstützen Sie jetzt die WWF-Arbeit und werden Sie Ozeanretter!

WWF Modellprojekt in Vietnam © Franko Petri / WWF Austria

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Aufklärungsarbeit Vietnam © Thomas Cristofoletti / WWF US

Mit 150 € leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung in Vietnam, um Druck auf die Regierungen und Unternehmen zu erzeugen.

   
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