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Stand: 24.07.2018

#humangroves

Mangroven bieten Lebensgrundlage für über 120 Millionen Menschen

Mangroven bieten Nahrung, Einkommen und Schutz für den Menschen © Jonathan Caramanus / Green Renaissance / WWF
Mangroven bieten Nahrung, Einkommen und Schutz für den Menschen © Jonathan Caramanus / Green Renaissance / WWF

Mangroven sind Wälder zwischen Meer und Land. Sie sind ein entscheidender Baustein im Lebenszyklus tropischer Küstenökosysteme. Der Verlust von Mangroven hätte dramatische Folgen für Mensch und Natur: Sie sind Lebensraum und Kinderstube für über 3000 Fischarten, sowie Krebse und Garnelen. Viele Menschen in den Dörfern an der Küste leben vom Fischfang in den Mangroven und den benachbarten Küstengewässern, Kleinfischerei ist in vielen Entwicklungsländern einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Wenn die Mangroven zerstört werden, verlieren viele Küstenbewohner ihre Ernährungs- und Einkommensgrundlage.

Krabbenfischer beim Ausbringen seiner Fallen © Minzayar Oo / WWF
Krabbenfischer beim Ausbringen seiner Fallen © Minzayar Oo / WWF

Mangroven sind Lebensretter

Mangroven sind bekannt für ihr komplexes Wurzelsystem, welches ihnen das Leben zwischen den Gezeiten erst ermöglicht. Damit halten sie Schwebstoffe im Wasser fest und bauen mächtige Sedimentablagerungen auf. Dadurch wird ein Schutzwall gebildet, der Energie und Höhe von Wellen verringert. Das schützt die Küste und die dort lebenden Menschen effektiv vor Stürmen und Überschwemmungen. Ein Mangrovengürtel von 100 m Breite kann die Wellenhöhe um zwei Drittel verringern. Im Vergleich zu künstlichen Wellenbrechern ist die Wiederherstellung von Mangroven bis zu fünfmal kosteneffizienter. So werden Mangroven zu wahrhaften Lebensrettern!

Mangroven sind Klimaretter

Mangroven und ihre Wurzeln schützen Küste und Klima © Jonathan Caramanus / Green Renaissance
Mangroven und ihre Wurzeln schützen Küste und Klima © Jonathan Caramanus / Green Renaissance

Ins Wasser gefallene Mangrovenblätter verrotten langsamer als an Land. Über Jahrtausende haben sich dort mächtige Ablagerungen gebildet, wodurch Mangroven pro Hektar 3 bis 5 mal mehr Kohlenstoff speichern können, als Tropenwälder an Land. Wenn Mangroven, die den Boden zusammenhalten, zerstört werden, dann setzt das den über Jahrtausende gespeicherten Kohlenstoff frei. Wissenschaftler haben errechnet, dass die jährlichen CO2-Emissionen durch Mangrovenverlust größer sind als die Österreichs. Durch ihre Kohlenstoffspeicherung haben Mangroven einen positiven Einfluss auf das globale Klima. Abholzung macht aus dem „Klimawunder Mangroven“ einen „Klimakiller“.

Mangroven sind in Gefahr

Neuanpflanzung von Mangroven auf ehemaligem Rodungsgebiet, Madagaskar © Uwe Johannsen / WWF
Neuanpflanzung von Mangroven auf ehemaligem Rodungsgebiet, Madagaskar © Uwe Johannsen / WWF

Rund ein Drittel der weltweiten Mangrovenbestände wurden seit den 1980er Jahren zerstört. Sie werden für Bau- und Brennholz gerodet und müssen für Aquakultur, Landwirtschaft und Infrastrukturmaßnahmen weichen. Über ein Drittel der Mangrovenverluste wird der Garnelenzucht zugeschrieben. Neben Reisanbau fallen Mangroven zunehmend auch dem Anlegen von Soja- und Palmölplantagen zum Opfer, letzteres vor allem in Indonesien, dem Land mit dem größten Mangrovenbestand der Welt. Insgesamt erhöhen steigende Besiedlung und Nutzung von Küstenräumen, z.B. durch Tourismus, den Druck auf Mangroven erheblich. Zusätzlich zu direkten Nutzungskonflikten gefährdet auch die steigende Umweltverschmutzung durch den Eintrag von unbehandelten Abwässern, Müll und sonstigen Schadstoffen diese wertvollen Küstenökosysteme.

Das können Sie tun

Garnelen aus Aquakulturen, für die Mangroven abgeholzt oder geschädigt wurden, landen auch in deutschen Supermärkten. Achten Sie beim Einkauf und Verzehr von Garnelen und anderen Aquakulturprodukten auf das Bio- oder ASC-Siegel, mit denen verantwortungsvolle Aquakulturbetriebe zertifiziert werden. Bei den Bio-Siegeln empfiehlt sich insbesondere Naturland.

Erkundigen Sie sich bei Ihrem nächsten Strandurlaub, ob es einen Mangrovenwald in Ihrer Umgebung gibt und statten Sie ihm einen Besuch ab! Machen Sie z.B. eine Bootstour durch die seichten Gewässer eines Mangrovengebiets – am besten mit einem lokalen Anbieter. Dadurch lernen Sie dieses einzigartige Ökosystem besser kennen und verstehen und unterstützen zudem eine nachhaltige Einkommensquelle für die einheimische Bevölkerung.

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