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Stand: 09.03.2018

Strandreinigung und Reduzierung des Eintrags von Plastikmüll in Hongkong

Reinigungsaktion des WWF Hongkong © Andy Ching / WWF
Reinigungsaktion des WWF Hongkong © Andy Ching / WWF

Situation vor Ort

Vogel durch Plastikring gestorben © David Cayless / Marine Photobank
Vogel durch Plastikring gestorben © David Cayless / Marine Photobank

Im Meeresgebiet um Hongkong leben etwa 6000 verschiedene Arten und machen diese Region zu einem Gebiet mit hoher Artenvielfalt. Allerdings ist diese Biodiversität vielen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Neben Landnutzung und Überfischung ist Plastikmüll auch ein gravierendes Problem. Durchschnittlich werden jedes Jahr 15.000 Tonnen Plastikmüll von den örtlichen Behörden eingesammelt. Trotzdem bleiben tausende Tonnen an der Küste und an Stränden zurück. Insbesondere an abgelegenen Buchten, die nicht regelmäßig gereinigt werden, sammelt sich Müll an. Dadurch ergeben sich für die Meeresumwelt etliche Gefahren, wie das Verfangen von Tieren in Tauen und Netzen und die Aufnahme von Plastikteilen durch Fische und Seevögel.
Etliche Anteile des Mülls stammen nicht aus Hongkong selbst, sondern werden von den Meeresströmungen aus anderen Regionen an die Küste verfrachtet.

Das Coastal Watch Projekt

Plastikrecycling China © Global Warming Images
Plastikrecycling China © Global Warming Images

Das Coastal Watch Projekt begann mit einem Schiffsunglück im August 2012. Während eines Taifuns gingen sechs Container mit 150 Tonnen Kunststoff-Pellets verloren, zerbarsten an den Küstenfelsen und entließen Milliarden kleiner Plastikpellets in die See. An den Stränden sammelten sich Haufen mit Plastikpellets an. Mitglieder verschiedener Umweltgruppen, Angestellte von Firmen und Privatpersonen taten sich zusammen, um die Strände von den Plastikteilen zu reinigen. Dies dauerte etliche Wochen, und diese Kunststoffpellets sind auch heutzutage noch zu finden. Aus dieser ersten Nothilfe-Initiative hat der WWF mit sechs weiteren Partnerorganisationen eine kontinuierliche Arbeitsgruppe aufgebaut. Beteiligt sind die Partnerorganisationen Eco Marine, Ecovision’s HongKong Cleanup, Green Council, Eco-Education and Resources Centre, Ocean Park Conservation Foundation Hong Kong und Plastic Free Seas.

Coastal Watch versteht sich als ein wissenschaftliches Projekt, um ein regelmäßiges Monitoring der angelandeten Plastikabfälle durchzuführen. Zudem sollen langfristige Lösungen für das Plastikmüllproblem entwickelt, Informationsarbeit betrieben und die Bevölkerung zur für eine Zusammenarbeit geworben werden. Als Orte für die Aktivitäten von Coastal Watch wurden verschiedene Biotope gewählt: Mangroven, Wattgebiete, Sandstrände, Felsenküsten und Küsten mit Korallen. Insgesamt werden 34 Orte an der Küste untersucht. Innerhalb von zwei Jahren waren über 2000 Freiwillige an über 130 Stellen für Coastal Watch aktiv. Außerdem wurden innerhalb von zwei Jahren sechs Seminare vom Coastal-Watch Team durchgeführt, um vor Ort Informationsarbeit zu leisten. Hier haben über 1000 Personen teilgenommen. Auch werden Informationen für die örtliche Bevölkerung erstellt und verteilt.

Erweiterung der Aktivitäten

Das Meeresmüllprojekt von WWF Hongkong soll fortgeführt und erweitert werden. Ein Schwerpunkt dabei ist die Informationsarbeit für die örtliche Bevölkerung und die Einbeziehung von Unternehmen und Gewerbetreibenden in der Region.

 

Folgende Arbeitsschwerpunkte sind vorgesehen:

 

  • Suche nach Alternativen für Polystyrol: Für die Aufbewahrung von Fisch vorgesehene Styropor-Boxen sollen Alternativen gefunden werden, um die Vermüllung der Meere mit dieser Art der Verpackung zu reduzieren. Eine gedachte Maßnahme ist beispielsweise die Etablierung eines Pfandsystems. Lokale Fischereibetriebe sollen als Pioniere gewonnen werden, diese neuartigen Verpackungen einzusetzen.
  • Rückverfolgung des Mülls aus anderen Quellen: In Zusammenarbeit mit Universitäten soll herausgefunden werden, aus welchen anderen Regionen Müll an den Küsten von Hongkong angeschwemmt wird, um dann mit Umweltorganisationen Strategien zur Reduzierung dieses Mülleintrags zu entwickeln.
  • Bildung von Allianzen zur Vermeidung von Meeresmüll auf lokaler Ebene:
  • In der Zusammenarbeit mit Unternehmen werden Lösungen entwickelt, den Verpackungsaufwand zu vermeiden oder zu reduzieren. Dazu wird eine Analyse der auf dem Markt angebotenen Verpackungen stattfinden.

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