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Stand: 09.03.2018

Reduzierung des von Touristen verursachten Mülleintrags auf der Insel Phu Quoc (Vietnam)

Fischerboote bei Phu Quoc © Elizabeth Kemf / WWF
Fischerboote bei Phu Quoc © Elizabeth Kemf / WWF

Situation vor Ort

Dugong Seekuh © Jürgen Freund / WWF
Dugong Seekuh © Jürgen Freund / WWF

Bei Phu Quoc handelt es sich um die größte Insel Vietnams, die im Golf von Thailand liegt. Auf der Insel gibt es eine große Artenvielfalt, daher sind dort auch ein Nationalpark und Meeresschutzgebiete eingerichtet worden. In den Meeresschutzgebieten befinden sich Seegraswiesen im Nordosten und ein Korallenriff im Süden der Insel. Im Meer vor Phu Quoc leben auch bedrohte Meeresschildkröten und der Dugong, eine Seekuhart.

Im letzten Jahrzehnt hat sich Phu Quoc zu einem bedeutenden Ziel für Touristen entwickelt. 2015 kamen eine Million Touristen auf die Insel, neunmal so viele Menschen wie die einheimische Bevölkerung. Es wird erwartet, dass die Anzahl der Touristen auf fünf Millionen steigt. Dies sorgt für eine explosive Zunahme von Hotels, Restaurants und anderer Infrastruktur für Touristen – und zu einer drastischen Zunahme des Müllaufkommens. Es fehlen Kapazitäten, dieses stetig wachsende Müllvolumen einzusammeln und weiter zu behandeln.

Plastikmüll Phu Quoc (Vietnam) © Heide Kerber ISOE
Plastikmüll Phu Quoc (Vietnam) © Heide Kerber ISOE

Daher sind überall an Land, in Flüssen und im Meer Abfälle, insbesondere aus Plastik, zu finden. Der Plastikmüll verschmutzt nicht nur die Strände, sondert stört auch die Ökosysteme im Meer wie z.B. die Korallenriffe. Vom Management der Schutzgebiete wird ein Müllsammel-Programm im Gebiet der Korallenriffe alle zwei Jahre durchgeführt, bei dem stetig wachsenden Müllvolumen ist diese Maßnahme jedoch nicht ausreichend. Ursache des Eintrags von Meeresmüll aus dem Mekong Delta sind die fehlenden Kapazitäten zur Abfallentsorgung, also Deponien, Verbrennungsanlagen und Anlagen für Sortierung und Recycling von Müll. Meistens wird der Müll in offenen Haufen in der Landschaft abgelagert, manchmal illegal in die Kanäle entsorgt oder kleine Müllhaufen liegen entlang der Straßenseiten. Verschärfend kommt hinzu, dass durch die Überflutungen in der Regenzeit der abgelagerte Müll in die Flüsse und Kanäle gelangen kann.

Projektvorhaben des WWF

Um diese Situation zu bewältigen, müssen alle Beteiligten aktiviert und an den weiteren Maßnahmen beteiligt werden. Dies sind Vertreter öffentlicher Institutionen, privater Betriebe und letztendlich auch Privatpersonen. Die Aufgabe ist es, für Phu Quoc ein integriertes Abfallmanagementsystem zu entwickeln.

 

Die Ziele und Maßnahmen in dem geplanten Projekte sind folgende:

 

  • Unterstützung bei den Vertretern der Entscheidungsträger auf der kommunalen und politischen Entscheidungsebene zu gewinnen. Dies ist z.B. das Volkskomitee [Peoples Commitee], die zuständigen Behörden für Umwelt oder für Tourismus. Aus diesen Institutionen sollen Impulse ausgehen, die Abfallmengen aus Kunststoffen zu reduzieren.
  • Der Privatsektor, vor allem die Bereiche Tourismus, Hotels und Gastronomie, soll dazu bewegt werden, innerhalb seiner Tätigkeitsbereiche Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Reduktion zu ergreifen.
  • Mit einer Informationskampagne sollen u.a. Touristen, Einwohner und Jugendliche angesprochen werden, um eine Reduzierung der Plastikabfälle zu erreichen. Auch ein Informationsprogramm für Schulen soll erarbeitet und eingesetzt werden.
  • Gemeinsam mit dem Schutzgebietsmanagement sollen lokale Fischer und Touristikanbieter für eine Beteiligung an jährlichen Abfallsammelaktionen gewonnen werden.
  • Die Entwicklung der Abfallmengen und deren Entsorgungswege soll erfasst werden, um einen Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen.
  • In einer zweiten Phase, die im Jahr 2021 beginnt, sollen verschiedene Methoden der Abfallverwertung untersucht und deren Anwendbarkeit eingeschätzt werden. Dabei werden Pilotprogramme für die Behandlung kleinerer Mengen an Kunststoffabfällen umgesetzt und Partnerschaften mit Unternehmen und potenziellen Investoren gesucht.
  • In das Projekt wird eine ganze Reihe von lokalen Institutionen und Partner eingebunden.

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